Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam-Mittelmark Teltow unterliegt im Hafenstreit
Lokales Potsdam-Mittelmark Teltow unterliegt im Hafenstreit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:00 12.09.2018
Blick in den Teltower Stadthafen, die Fertigstellung wird frühestens im kommenden Jahr erfolgen. Quelle: Konstanze Kobel-Höller
Teltow

Die Stadt Teltow hat im Hafen-Streit vor Gericht gegen die Hochschule Bremen verloren. „Ich finde die Entscheidung gut. Ich habe sie erwartet – aber ganz sicher kann man sich ja nie sein“, kommentiert Professorin Bärbel Koppe, Leiterin des Wasserbauinstitutes der Hochschule Bremen, die gestrige Entscheidung des Landgerichtes Bremen, die Klage der Stadt Teltow gegen Koppes Institut abzuweisen.

Die Begründung wird den Parteien in den nächsten Wochen schriftlich zugestellt, doch der Richterspruch hatte sich bereits in der mündlichen Verhandlung am 1. August abgezeichnet. Matthias Dombert, Teltows Anwalt, dazu: „Das ist nicht überraschend, auch für die Stadt nicht.“

Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) bedauert naturgemäß die Entscheidung: „Die Gründe müssen hinterfragt werden – die stehen dann im Urteil, das müssen wir uns genau anschauen.“ Es ginge nicht um die Schuldzuweisung, sondern darum, daraus zu lernen. Er warnt davor, aus der Klageabweisung automatisch zu schließen, dass nun alle Fehler bei der Verwaltung zu suchen seien.

Die Marina Teltow

Die Marina Teltow war mit 4,5 Millionen Euro Kosten kalkuliert worden. Weil es Probleme mit der Entsorgung von Altlasten im Boden sowie der Projektsteuerung gegeben hatte, stiegen die Kosten auf 15 Millionen Euro.

Der Berliner Gutachter Rainer Enßlin wurde im September 2016 von den Stadtverordneten beauftragt, die Ursachen für diese Kostensteigerung zu ermitteln.

Das
von ihm im Juni dieses Jahres den Stadtverordneten präsentierte Hafengutachten blieb jedoch unter Verschluss, um die Interessen der involvierten Dienstleister zu wahren.

Die Eröffnung des Teltower Hafens ist mit Beginn der Saison 2019 vorgesehen – allerdings mit einem Provisorium für das Hafengebäude, für das noch ein Investor gesucht wird (siehe Text).

2020 soll auch dieses Gebäude fertig sein.

Auch die 80 Meter lange Radbrücke, die über die Hafeneinfahrt führt, ist noch nicht gebaut – ihre Realisierung ist für nächstes Jahr vorgesehen.

Die Marina Teltow zählt mit 19 Dauer- und 20 Gastliegeplätzen zu den kleineren Sporthäfen. Ihr Becken hat eine Fläche von 4500 Quadratmetern und eine Wassertiefe von 2,5 Metern.

Der Stadtverordnete Andreas Wolf (Bürger für Bürger), von Anfang an ein scharfer Kritiker des Hafenprojektes und dessen Betreuung durch die erste Beigeordnete Teltows, Beate Rietz (SPD), bleibt auf der Suche: „Jetzt haben wir einen, der es nicht war – aber es muss juristisch klar festgestellt werden, wer die Verantwortung trägt. Das kann die Stadt sein, oder ein anderer Zulieferer.“

Jetzt müsse auf jeden Fall weitergeforscht und vorgegangen werden. Er hoffe nur, dass der Anwalt der Stadt sichergestellt habe, dass auch da keine Verjährungsfristen übersehen wurden: „Sonst kommt Dombert jetzt selbst in die Schusslinie.“

Für die Bremer Uni ist die Sache nun erledigt

Für Koppe ist die Sache damit zunächst einmal erledigt – zu Recht, sagt sie. „Ich sehe überhaupt nicht, dass ich nicht fehlbar sein könnte“, so die Professorin. Aber hier habe sie keine Fehler gemacht. Sie habe das Gebiet des Hafens begutachtet, der Bau wurde begonnen und dann habe es irgendeine Irritation gegeben, in deren Folge der ganze Boden saniert wurde, obwohl dies gar nicht nötig gewesen wäre.

„Der Bodenaushub war schon richtig – aber die Sanierungsmaßnahme war unnötig“, erläutert Koppe. Dass ihre Empfehlung richtig gewesen wäre, sei durch die Baumaßnahme selbst, also sozusagen durch die Realität, bestätigt worden. „Was wir prognostiziert haben, ist auch tatsächlich so gewesen“, sagt sie.

Blick auf die Marina Teltow. Quelle: Stadtverwaltung Teltow

Dennoch hätte die Stadt es gerne gesehen, wenn ihr Institut zumindest einen Anteil der Sanierung bezahlt hätte. Dabei habe Teltow zu dem Zeitpunkt, als Zweifel an der Richtigkeit des Bremer Gutachtens aufgekommen wären, sie zu keinem Zeitpunkt kontaktiert, ihr keine Möglichkeit zur Nachbesserung gegeben – das hätte aber bei Unsicherheiten sein müssen, so Koppe. „Manchmal gibt es ja Sachen, wo man Fehler macht, das kann ja passieren – aber dann sollte man sich zusammensetzen und das klären.“

Sie führt die Klageabweisung auf diese beiden Gründe zurück: Erstens darauf, dass die sachlichen Gründe nicht nachvollziehbar waren und zweitens, dass keine Nachbesserung abgefragt wurde.

Ausschreibung für den Bau des Hafengebäudes läuft

Nun warten sowohl Koppe als auch die Stadt Teltow auf die Begründung für die Entscheidung, die im Oktober erwartet wird. In der Zwischenzeit läuft die neue Ausschreibung für den Betrieb der Marina, über die Ende Januar 2019 entschieden werden soll.

Dabei laufen zwei Parallelverfahren: In einem kann man sich entweder nur für den Bau des Hafengebäudes bewerben oder für den Hafenbetrieb mit einem Pachtvertrag für den maritimen Betrieb, im anderen können Interessenten ein Angebot für alles zusammen abgeben. „Wir haben ein umfangreiches Vertragswerk erarbeitet“, erklärt Beate Rietz. Dabei sei auch die Unterstützung verschiedener externer Dienstleister in Anspruch genommen worden, um keinen Aspekt zu übersehen. Auch Hafengutachter Rainer Enßlin sei miteinbezogen gewesen.

Von Konstanze Kobel-Höller

Der alte Mühlenfließ in der Spargelstadt Beelitz wird nicht wiedererrichtet. Das hat jetzt das Landesumweltamt der Stadt mitgeteilt. Offenbar waren die Kosten zu hoch.

12.09.2018

Fallschirmjäger einer Spezialeinheit riskieren Kopf und Kragen. Sie bringen einen Diplomaten aus einer Krisenregion nach Deutschland zurück. Plötzlich fallen Schüsse in der Ortskampfanlage Lehnin. Zum Glück ist alles nur eine Übung.

12.09.2018

Für Landrat Wolfgang Blasig (SPD) ist es wie eine Kriegserklärung. Die Kommunen wollen weniger Geld an den Kreis zahlen. Dabei ist gerade ein 100 Millionen Euro teurer Verwaltungsbau geplant.

12.09.2018