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Syrische Familie in Bad Belzig kann aufatmen

Familiennachzug erfolgt Syrische Familie in Bad Belzig kann aufatmen

Zehn Tage lang harrte der Syrer Jalal al Mukdad vor dem Auswärtigen Amt in Berlin aus. Sein Anliegen: er wollte nach mehr als einem Jahr endlich seine Familie in die Arme schließen, doch die Behörden erschwerten die Zusammenführung. Nun sind seine Frau und die gemeinsamen Kinder in Bad Belzig angekommen.

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Fatima Alsaaede,Jalal al Mukdad und ihre Kinder sind wieder zusammen.

Quelle: Daniela Singhal

Bad Belzig. Der aus Syrien geflüchtete Jalal al Mukdad kann aufatmen: Nach über einem Jahr kann der Familienvater, der in Bad Belzig ein neues Zuhause gefunden hat, seine Frau und die drei gemeinsamen Kinder wieder in die Arme schließen. Der Syrer hatte zuletzt mit einer Mahnwache vor dem Auswärtigen Amt in Berlin Aufsehen erregt. Mit dieser Aktion wollte er auf seine Lage hinweisen. Al Mukdad lebt seit Sommer 2015 als anerkannter Asylsuchender in Bad Belzig, doch seine Familie blieb im umkämpften Syrien. Der Familiennachzug war schwierig, Bürokratische Hürden brachten die Familie an den Rand der Verzweiflung.

Immer wieder wurde der Familienvater von den deutschen Behörden vertröstet. Da es in Syrien keine deutsche Botschaft mehr gibt, müssen Syrer, die nach Deutschland wollen, einen Antrag bei der Botschaft im Libanon stellen. Aufgrund der vielen Anträge ist die Behörde überlastet. „Es gibt einen riesigen Terminstau“, sagt Dieter Halbach von der Bad Belziger Initiative „People Meet People – Respekt“. In Bad Belzig warten viele syrische Väter auf den Nachzug ihrer Familien.

Schwer, den Alltag zu meistern

In Bad Belzig fiel es dem Syrer schwer, seinen Alltag zu meistern: „Ich habe mir Tag und Nacht Sorgen um meine Frau und meine Kinder gemacht. Ich konnte mich kaum auf das Lernen der deutschen Sprache konzentrieren.“ Jetzt, da Jalal al Mukdad seine Frau Fatima und die drei kleinen Kinder endlich wieder in die Arme schließen kann, legt sich diese Anspannung. „Ich bin sehr erleichtert, dass meine Familie nun endlich bei mir und in Sicherheit ist“, sagt der 38-Jährige.

In Syrien herrscht seit 2011 Bürgerkrieg. Mehrere Millionen Menschen sind aus dem Land geflohen. Häufig nehmen die Männer die Gefahren der Flucht auf sich und versuchen später, ihre Familien auf sichereren Wegen nachzuholen. Jalal Al Mukdad war mehr als einen Monat auf der Flucht. Der Familiennachzug gestaltet sich jedoch schwierig, allein das Warten auf einen Termin in der Botschaft im Libanon müssen die Betroffenen bis zu einem Jahr warten.

Demo vor dem Auswärtigen Amt

Al Mukdads Verzweiflung war schließlich so groß, dass er vor dem Auswärtigen Amt in Berlin für den Nachzug seiner Familie demonstrierte. Seine zehntägige Mahnwache inspirierte andere syrische Väter. Einige von ihnen harrten drei Wochen vor dem Berliner Amt aus.

Nun ist die Familie vereint. Die 31 Jahre alte Fatima Alsaaede erhielt den lang ersehnten Termin bei der deutschen Botschaft in Beirut, dort wurde ihr und den Kindern das Visum für die Reise nach Deutschland ausgestellt. . Das Wiedersehen mit ihrem Mann war voller Freude und Tränen der Erleichterung. „Ich bin so froh, dass wir endlich hier sein können und nicht mehr im Krieg leben müssen“, sagt sie.

Nun heißt es erst mal Ankommen. Noch lebt die Familie zu fünft in einer Zweizimmerwohnung im Klinkengrund. Sie träumt von einer größeren Wohnung, vielleicht sogar mit Garten.

Von Daniela Singhal

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