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Marina Teltow soll weitergebaut werden

Sachverständiger empfiehlt Marina Teltow soll weitergebaut werden

Die Stadt Teltow sollte ihren Hafenbau von einem externen Projektsteuerer weiterführen lassen. Dies empfiehlt der unabhängige Sachverständige Dietmar Städter vom Büro DAS Projektplanung – Projektsteuerung aus Frankfurt an der Oder. Städter hatte sich drei Wochen lang mit den Kosten und dem Projektmanagement des Marina-Vorhabens auseinandergesetzt.

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Teltow soll seinen Stadthafen bekommen. Das empfiehlt ein Sachverständiger. Doch ein professioneller Projektsteuerer soll das Vorhaben in sicheres Fahrwasser bringen.

Quelle: Stadt Teltow

Teltow. Die Stadt Teltow sollte ihren Hafenbau von einem externen Projektsteuerer weiterführen lassen. Das könne ein Ingenieurbüro oder auch eine einzelne Person sein. Dies empfiehlt der unabhängige Sachverständige Dietmar Städter vom Büro DAS Projektplanung – Projektsteuerung aus Frankfurt an der Oder. Auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung hatte die Stadtverwaltung einen externen Gutachter beauftragt, die Kostenentwicklung beim Bau der Marina Teltow zu überprüfen und die Ursachen für die Kostenexplosion herauszufinden. „Wir haben uns für dieses Büro entschieden, weil wir mit ihm in der Region gute Erfahrungen bei der Sanierung des Freibades Kiebitzberge in Kleinmachnow gesammelt haben“, sagte Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) in der Sitzung des Hafenausschusses am Dienstag. Städter hatte sich drei Wochen lang mit den Kosten und dem Projektmanagement des Marina-Vorhabens auseinandergesetzt.

Zwingend notwendig sei, die gesamte Projektsteuerung in eine Hand zu legen, mahnte der Sachverständige in der Sitzung an. Bislang seien zu viele Planer am Verfahren beteiligt gewesen. Die Stadtverwaltung hatte eine technische sowie eine planerische Projektsteuerung eingesetzt. Diese Zweigleisigkeit habe sich nicht als sinnvoll erwiesen, zumal ein Mitarbeiter, der mit technischen Aufgaben betraut gewesen war, die Stadtverwaltung verlassen habe, wodurch ein Wissenverlust entstanden sei. Ob und welcher Schaden der Stadt durch das bisherige Management entstanden sei, habe er in den drei Wochen nicht herausfinden können, sagte Städter. Dazu hätte man noch tiefer in die Details eindringen müssen.

Einen Abschluss der Bodensanierung und Ausstieg aus dem Projekt hatte die Stadt mit Kosten in Höhe von mehr als 10 Millionen Euro kalkuliert. Städter dagegen kommt nach verschiedenen Kalkulationen auf mehr als 11 Millionen Euro, einem Mehraufwand von knapp einer Million Euro. Bei einer Fertigstellung der Marina kämen für den Experten zu den von der Stadt genannten 14 beziehungsweise 15 Millionen Euro noch einmal knapp 668 000 Euro dazu.

Ob die geforderte Brücke wirklich für rund eine Million Euro gebaut werden könne, wie von der Stadt kalkuliert, sei nicht sicher, sagte Städter. Das Projekt sei erst geplant, über Bodenverhältnisse und Gründungen sowie einzusetzende Technik sei noch nichts bekannt. Zudem wurden die beantragten Fördermittel für die Brücke abgelehnt.

In ihrer Sitzung am 13. Juli wollen die Teltower Stadtverordneten über den Nachtragshaushalt für dieses Jahr entscheiden, in dem auch die zusätzlichen Kosten für die Marina enthalten sind. Sollten die Abgeordneten deswegen den Entwurf komplett ablehnen, wäre das Projekt gestorben, befürchtet Bürgermeister Schmidt. FDP/LTR-Fraktionsvorsitzender Hans-Peter Goetz schlug darum in der Sitzung des Hafenausschusses vor, die entsprechenden Positionen mit einem Sperrvermerk zu versehen.

In einer gemeinsamen Sitzung Anfang September wollen Hauptausschuss und Hafenausschuss beraten, welchen weiteren Weg das Projekt nehmen soll und wie die empfohlene Projektsteuerung vorbereitet werden kann.

Altlastenbeseitigung verzögert Bauablauf um etwa vier Wochen

Das Sachverständigenbüro aus Frankfurt an der Oder verfügt nach Angaben seines Geschäftsführer Dietmar Städter über eine 25-jährige Erfahrung in der Projektplanung und -steuerung.

Die Ergebnisse der Expertise über die Kostenentwicklung sind in vier Sitzungen des unabhängigen Sachverständigen mit den Planern der Stadt ermittelt worden, die Städter als „sehr anstrengend“ bezeichnet.

Die gewählte Nassbaggerung zur Beseitigung der Altlasten im Boden sei eines der schwierigsten technologischen Verfahren überhaupt, bestätigt der Experte in seinem Bericht.

Siebbandpressen für den Bodenaushub, die von dem bündnisgrünen Stadtverordneten Eberhard Adenstedt mehrfach vorgeschlagen wurden, könnten beim Hafenbau nicht eingesetzt werden, sagt Bauleiter André Weigt. Dazu müssten die Schadstoffe im Wasser löslich sein. Bei den Altlasten auf der Baustelle handle es sich aber zu 80 Prozent um Bauschutt und Munitionsresten.

Die Entsorgung der Altlasten sei nach wie vor sehr schwierig, berichtete der technische Projektleiter Stefan Kulczak. Die Zeitverzögerung im Bauablauf betrage derzeit drei bis vier Wochen.

Gefährlicher Abfall ist nach Weigts Worten besonders schwierig zu entsorgen, weil andere Deponien gefunden werden mussten, für die auch andere Parameter gelten. In jedem Fall musste das Gefahrengut noch einmal auf die speziellen Vorgaben der jeweiligen Deponie untersucht werden.

Von Heinz Helwig

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