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Teltow machte seinen Besuchern den Hof

Teltow Teltow machte seinen Besuchern den Hof

Beim Tag der offenen Höfe in Teltow haben am 28. August trotz großer Hitze zahlreiche Besucher die Einladungen der Grundstücksbesitzer angenommen und schauten hinter Mauern und Zäune. Insgesamt 25 Gastgeber öffneten zu Plausch, Imbiss oder garnierten den Sommernachmittag mit einer künstlerischen Zugabe.

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Musik auf dem Hof vom Mattausch-Atelierhaus von Künstlerin Frauke Schmidt-Theilig.

Quelle: M. Steger

Teltow. Sonntagvormittag schien es als könne Teltow die für 12 Uhr angesetzte Eröffnung des Tages der offenen Höfe nicht abwarten. Geschäftigkeit und Vorfreude wohl auch, weil Petrus einen Sommertag vom Allerfeinsten für die feierlaunige Stadt angeordnet hatte. Durchreisende Autofahrer kennen oft nur die modernen Industrie- und Zweckbauten entlang der Potsdamer Straße. Sie ahnen nicht, dass hinter der nächsten Ecke eine idyllische märkische Altstadt mit Kirche, Rathaus und historischen Gebäuden auf ihre Entdeckung wartet.

Neugierigen bietet sich mit dem Tag der offenen Höfe Gelegenheit, in das Privateste der gastfreundlichen Teltower vorzudringen. 25 Höfe und Gärten konnten die Gäste besuchen und der Flyer mit Karte und Programmplan belegte, dass sich die Veranstalter schon einige Routine und Gelassenheit erarbeitet hatten. Dabei war es nicht leicht, bei den diversen kulturellen und kulinarischen Angeboten den Überblick zu behalten. Das fing schon mit der Eröffnung auf dem Marktplatz an, als sich Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD), Manuela Paletta vom Organisationsteam und ein gut aufgelegter „Alter Fritz“ das Mikro wie einen Staffelstab weiterreichten. Der royale Landesvater, in mehrschichtiger Paradeuniform und Perücke unterm Dreispitz, war dabei ein Vorbild an Hitzebeständigkeit und Durchhaltevermögen. Nach seiner Rede ließ er es sich nicht nehmen, noch die einzelnen Höfe zu besuchen. Sein Gewaltmarsch motivierte etliche Landeskinder dann in regelrechten Marschkolonnen durch die Altstadt zu ziehen.

Auf dem Marktplatz machten „Ulrike & DieBe“ Musik für die Flaneure durch die Altstadt

Auf dem Marktplatz machten „Ulrike & DieBe“ Musik für die Flaneure durch die Altstadt.

Quelle: Martin Steger

Zu sehen, zu hören und zu riechen gab es im Überfluss. Neben dem Klassiker Bratwurst lockte zum Beispiel auf einem der Höfe eine ganze Armada von Käsekuchen in den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen – die Neuendorff-Bäcker waren mit von der Partie und nahmen sich selbst zum Backen mit Kindern Zeit. Während die Männer meist die einzelnen Biersorten testeten, feuchteten die Frauen mit Köstlichkeiten wie Rhabarberschorle ihre Kehlen an. Dazu spielten Blaskapellen sowie Jazz- und Countrybands auf.

Im Heimatmuseum dagegen überraschte Claudius von Wrochem auf dem Violinchello mit Suiten von Bach. Lesungen wechselten mit Bilderschauen unter lauschigen Baumkronen. Auf einem der Höfe demonstrierte der findige Dachdeckermeister Detlef Brüggemann seine revolutionäre Technologie der Altstadt-Balkonsanierung bei der 2/3 des normalerweise verbauten Materialgewichts eingespart werden. Die Imkerin Brigitte Dreher aus Ziesar verkaufte nicht nur die Produkte der „Hofimkerei Boecke“, sondern berichtete auch von ihren Kita- und Hortprojekten und ihren Kursen für den Imkernachwuchs. „Die kleinen Mädchen“, erzählte sie, „wollen anfangs oft selber Bienenkönigin werden, schwenken aber, nachdem sie drei Tage lang Bienen, Königinnen und das Imkerhandwerk kennengelernt haben, auf den Berufswunsch Imkerin um.“ Dreher schwärmt von Teltow: „Es gibt hier richtig tolle Höfe, mit Teichen und Künstlern, die ausstellen. Es ist eine schöne Gemeinschaft“.

Auch auf dem Hof von Kurt Haseloff (Mitte) trafen sich etliche Besucher zum Schwatz und die alten Maschinen waren beliebtes Fotomotiv

Auch auf dem Hof von Kurt Haseloff (Mitte) trafen sich etliche Besucher zum Schwatz und die alten Maschinen waren beliebtes Fotomotiv.

Quelle: Martin Steger

Mit dieser Begeisterung stand sie offenkundig nicht allein da. Wohin man auch hörte, blieb Lob nicht aus. Die Therapeutin Anja Thiede aus Berlin-Wilmersdorf befand: „Das ist alles sehr liebevoll gemacht“, und ihre Freundin, die Fahrlehrerin Waltraud Grüneberg aus Ludwigsfelde, ergänzte: „Die Leute sind hier so ausgeglichen. Man hat hier kein Stressgefühl. Besser kann es nicht sein.“ Keiner widersprach ihr. Zu Recht.

Von Lothar Krone

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