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Tanz im alten E-Werk

Beelitz Tanz im alten E-Werk

Eine zweite Tanzakademie eröffnen Beata und Horacio Cifuentes am Freitag, 3. März, im früheren Elektrizitätswerk in Beelitz. Die beiden Tänzer leben seit 19 Jahren in einem Beelitzer Ortsteil und bieten seit zwei Jahren Kurse auch im Beelitzer Tiedemann-Haus an. Ihr Studio steht in Berlin, in dem sie nicht nur Tänzer, sondern auch Tanzlehrer aus aller Welt ausbilden.

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Probe für den Orientalischen Tanz im Berliner Studio von Beata und Horacio Cifuentes. Die beiden Tänzer wollen am 3. März auch in Beelitz eine Tanzakademie eröffnen.

Quelle: Privat

Beelitz. Aus der Baustelle in der früheren Turnhalle in der Beelitzer Nürnbergstraße 37 soll schon in wenigen Tagen ein Ballsaal geworden sein. Beata und Horacio Cifuentes sind zuversichtlich, am 3. März im einstigen Elektrizitätswerk der Stadt ihre Tanzakademie in Beelitz eröffnen zu können. „Wir fangen erst einmal an“, sagt Beata Cifuentes. Die beiden Tänzer betreiben bereits ein Studio in Berlin, aber „allmählich hat man es auch satt, jeden Tag hundert Kilometer bis zur Arbeit zu fahren.“ Seit 19 Jahren leben die gebürtige Berlinerin und der Kolumbianer in einem Ortsteil von Beelitz. Doch die Kurse in Berlin und vor allem die Reisen zu Produktionen in aller Welt ließen dem Paar bislang kaum Zeit, ihre Arbeit näher an den Wohnort heranzuholen.

Vor gut zwei Jahren begannen die Cifuentes’ auszuloten, ob sich auch die Beelitzer fürs Tanzen begeistern können. „Sie sind ausgesprochen tanzfreudig, und die Männer überhaupt nicht schüchtern“, stellte Beata Cifuentes sofort fest. Nach einem etwas schleppenden Start sind inzwischen sechs Kinder- und vier Erwachsenenkurse entstanden, die jeweils dienstags und freitags im Tiedemann-Haus in der Clara-Zetkin-Straße stattfinden.

Das Haus ist allerdings auch für andere Veranstaltungen sehr gefragt und nicht eben für Tanzkurse konzipiert, bedauert Cifuentes. Es fehlen große Spiegel, die obligatorischen Ballettstangen und der Fußboden ist für Tänzer gefährlich glatt. Als das Paar im Herbst erfuhr, dass die Stadt Beelitz ihr ehemaliges Elektrizitätswerk an einen Privatmann verkauft hatte, setzte es sich sofort mit ihm in Verbindung und mietete die frühere Turnhalle an.

Aufgrund des Sportbetriebes hat die Turnhalle einen sogenannten Schwingboden, der fürs Tanzen geradezu ideal ist, schwärmt Horacio Cifuentes. „Außerdem können wir jetzt unser Studio in Beelitz nach eigenen Vorstellungen dekorieren.“ Ein Bekannter aus Berlin, der sein Geschäft als Innenausstatter aufgab, schenkte den Tänzern einen Großteil seines Inventars, mit dem sie nun erst einmal ihre neue Tanzakademie einrichten können. Wo sich früher die Athleten an den Sprossenwänden verausgabten, werden die zwölf Meter lange Spiegelwand und die Ballettstangen angebracht. Im Eingangsbereich können Eltern jetzt auch einen Kaffee trinken und auf ihre Sprösslinge warten, die an den Kinderkursen teilnehmen. „Wir dürfen auch einen Teil des Gartens nutzen, in dem wir im Sommer ebenfalls ein paar Tische und Stühle aufstellen werden“, kündigt Cifuentes an.

Neben den regionalen Fachfirmen, die die Turnhalle zum Tanzsaal umbauen, hat auch der Beelitzer Michael Schoen den Cifuentes’ dabei geholfen. Dafür erhielt der Choreograph des Männerballetts im Beelitzer Carneval-Club von den Profis wertvolle Tipps für die nächsten Auftritt seiner „Ballerinen“.

Beata und Horacio Cifuentes können sich vorstellen, mittelfristig auch ihr Berliner Studio nach Beelitz zu verlegen. „Das würde die Stadt noch bekannter machen und ihr mehr Besucher bringen“, ist Beata Cifuentes überzeugt. Das Paar bildet nicht nur Tänzer, sondern auch Tanzlehrer aus, die aus aller Welt kommen. „Viele können gut tanzen, wissen aber nicht, wie sie ihre Kurse aufbauen sollen.“ Für die Tanzakademie suchen sie noch einen Hip-Hop-Lehrer, um auch dafür einen Kurs anbieten zu können. Einmal im Monat soll es einen Tanzabend mit einem speziellen Thema geben.

„Tanzen ist eine andere Art der Heilung“, sagt die ehemalige Medizinstudentin, die bald merkte, dass Chemie nicht so ihr Ding ist. „Man kann auch durch Wohlbefinden heilen. Das erreicht man unter anderem durch den Tanz, bei dem man ganz selbst sein kann, auch wenn es manchmal ein wenig verrückt aussieht, seine Gefühle frei herauszulassen.“ Erst unlängst gab ihr eine Kursteilnehmerin Recht. „Tanz ist besser als Therapie“, sagte diese.

Trainingsmeister und Co-Choreographen im Friedrichstadt-Palast

Beata und Horacio Cifuentes waren Trainingsmeister und Co-Choreographen des Balletts im Friedrichstadt-Palast für die Produktion „The Wyld“.

Demnächst fliegt das Tänzerpaar zu neuen Produktionen nach Kopenhagen (März) und nach Michigan (April).

In das einstige Elektrizitätswerk sollen außerdem eine Pension einziehen und ein paar Wohnungen eingerichtet werden.

Von Heinz Helwig

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