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Potsdam-Mittelmark Tauziehen um Wähler von CDU und FDP
Lokales Potsdam-Mittelmark Tauziehen um Wähler von CDU und FDP
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17:59 25.09.2017
Noch am Wahlabend sagte CDU-Kandidat Eric Gallasch (l.) dem Amtsinhaber Thomas Schmidt seine Unterstützung für die Stichwahl zu. Quelle: Linus Höller
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Teltow

Die erste Runde der Teltower Bürgermeisterwahl hat noch keinen klaren Gewinner hervorgebracht. Amtsinhaber Thomas Schmidt (SPD) konnte mit einem Stimmenanteil von 47,1 Prozent zwar einen deutlichen Vorsprung vor seinen Mitbewerbern erreichen, muss sich aber nun am 15. Oktober einer Stichwahl gegen Andreas Wolf (BfB/Freie Wähler) stellen. Wolf war mit 23,2 Prozent Stimmenanteil auf den zweiten Platz gekommen.

Andreas Wolf geht bei der Stichwahl für „Bürger für Bürger“/Freie Wähler ins Rennen. Quelle: Privat

„Das ist ein außergewöhnliches Ergebnis für mich“, sagte Wolf am Tag nach dem Wahlsonntag zur MAZ. Dass er dabei nur auf dem zweiten Platz gelandet sei, sei „realistisch“. Die Initiative „Bürger für Bürger“, für die er ins Rennen ging, sei eben keine durchfinanzierte Partei. „Wir haben den Wahlkampf ehrenamtlich und mit viel Engagement organisiert“, so Wolf.

Der 56-jährige Wissenschaftler und Unternehmensgründer will jetzt mit den unterlegenen CDU- und FDP-Kandidaten Eric Gallasch und Hans-Peter Goetz „ins Gespräch kommen“, um Gemeinsamkeiten auszuloten. „Ich gehe davon aus, dass die beiden Kandidaten zur Bürgermeisterwahl angetreten sind, um in der Stadt etwas zu verändern. Und auf dieser Basis kann ich mir eine Verständigung vorstellen.“

Gallasch hatte 17,5 Prozent der Stimmen erhalten, Goetz kam auf 12,2 Prozent. Für Wolf wird es darauf ankommen, diese Wähler für sich zu gewinnen, um den Vorsprung von Schmidt aufzuholen. Derzeit sieht es aber noch nicht danach aus. So hatte der CDU-Kandidat noch am Wahlabend für die Stichwahl eine klare Empfehlung für Thomas Schmidt abgegeben, die auch so mit der Partei abgesprochen sei, wie er versicherte: „Ich möchte, dass Teltow in guten Händen bleibt.“ Mehrere CDU-Mitglieder haben inzwischen ebenfalls schon angekündigt, im Stichwahlkampf „heftig für Schmidt“ eintreten zu wollen, „weil Wolf wirklich keine Option“ sei.

Amtsinhaber Schmidt selbst räumt einen Tag nach der Wahl ein, dass es durchaus ein Dämpfer sei, am Ende mit 47,1 Prozent in die Stichwahl zu gehen, wenn man im Laufe des Abends schon einmal über 50 Prozent lag. „Aber es ist schon ein gutes Ergebnis“, so Schmidt, „Ich freue mich darüber. Es ist ein klares Statement für das Hafenprojekt und generell eine Befürwortung der bisherigen Politik.“ Bei vier Kandidaten sei es völlig legitim, in die Stichwahl zu müssen: „100 Prozent sind da halt nicht zu erreichen.“

Viele Gäste verfolgten am Sonntag im Stubenrauchsaal die Ergebnisse der ersten Runde der Teltower Bürgermeisterwahl. Quelle: Linus Höller

Unter dem Strich blieben ihm jetzt drei Wochen Zeit, um die Bürgernähe aufrecht zu erhalten, sagt der SPD-Politiker. Um möglichst viele Wähler am 15. Oktober an die Wahlurnen zu bringen, möchte er die Bevölkerung „emotionalisieren“ und ihr klarmachen, „dass es um eine wichtige Entscheidung für die nächsten acht Jahre geht“. Schmidt will nach eigenen Worten „mit den Teltowern noch mal ins Gespräch kommen, noch kommunikativer werden, Dinge in der Öffentlichkeit besser erklären, über laufende Projekte der Stadt besser informieren“ – eben die Transparenz erhöhen. „Dass man über Projekte auch angreifbar wird, liegt in der Natur der Sache. Projekte, die im Übrigen immer mit Mehrheiten in der Stadtverordnetenversammlung beschlossen werden – damit muss sich auch der Gegenkandidat noch anfreunden, dass ein Bürgermeisteramt keine Alleinherrschaft ist“, richtet sich Schmidt kritisch direkt an seinen Gegenkandidaten Andreas Wolf.

Wolf selbst ärgert sich über das Image des reinen „Protestlers“, das ihm die anderen Parteien anhängen wollen. „Mein politisches Engagement ist entstanden, als wir uns in einer Bürgerinitiative für die Rechte der Altanschließer eingesetzt haben. Und das war kein bloßer Protest, sondern wir haben auch konkrete Lösungen erreicht.“ In diesem Sinne will sich Wolf auch beim Streit um Straßenausbaubeiträge auf die Seite der Bürger schlagen. „Bei allen Themen ist unser Fokus auf die Stärkung der Bürgerinteressen gerichtet.“ In dieses Muster passe auch die Bürgerbefragung zum Bau des Hafens oder sein Einsatz für bezahlbare Mieten in Teltow, so Wolf.

Es gilt am 15. Oktober

Die Stichwahl für das Teltower Bürgermeisteramt findet am Sonntag, dem 15. Oktober, statt. Zur Wahl stehen Amtsinhaber Thomas Schmidt (SPD) und Andreas Wolf (BfB/Freie Wähler). Schmidt hatte im ersten Wahlgang 47,1 Prozent der Stimmen erhalten, Wolf erreichte 23, 2 Prozent.

Die Stichwahl ist notwendig, weil keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang mehr als 50 Prozent Stimmenanteil erricht hat.

Sein stärkstes Resultat hatte Thomas Schmidt mit 57,5 Prozent im Wahllokal der Grundschule „Anne Frank“ erhalten, am schwächsten schnitt er mit 38,1 Prozent im Ortsteil Ruhlsdorf ab.

In Wahllokal der eheamligen Bruno-H. Bürgel-Oberschule erreichte Andreas Wolf mit 31,1 Prozent sein bestes Ergebnis, das schlechteste wurde mit 14,8 Prozent im Wahllokal Kita Sonnenblume registriert.

Den exklusiven Anspruch auf Bürgernähe will der 56-jährige Amtsinhaber und SPD-Kandidat Thomas Schmidt seinem Kontrahenten aber nicht abnehmen. Zum einen habe mit ihm so gut wie kein Wahlkampf stattgefunden, weil Wolf nur zu zwei Veranstaltungen gekommen sei, zu denen Dritte eingeladen hätten. „Da war keine Auseinandersetzung, kein Wahlkampf möglich.“ Zum anderen würde der BfB-Kandidat kein anderes Thema außer der Marina bedienen. „Aber wenn jemand so polarisiert, muss man auch damit rechnen, dass er weit kommt“, räumt Schmidt ein. „Und wenn ein Stadtverordneter sich nie zeigt, ist sein Interesse an dem kommunalen Geschehen zumindest in Frage zu stellen“, kritisiert er seinen Kontrahenten scharf. Er selbst mache seit 1990 Politik für die Stadt, so Schmidt weiter. „Seit damals komme ich an den Nerv der Menschen. Ich vertrete die Interessen der Teltower – was nicht heißt, alle Wünsche zu erfüllen. Aber ich glaube, das ist bisher gut gelungen und das werden die Menschen bei der Stichwahl auch honorieren.“

Von Jürgen Stich und Konstanze Kobel-Höller

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