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Teltow integriert Flüchtlinge nach Konzept

Wohnungen und Jobs gefragt Teltow integriert Flüchtlinge nach Konzept

Für die Eingliederung von Flüchtlingen in das alltägliche Stadtleben hat Teltow ein Integrationskonzept erarbeitet. Es berücksichtigt alle Asylbewerber, unabhängig ihres Aufenthaltsstatus. Besonders problematisch sei die Suche nach Wohnungen und Jobs, wird im Konzept festgestellt. An Letzterem arbeitet Teltow bereits mit der Agentur für Arbeit.

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Nicht nur bei Festen, auch im täglichen Leben will die Stadt Teltow die Flüchtlinge in die Gemeinschaft aufnehmen.
 

Quelle: Archiv/Julian Stähle

Teltow.  Für die Eingliederung von Flüchtlingen aus den Übergangswohnheimen in das alltägliche Stadtleben hat die Teltower Verwaltung vor kurzem ein Konzept erarbeitet. Dabei sollen alle Einwanderer unabhängig ihres konkreten Aufenthaltsstatus berücksichtigt werden, heißt es. Die Asylsuchenden sollen in Vereinen und Verbänden mitarbeiten, sich gegebenenfalls in politischen Gremien engagieren und Beschäftigungs- sowie Konsumangebote in Anspruch nehmen können. Das Konzept ist kein abgeschlossener Leitfaden, sondern eine solide Grundlage für den Ausbau und die Weiterentwicklung der Integration, hatte Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) bei der Vorstellung ausdrücklich hervorgehoben.

Eine schwierigsten Aufgaben sieht die Stadtverwaltung in der Unterbringung der Flüchtlinge in Wohnungen. In der Region Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf gebe es über den bestehenden Wohnungsbestand hinaus kaum noch Spielraum, ausländische Mitbürger unterzubringen. An einer dezentralen Unterbringung hält Teltow aber fest. Die Stadt will in den kommenden fünf Jahren vor allem im Bereich des sozialen Wohnungsbaus aktiv werden. Für eine Betreuung in den Quartieren sollen Helfer aus den Reihen des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) oder des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) gewonnen werden.

In einem „Willkommensbrief“ erhalten die Neuankömmlinge in verschiedenen Sprachen wichtige Hinweise zu Ansprechpartnern und Anlaufstellen, die für die erste Zeit des Aufenthaltes in Deutschland wichtig sind. Für Behördengänge sollen die Asylsuchenden aus einem Verzeichnis von Dolmetschern wählen können, die ihnen auf den Ämtern bei der Verständigung helfen. Unabhängig davon sollen Patenschaften von Vereinen oder Privaten weiter gefördert beziehungsweise neu gebildet werden.

In der Bildung kann Teltow schon auf Integrationserfolge verweisen. Schulpflichtige Flüchtlingskinder der unteren Klassen wurden in die Ernst-von-Stubenrauch-Grundschule aufgenommen. Da deren Kapazität jedoch erschöpft war, eröffnete Kleinmachnow an seiner Eigenherd-Grundschule eine Flüchtlingsklasse. Flüchtlingskinder im höheren Schulalter besuchen die Willkommensklassen an der Mühlendorf-Oberschule sowie am Oberstufenzentrum Teltow. Mit dem Staatlichen Schulamt in Brandenburg an der Havel ist abgesprochen, bei steigendem Bedarf weitere Klassen an anderen weiterführenden Schulen der Region einzurichten.

Besonders problematisch sei die Beschäftigung von Flüchtlingen, wird in dem Konzept festgestellt. Fehlende Anerkennung bestehender Qualifikationen, Sprachhindernisse sowie Vorrangprüfungen und teilweise auch Vorbehalte von Arbeitgebern seien Hürden, die noch überwunden werden müssten. Darum arbeitet Teltow mit der Agentur für Arbeit (AfA) zusammen, um bedarfsgerecht vermitteln und passgerecht qualifizieren zu können. Mit ersten sichtbaren Erfolgen sei in der zweiten Hälfte dieses Jahres zu rechnen, heißt es.

Teltow zählt zu den Städten mit den meisten Flüchtlingen im Kreis

Mit mehr als 600 Flüchtlingen gehört Teltow zu den Städten mit den meisten Flüchtlingen im Landkreis. In Potsdam-Mittelmark sollen derzeit etwa 2400 Asylbewerber leben.

Die Herkunftsländer der Asylbewerber sind vor allem Syrien, Irak, Iran, Eritrea und Afghanistan.

Der Frauenanteil liegt bei 26 Prozent.

Jünger als 34 Jahre sind etwa 70 Prozent der Asylbewerber.

Unter 18 Jahren sind in den Teltower Übergangseinrichtungen 144 Flüchtlinge.

Bei der Integration der Flüchtlinge sollen deren schicksalhaften Erlebnisse vor und während der Flucht, deren angespannte Situation in ihrer aktuellen Lage sowie deren konkrete Bedürfnisse und kulturellen Unterschiede berücksichtigt werden.

Eigens für die Flüchtlingshilfe hat der Landkreis einen Arbeitskreis gebildet, um auf kurzen Wegen auf den aktuellen Bedarf reagieren zu können..

 

Von Heinz Helwig

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