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Teltow Röthepfuhl braucht dringend Wasser
Lokales Potsdam-Mittelmark Teltow Röthepfuhl braucht dringend Wasser
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13:50 07.11.2018
Der Röthepfuhl in Ruhlsdorf sollte auch weiterhin extern mit Wasser aufgefüllt werden. Das empfiehlt der Seddiner Gewässerökologe Professor Olaf Mietz. Die Genehmigung dafür muss zum Jahreswechsel erneuert werden. Quelle: Konstanze Kobel-Höller
Ruhlsdorf

 Ein halbes Jahr lang hat sich Olaf Mietz, Chef des privat geführten Instituts für angewandte Gewässerökologie in Seddiner See, mit dem Röthepfuhl im Teltower Ortsteil Ruhlsdorf beschäftigt. Seine Aufgabe: Herauszufinden, ob es sinnvoll ist, auch weiterhin dem Teich extern Wasser zuzuführen, um den Pegel zu halten. Ende dieses Jahres läuft die entsprechende Genehmigung dafür aus und ein neuer Antrag muss durch ein geeignetes Gutachten untermauert werden.

Regenwasser reicht nicht aus

Der Röthepfuhl, der aus einem Nord- und einem Südteich sowie dazwischen aus einem Verbindungskanal gebildet wird, so dass in der Mitte eine Insel entsteht, hat keinen natürlichen Zufluss. Er wird aus dem Grundwasser gespeist. Was über die Oberfläche verdunstet oder auf einem anderen Weg verloren geht, muss von außen zugeleitet werden, wenn der Pfuhl nicht austrocknen soll. In diesem Jahr waren dies bisher rund 6500 Kubikmeter Wasser, die der Teich verloren hat und die durch das Regenwasser nicht abgedeckt werden konnten, sagt Mietz. Diese Menge wurde daher von außen nachgefüllt. Andere Quellen sprechen von annähernd 9000 Kubikmetern, die 2018 bisher zugeführt wurden.

Aufgebrachte Ruhlsdorfer versammelten sich im Juni des vorigen Jahres am Röthepfuhl und forderten vom Umweltausschuss der Stadtverordnetenversammlung Teltow, sich für den Erhalt des Teiches einzusetzen. Quelle: Konstanze Kobel-Höller

In seinen Untersuchungen hat der Gewässerökologe unter anderem festgestellt, dass zehn bis 15 Prozent des Verlustes in den Untergrund entschwinden. „Doch was ist das schon, wenn man von 6500 Kubikmetern spricht“, meint Mietz. Eine Abdichtung hält er daher für Unsinn. Eine Verlängerung der wasserrechtlichen Genehmigung befürwortet er aber, um das wertvolle Biotop zu erhalten. An nur zwei Untersuchungstagen hat er mehrere Arten von Fischen wie Hechte und Karpfen, Muscheln wie etwa die Große Teichmuschel oder die Malermuschel, Libellen und Schnecken bestimmen können, darunter auch geschützte Tiere. „Die Behörde dürfte den Antrag eigentlich schon allein deshalb nicht ablehnen“, wirft der der Experte ein. Hinsichtlich der Nährstoffe betont Mietz, dass Stickstoff nur im Minimum vorhanden sei und keine Rolle im Röthepfuhl spiele, während es die Teiche beim Gesamtphosphor schaffen würden, die Last selbstständig zu halbieren.

Komplettsanierung ist nicht nötig

Zusätzlich zum Antrag, weiterhin bis zu 20 000 Kubikmeter Wasser jährlich einleiten zu dürfen, empfiehlt er außerdem die regelmäßige Reduzierung der Makrophyten – also wie bei einem Aquarium der grünen Pflanzen – aus dem Pfuhl, die Entfernung der Fische sowie eine Sedimententnahme aus dem Kanalbereich. Als Angebot an die zahlreichen Besucher rund um den Röthepfuhl schlägt er die Aufstellung von zwei Tafeln „Leben am Teich“ sowie von Beobachtungsbänken vor. Auch die Verbrämung der Wildschweine sei wichtig, betont er. Mietz empfiehlt außerdem eine Weiterführung von Monitorings sowie den Einbau einer Wasseruhr zur Kontrolle über die Zufuhr des Wassers. Eine Komplettsanierung des Röthepfuhls sei nicht nötig, ist der Gutachter überzeugt. Er hält es aber für sinnvoll, den Wasserstand um 35 Zentimeter anzuheben.

Der Röthepfuhl ist übrigens nicht das einzige Gewässer in der Region mit Wasserproblemen: Auch in den Güterfelder Haussee in Stahnsdorf werde Wasser zugeleitet. Dieser verliere jährlich rund 20 Prozent seines Volumens, beschreibt Mietz die Situation. Beim Seddiner See werde sogar ein Viertel der vorhandenen Menge des Wassers jedes Jahr nachgefüllt.

Von Konstanze Kobel-Höller

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