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Teltow macht Tempo in der Schulpolitik

Zwei neue Grundschulen in den kommenden Jahren Teltow macht Tempo in der Schulpolitik

Teltow wächst rasant. Die Bevölkerungszahl wird bis zum Jahr 2030 nach einer aktuellen Studie um 4000 bis 6000 zunehmen. Insbesondere die Zahl der schulpflichtigen Kinder wächst. Darauf will die Stadt jetzt reagieren. Zwei neue Grundschulstandorte soll es in den kommenden Jahren geben.

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Die Grundschule „Am Röthepfuhl“ liegt im Ortsteil Ruhlsdorf.

Quelle: Stich

Teltow. Die Stadt erhöht das Tempo bei der Schaffung von neuen Grundschulplätzen. Dafür stehen in den kommenden Tagen und Wochen wichtige Beschlüsse in den Ausschüssen und in der Stadtverordnetenversammlung an. Zum einen geht es um die „Fortschreibung der Grundschulbedarfsplanung“, zum anderen um einen Grundsatzbeschluss zur ehemaligen Bruno-H.-Bürgel-Schule, die derzeit noch vom Diakonissenhaus als Fachschule genutzt wird.

„Es geht jetzt um die konsequente Weiterentwicklung der sozialen Infrastruktur der Stadt“, sagt Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD), dessen Verwaltung die Beschlüsse vorbereitet hat. „Teltow ist die am schnellsten wachsende Mittelstadt Deutschlands“, so Schmidt, „und deshalb ist die vorausschauende Planung bei Kitas und Schulen ein zentraler Punkt für die Entwicklung der Kommune.“

Konkret soll in der Bürgel-Schule in der Potsdamer Straße zum Schuljahr 2020/2021 eine zweizügige Grundschule an den Start gehen. Das Diakonissenhaus baut bereits jetzt auf dem eigenen Gelände eine neue Fachschule, so dass der Standort im Zentrum Teltows frei werden wird. Frühestens zum Schuljahr 2023/2024 soll dann auch die jetzige Mühlendorf-Oberschule Grundschüler aufnehmen können. Bis dahin dient das Gebäude in der Albert-Wiebach-Straße als Interimslösung für eine Kreis-Gesamtschule.

Bürgermeister Schmidt und die Verwaltung machen Druck, weil die Bürgel-Schule zur Unterbringung der Grundschüler erst noch fit gemacht werden muss. „Der Grundsatzbeschluss ist wichtig, weil wir die entstehenden Kosten dann noch in die Haushaltsplanung für 2018 aufnehmen können“, so Schmidt. Bis zur endgültigen Beschlussfassung am 18. Oktober will Schmidt auch alle Schulkonferenzen über die aktuellen Planungen ins Bild setzen.

Drei kommunale Grundschulen

Die Grundschule „Am Röthepfuhl“ im Teltower Ortsteil Ruhlsdorf besuchen derzeit 166 Schüler. Im vergangenen Schuljahr wurden 27 Kinder eingeschult, es gibt acht Klassenräume. Die Schule wird überwiegend von Schülern aus Ruhlsdorf und dem südlichen Stadtgebiet besucht. Das imposante Schulgebäude aus dem Jahr 1908 steht heute unter Denkmalschutz. Die Grundschule „Am Röthepfuhl“ wird als offene Ganztagsschule geführt.

Die Ernst-von-Stubenrauch-Grundschule im westlichen Stadtgebiet besuchen derzeit 386 Schüler. Im vergangenen Schuljahr wurden 86 Kinder eingeschult, es gibt 22 Klassenräume. Die Grundschule entstand Ende der 1960er Jahre. Im Umfeld sind viele neue Wohngebiete entstanden. Die durchschnittliche Klassengröße liegt derzeit bei 22 Schülern. Es findet auch inklusiver Unterricht für Kinder mit Lernbehinderungen statt.

Die Anne-Frank-Grundschule im östlichen Stadtgebiet besuchen derzeit 596 Schüler. Im vergangenen Schuljahr wurden 96 Kinder eingeschult, es gibt 28 Klassenräume. Das Schulgebäude wurde 1937 errichtet und später erweitert. 2009 kam ein Anbau dazu. Im Rahmen des Projekts „Schulexpress“ wird der Autoverkehr rund um die Schule stark reduziert, weil die Kinder ermutigt werden, zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu kommen.

Hintergrund der Pläne ist eine aktuelle Studie des Büros „Complan Kommunalberatung“, die von der Stadt in Auftrag gegeben worden war. Die Empfehlungen sind eindeutig: Die drei bestehenden, kommunalen Grundschulen – „Anne Frank“, „Ernst von Stubenrauch“ und „Am Röthepfuhl“ – sollten unbedingt beibehalten werden. Spätestens ab dem Schuljahr 2021/2022 muss ein zweizügiger Schulbetrieb zusätzlich angeboten werden. Diese Forderung wäre mit Eröffnung in der Bürgerl-Schule erfüllt. Ab 2025, so die Studie, sind dann weitere Kapazitäten notwendig – die Mühlendorf-Oberschule käme ins Spiel.

Die Einschätzung der Experten basiert auf korrigierten Zahlen zum Bevölkerungswachstum in Teltow. Bis zum Jahr 2030 werden danach rund 31 000 Menschen in der Stadt leben. Das ist ein Zuwachs von 4000 bis 6000 Einwohner. Weil viele junge Familien zuziehen, nimmt insbesondere die Zahl schulpflichtiger Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren zu. Die Studie rechnet dabei mit einem Zuwachs von 150 bis 230 Kindern.

Die Zunahme an Grundschulkindern wird nicht ohne Auswirkung auf die weiterführenden Schulen in der Region sein, so die Experten. Ab 2025 werden auch diese Einrichtungen mit mehr Schülern rechnen müssen. „Es empfiehlt sich eine regelmäßige Überprüfung und Fortschreibung der Bedarfszahlen, um frühzeitig auf diese Nachfrage reagieren zu können“, heißt es in der Studie. Außerdem sollte sich die Stadt auch darauf vorbereiten, dass in ferner Zukunft Schulgebäude nicht mehr benötigt werden, wenn sich der Zuzug verlangsame. Über eine sinnvolle Nachnutzung der Häuser sollte deshalb schon jetzt nachgedacht werden.

Von Jürgen Stich

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