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Swetlana Fesenko findet ihr berufliches Glück

Netzen Swetlana Fesenko findet ihr berufliches Glück

Swetlana Fesenko hat einen Job in der Gastronomie gesucht, Ulrich Wenzel vom Hotel und Restauran Seehof in Netzen hat Arbeit zu vergeben. Zusammen fanden beide im Chefdating der Agentur für Arbeit in Lehnin (Potsdam-Mittelmark). Bald wird daraus eine Festanstellung.

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Inhaber Ulrich Wenzel und Sylvia Grunow (Mitte) vom Hotel und Restaurant Seehof mit Swetlana Fesenko.

Quelle: Foto: Mai

Netzen. Swetlana Fesenko sucht einen Job in der Gastronomie, Ulrich Wenzel ständig Mitarbeiter. Über das Chefdating der Agentur für Arbeit vor wenigen Wochen in Lehnin fanden beide zusammen. Heraus kam eine Festanstellung im Netzener Hotel und Restaurant Seehof Anfang 2018. Glücklich scheinen darüber beide zu sein, der Inhaber und die gebürtige Russin.

Swetlana Fesenko lebt in Golzow. Vier Jahre bis zum Frühjahr arbeitete die heute 42-Jährige in der ambulanten Altenpflege. Doch das war nicht das, was sie sich langfristig vorstellte für sich. „Es tat meiner Seele nicht gut.“ Sie kündigte und war bis zu jenem Chefdating arbeitslos. Gelernt hat sie Näherin und Juwelierin. Nach Deutschland kam Swetlana Fesenko vor 23 Jahren und jobbte in mehreren Cafés in Berlin. So weiß sie, dass ihr diese Arbeit Spaß macht.

Fünf Bewerber nacheinander am Tisch

Ulrich Wenzel hatte beim Chefdating fünf Bewerber an seinem Tisch. Vom Chefdating kann er nur schwärmen. „Ich würde es jederzeit wieder machen.“ Immer wieder bekomme er Post vom Arbeitsamt mit Personalvorschlägen. „Viele der Kandidaten haben sich nicht einmal telefonisch gemeldet.“ Die Personallage „ist unbefriedigend“, sagt der 61-Jährige, der seit 20 Jahren den Seehof in eigener Regie betreibt. Zehn Angestellte sind dort beschäftigt. Hinzu kommen er selbst und seine Lebensgefährtin Sylvia Grunow, die voll in dem Hotel und Restaurant mitarbeiten. „Im Sommer brauchen wir viele Leute, weil wir viel Arbeit haben, im Winter können wir nicht alle beschäftigen und bezahlen, weil der Umsatz nicht da ist“, sagt Ulrich Wenzel.

So arbeitet auch Swetlana Fesenko derzeit noch auf einer 160-Euro-Basis bis Ende Februar. Wenn die Saison im März beginnt, folgt die Festanstellung. Was nach einer Monate langen Durststrecke klingt, scheint der groß gewachsenen Frau jedoch nicht ungelegen zu kommen. „Ich bin froh, das ich langsam schnuppern und mich ohne Hektik einarbeiten kann“, sagt sie. Mehr als 15 Stunden im Monat im Seehof werden es für sie derzeit nicht sein. „Über den Winter können wir es anders nicht tragen“, sagt Ulrich Wenzeln. Die bereits festangestellten Mitarbeiter bummeln derzeit den Urlaub und ihre im Sommer aufgelaufenen Überstunden ab.

Mitarbeiter sind auf ein eigenes Auto angewiesen

Zwischen zehn und 150 Gäste am Tag zählt der Seehof, je nach Saison. Über viele Jahre hat der Seehof auch ausgebildet. „Das halten meine Nerven nicht mehr aus“, gibt Wenzel zu. „Sie kriegen auch keine Bewerber. Die Infrastruktur ist hier natürlich bescheiden bezüglich öffentlicher Verkehrsanbindung. Wer hier arbeitet, muss zwangsläufig ein Auto haben. Wenn er 23, 24 Uhr Feierabend hat, fährt kein Bus mehr. Lehrlinge sind ja auch in der Regel unter 18 und haben kein Auto.“ Zwar bieten Eltern an, die Kinder zu fahren. „Das machen sie eine Woche und dann war’s das“, sagt Sylvia Grunow.

Wer zum Chefdating kommt, der will einen Job haben oder Arbeit vergeben. Was brachte den Ausschlag für Swetlana Selenko? „Sie macht einen interessierten, aufmerksamen Eindruck, hatte ihre Vita dabei, beherrscht die deutsche Sprache und dann startet man einfach den Versuch“, erläutert der im Schwarzwald aufgewachsene Ulrich Wenzel das Prozedere. Zwei Tage kam Swetlana Fesenko an den Seehof zur Probearbeit. „Wenn die Chemie nicht stimmt, hat es gar keinen Sinn“, sagt der Chef. „Früher hat man gedacht, du machst für ein paar Wochen oder Monate Einarbeiten, aber das hat keinen Sinn.“ Die ersten Tage, sie liefen gut.

Gastronomie als Gute-Laune-Tauschgeschäft

Die Aufgabe Swetlana Fesenkos ist die Gästebetreuung, Tische eindecken und Frühstück vorbereiten im Frühdienst zwischen 6 und 8 Uhr. „Das ist die wichtigste Mahlzeit des Gastes“, sagt Wenzel. „Wenn es da nicht passt, ist der Tag für den Gast schon verloren.“ Das Schöne an dem Beruf, sei die Kreativität. „Du hast ständig auch mit Leuten zu tun, die gut gelaunt sind. Gäste kommen mit guter Laune in das Restaurant“, so sagt es Swetlana Fesenko. „Gastronomie ist einfach nur ein Tausch, du tauschst die gute Laune.“

Von Marion von Imhoff

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