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Potsdam-Mittelmark Tatort Krankenwagen
Lokales Potsdam-Mittelmark Tatort Krankenwagen
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00:29 31.05.2015
Quelle: dpa
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Bad Belzig

Beim mutmaßlich ersten Opfer scheint es sich noch eine Art Mutprobe gewesen zu sein. Daniela S. (Name geändert) ließ gerade in einem Wittenberger Geschäft ihr Brautkleid kürzen, als ihr übel wurde. Das Personal rief den Krankenwagen. Zur Besatzung gehörte „Ersthelferin Kerstin“, wie S. sich erinnerte. Sie selbst nahm Platz auf der Trage, so dass sie ihre Handtasche nicht im Blick hatte.

Dass hinter ihr mit Geld geklimpert wurde, die Rettungsassistentin sich unvermittelt nach ihrem Hund erkundigte, befremdete die nervöse Patientin nicht. Erst als sie im Krankenhaus die 2012 noch übliche 10 Euro Gebühr bezahlen wollte, bemerkte sie den Verlust von 50 Euro und fand die Erklärung für das Gespräch über ihren Hund – dessen Bild steckte im Portemonnaie.

Einen Teil des erbeuteten Geldes soll die Angeklagte in einem Bekleidungsgeschäft in Bad Belzig umgesetzt haben. Wenn die Vorwürfe stimmen, dann war dies keine besonders gute Idee. So war R. zwar nicht beim Namen, dafür vom Sehen und als recht treue, etwas eigenwillige Kundin bekannt, berichten die Mitarbeiterinnen der mittlerweile geschlossenen Filiale. Sie habe Kleidung gekauft, ohne diese vorher anzuprobieren. „Bei einem T-Shirt kann man das ja mal machen. Aber bei einem Kleid? Das muss sitzen.“ Aus welchen Gründen auch immer: R. kaufte ihre Klamotten blindlings.

Diese Gewohnheit habe sie später abgelegt, als sie nach Bad Belzig zum Einkaufen fuhr. Doch dort blieb sie den Beschäftigten über die Jahre ebenfalls in Erinnerung. Schlanker sei sie geworden und ihr Haar dunkler, waren sich die drei jüngst vor Gericht vernommenen Zeuginnen einig, hegten aber keine Zweifel an deren Identität.

Eine Begebenheit hatte sich im Mai 2013 zugetragen. Gegen Mittag betrat sie das Modehaus und kaufte für 250 Euro ein. Eine Summe, die den Verkäuferinnen schon mal eine Bemerkung untereinander wert ist. Die, von der sie bedient wurde, meinte gar, sich an die Marke der Klamotten zu erinnern. R. soll an der Kasse erst einmal gebeten haben, per Taschenrechner die Gesamtsumme zu ermitteln, bevor die dann mit der EC-Karte einer Rentnerin aus Zahna zahlte, um gleich danach, wieder mit fremden Geld, ein Portmonee zu erwerben.

Ein paar Tage darauf klingelte das Telefon in dem Geschäft in der Kur- und Kreisstadt. Ein Mann sagte, seine Mutter sei in eine Klinik gebracht worden, ihre EC-Karte verschwunden und auf den Konto-Auszügen fänden sich Abbuchungen des Bad Belziger Modehauses. Anhand der Daten war die Käuferin schnell ausgemacht: Kerstin R. Beim Stichwort Krankenwagen fiel einer Verkäuferin ein, dass R. ihr erzählt hatte, sie arbeite als Rettungsassistentin. Als der Sohn des mutmaßlichen Opfers sich wieder in dem Laden meldete, war der Verdacht nahe liegend. „Dann hat sich das alles zusammengesetzt“, meinte die Modehaus-Angestellte jetzt in der Verhandlung.

So sieht das auch die Staatsanwaltschaft, die mit ihrer Berufung ein höheres Strafmaß als die vom Amtsgericht in Lutherstadt Wittenberg verhängten dreieinhalbjährige Haftstrafe erreichen will. Kerstin R. schweigt allerdings und hofft auf einen Freispruch. Das Verfahren wird noch in dieser Woche fortgesetzt.

Von Thomas Steinberg

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