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Tanzgruppe „Flämurium“ beim Lutherfest

Bad Belzig/Raben Tanzgruppe „Flämurium“ beim Lutherfest

Bis vor einem Jahr hatten sie noch keinen Namen. Dann aber haben die verschiedenen Heimatorte der Tänzer die Truppe inspiriert – und herausgekommen ist „Flämurium“. Die Tanzgruppe hat sich mittelalterlichen Darbietungen verschrieben und tritt am Reformationstag beim Lutherfest auf der Burg Rabenstein auf.

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Die Tänzer von „Flämurium“ mit Trainerin Susanne Schmidt-Schrandt.

Quelle: Christiane Sommer

Bad Belzig/Raben. „Seit dem vergangenen Jahr treten wir unter dem Namen ‚Flämurium’ auf“, sagt Susanne Schmidt-Schrandt aus Bad Belzig – ihre Augen dabei nicht von den Füßen der Frauen und Männer lassend, die die Tanzgruppe mit dem ungewöhnlichen Namen mit Leben erfüllen.

Während des Lutherfestes in Raben steht nun abermals ein Auftritt der Formation bevor. Gleichzeitig feiert dort ein neuer Tanz Premiere, der den Akteuren während der Trainingsstunden einiges abverlangte. „Es ist ein französischer Tanz mit dem Namen ‚Branle de Chevaux’“, sagt Schmidt-Schrandt und klatscht in die Hände.

Ein Tanz, der das Liebesspiel der Pferde nachahmt

Immer und immer wieder werden einzelne Schrittfolgen wiederholt. Die Tänzer scharren mit den Füßen auf dem Boden, drehen sich im Kreis, hüpfen. Das rhythmische Zählen von eins bis acht gibt dem Ganzen eine Struktur. „Wie viele Wochen haben wir eigentlich noch zum proben?“, will Michael Kroll wissen. Lachend kommt es aus der Gruppe zurück: „Wochen? Es sind nur noch wenige Tage.“

Nach der Trockenübung auf dem Parkett des Garreyer Gemeindehauses werden die Schritte schließlich mit Musik probiert. Aus einem kleinen Lautsprecher geben Trommeln und Flöten eine heitere Melodie vor. Das Sprichwort „Mit Musik geht alles besser“ findet Bestätigung. „Wunderbar“, lobt Trainerin Schmidt-Schrandt. Dann findet sie Zeit, den aus dem 15. Jahrhundert stammenden Tanz zu erklären. „Das Liebesspiel der Pferde wurde mit ihm nachgeahmt“, so die Trainerin.

Auch im vergangenen Jahr ist „Flämurium“ beim Lutherfest aufgetreten – damals noch ohne Namen

Auch im vergangenen Jahr ist „Flämurium“ beim Lutherfest aufgetreten – damals noch ohne Namen.

Quelle: René Gaffron

Ob Martin Luther ihn auch mit seiner geliebten Katharina getanzt hat? Eine Antwort darauf gibt es nicht. Nur so viel: Mittelalterliche Tänze, wie sie von der Gruppe einstudiert werden, erleben derzeit eine Renaissance. „Flämurium“ bereichert beispielsweise bereits seit 2013 die jährlichen Lutherfeste, mit denen hierzulande an den großen Tag der Kirchen- und Weltgeschichte erinnert wird, der sich in diesem Jahr zum 500. Mal jährt. Zunächst war die Truppe aber noch ohne Namen unterwegs.

Gleichwohl mit Luthers Anschlag der 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg vor allem Missstände angeprangert worden sind und die Reformation eingeleitet wurde, geht es bei den Lutherfesten hauptsächlich darum, einen fröhlichen Nachmittag zu verbringen.

Jüngstes Mitglied der Tänzer erst elf Jahre alt

Neben dem Pferdetanz hat die Gruppe den „Schiarazula“, den „Hungaresca“ und weitere mittelalterliche Tänze im Programm. Die Frauen und Männer der Gruppe kommen aus Bad Belzig, Groß Briesen, Hohenwerbig, Zixdorf, Dahnsdorf, Garrey und anderen Orten des Hohen Flämings. Ihre Herkunft hat auch bei der Namensfindung inspiriert: Aus dem Begriff Sammelsurium und dem Fläming wurde am Ende „Flämurium“.

Zu den Mitstreitern der ersten Stunde gehören unter anderem die Katechetinnen Liane Berlin und Christina Zesche. „Es macht einfach Spaß“, sind sich die beiden mittelalterlich gewandeten Frauen einig. Ronja Schmidt ist mit elf Jahren die Jüngste in der Gruppe. „Ich mag die Musik“, sagt sie – und fügt an , dass die Liebe der Mama zu Musik und Tanz jener Zeit daheim bereits auf die gesamte Familie abgefärbt hat.

Lutherfest auf Burg Rabenstein

Das Lutherfest findet am Dienstag, 31. Oktober, auf der Burg Rabenstein statt.

Eröffnet wird es um 14 Uhr mit einem Gottesdienst in der Kirche in Raben.

In einer Prozession geht es um 15 Uhr zur Burg Rabenstein hinauf, wo die Besucher um 16 Uhr eine Theateraufführung mit den Rabenbrüdern erwartet.

Ab 16.30 Uhr folgen halbstündlich Mittelaltertänze mit „Flämurium“, ein mittelalterliches Flötenkonzert, Musik mit den Rabenbrüdern sowie die Aufführung des Musicals „Das Geheimnis der Kathedrale“.

Um 19 Uhr wir das Lutherfest mit einem Feuerwerk beendet.

Michael Kroll ist einer der wenigen Männer in der Gruppe. „Ich habe ‚Flämurium’ im vergangenen Jahr beim Lutherfest in Hohenwerbig zum ersten Mal gesehen“, erinnert er sich. Auf seine spontane Frage, ob weitere Mittänzer gewünscht sind, wurde er mit offenen Armen in der Gruppe aufgenommen.

„Ich mag das Einfache an der Musik, den Tänzen und überhaupt die Zeit“, verrät der Hohenwerbiger, der eigentlich als Vermittler beim Jobcenter arbeitet. Und er verrät, dass er mit Standardtänzen überhaupt nichts am Hut hat.

Von Christiane Sommer

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