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Teltow Missernte bei Teltower Rübchen
Lokales Potsdam-Mittelmark Teltow Missernte bei Teltower Rübchen
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00:22 14.09.2018
Axel Szilleweit auf seinem Rübchen-Acker – normalerweise ist der ganze Acker grün. Quelle: Konstanze Kobel-Höller
Teltow

Wer in diesem Jahr Teltower Rübchen ergattern möchte, wird wohl mit ein paar Kostproben Vorlieb nehmen müssen: Durch den staubtrockenen Sommer sind kaum Pflanzen gewachsen, der Schaden für Rübchenbauer Axel Szilleweit aus Teltow ist enorm.

Normalerweise erntet Szilleweit pro Hektar rund zwei bis drei Tonnen vermarktungsfähige Rübchen – bei sieben Hektar Anbaufläche ergibt das in guten Jahren 14 bis 21 Tonnen Ertrag. „Dieses Jahr hatten wir gar keine Chance, etwas auszusortieren“, erzählt der Landwirt. Seit April habe es nur einmal nennenswert geregnet, und das in Form eines wenig nutzbaren Platzregens, die Restfeuchtigkeit des Bodens habe dann nicht ausgereicht, um die Samen nach der Aussaat ab Ende Juli keimen zu lassen. Durch viel Zusatzbewässerung hätten es aber wenigstens dennoch ein paar Pflanzen geschafft, so Szilleweit – normalerweise brauchen Rübchen gar kein extra Wasser. Abgesehen davon ist die Bewässerung, die auch nicht auf den kompletten Flächen durchgeführt werden kann, schwierig: Die Tropfen sind zu groß, verschwemmen die Rübchensamen und der Effekt ist auch nur vorübergehend – der Boden trocknet sofort wieder aus. Erschwerend hinzu kamen in diesem Jahr auch die langen Sonnenscheintage und der Ostwind, die beide zusätzlich noch verbliebene Feuchtigkeit aus den Pflänzchen zog.

Teltower Rübchen als regionale Spezialität

Axel Szilleweit betreibt seinen insgesamt 30 Hektar großen Bioland-Betrieb in Teltow gemeinsam mit seiner Frau Beate und seinem Sohn Daniel (22), vier weiteren fixen Mitarbeitern sowie Saisonkräften.

Die Teltower Rübchen sind eine regionale Spezialität, die nur rund fünf Zentimeter lang und schlank kegelförmig sind. Ihr Geschmack wird als aromatisch, pikant beschrieben.

Jedes Jahr feiert Ruhlsdorf ein Rübchenfest, dieses Jahr am 30. September von 12 bis 18 Uhr.

„Vielleicht auf einem halben Hektar ist etwas gekeimt – wir haben ein paar Rübchen für die Feste, denen wir schon zugesagt haben, und hoffentlich noch etwas für die Grüne Woche.“ Schließlich möchte der Teltower Landwirt den Besuchern auf jeden Fall seine Rübchensuppe zum Verkosten anbieten können. Zu viel mehr wird es nicht reichen, fürchtet er, dem Großteil der Gastronomen und dem Handel habe er schon abgesagt. Der Schaden? „Unsere ganzen Wintereinnahmen – mit den Rübchen kommen wir sonst über den Winter.“

Der Schaden ist noch nicht zu beziffern

Beziffern kann Szilleweit den Schaden jedoch noch nicht: „Das ist ja noch nicht das Ende der Fahnenstange, wer weiß, was noch kommt.“ Er schätzt jedoch, dass er dieses Jahr im besten Fall 250 Kilo ernten wird – also etwas mehr als ein Prozent von dem, was sonst ein gutes Jahr bringt. Und im schlimmsten Fall? „100 Kilo werden es schon sein.“ Sollte es in den nächsten Tagen regnen und doch noch etwas keimen, würde das aber nichts mehr bringen. „Die Entwicklungszeit wäre zu kurz, die Pflanzen brauchen acht bis zehn Wochen bei durchgehend zehn bis 15 Grad Celsius. Jetzt ist es einfach vorbei.“

Bereits im Vorjahr hatte Szilleweit mit Problemen zu kämpfen: Durch den Spätfrost hatte er Einbußen bei den Sauerkirschen gehabt. „Das war schon extrem – aber nichts gegen dieses Jahr.“

Doch der Rübchenbauer bleibt trotzdem optimistisch: Er möchte auf andere Kulturen ausweichen, hofft, über den Direktvertrieb mit selbstproduzierten Äpfeln, Kürbissen, Grünkohl, Palmkohl, Mangold, Spinal, Rucola, Feldsalat und vor allem auch Kartoffeln punkten zu können. „Die Kartoffeln sind zwar klein, aber sie schmecken selten so gut wie in diesem Jahr, denen hat die Trockenheit gut getan.“

Von Konstanze Kobel-Höller

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