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Drei "Diana"-Sessel für Danny

Teltower tauschen gemeinsam Kino-Anekdoten aus Drei "Diana"-Sessel für Danny

Ein großer dunkler Saal voll mit verstaubten blau-samtigen Sesseln, eine von Spinnweben bedeckte Bühne und modriger Geruch. Aber so wie am Sonnabend ist es im Diana-Kino in Teltow nicht immer gewesen. Am Wochenende haben die Teltower ihre persönlichen Kino-Erlebnisse ausgetauscht und alte Sessel als Erinnerung abgebaut.

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Einsatz im alten „Diana“-Lichtspielhaus: Danny montiert sich gleich drei der Teltower Kinosessel als Erinnerungsstücke ab.

Quelle: Christel Köster

Teltow. Menschen aus Teltow und Umgebung schwelgten gemeinsam in Erinnerungen, als sie das alte Diana-Kino in der Potsdamer Straße verabschiedeten.

"Manchmal hatte man den Saal und die Leinwand ganz für sich. Das hat sich angefühlt wie im Wohnzimmer. Man schaute sich einen Film an, aß nebenan noch das beste Eis Teltows und spazierte dann gemütlich nach Hause", erinnerte sich der Stadtverordnete Ronny Bereczki (CDU). Als bekennender Star-Wars-Fan verdankt er dem alten Kino einen für ihn sehr emotionalen Moment, als er 1997 dort erstmals die Star-Wars-Trilogie schaute.

In einem stimmigen Ambiente, geprägt durch gute Musik von "Dirk & Friends", Freibier und Snacks, wurden Geschichten jeder Art ausgetauscht. Erstaunlich, wie sehr die Erinnerung an das "Diana" die Generationen miteinander verband. Für manche war es ein Ort, den sie nie vergessen werden: der erste Kinobesuch mit Mama, der erste Kuss, vielleicht der Entschluss, aus Kinoträumen Wirklichkeit werden zu lassen. Es verbirgt sich vieles hinter dem in den 30er Jahren errichteten Kino.

Am Samstag gab es für Einige noch ein letztes Abschiedsgeschenk, denn wer wollte, konnte sich einen Kinosessel gegen eine kleine Spende abmontieren. Das ließ sich der 37-jährige Danny, der ohne Nachnamen für die Zeitung bleiben wollte, nicht zweimal sagen und montierte gleich drei Sessel ab. "Um die Wendezeit war ich oft hier. Habe zum Beispiel "Dirty Dancing" mit meiner Mutter geschaut oder mit Freunden Zeit verbracht. Das "Diana" w ar damals das vielleicht wichtigste Kino für mich." Nun kann er sich mit den kuschligen Sesseln stets an diese Zeit erinnern und tut gleichzeitig auch einer Teltower Kita einen Gefallen, der die Einnahmen gespendet werden. Ein Besucher zeigte besonderes Interesse an den Sesseln und reservierte gleich zwanzig Stück.

Geschäftsführer der Berliner Operis-Gruppe André Franell verliebte sich nicht nur in die Immobilie, sondern auch in die Stadt. Für das alte Lichtspieltheater hat er große Pläne. Wie berichtet, soll nach der Sanierung das Gebäude als Hotel mit angeschlossenem Restaurant betrieben werden. Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD), der selbst einige Male Gast im "Diana" war, freut sich über die Zukunft der alten Mauern. "Die Lage ist perfekt und die Besitzer haben vor, vieles zu bewahren". Ab Herbst nächsten Jahres kann man dann dort gemütlich Kaffee trinken, ein Frühstück genießen und von vergangenen Zeiten träumen. Und hin und wieder wahrscheinlich auch noch einmal einen Film im Restaurant anschauen.

Von Eleonora Renn

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