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Teltow Schwerer Start für den Kulturklub
Lokales Potsdam-Mittelmark Teltow Schwerer Start für den Kulturklub
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07:08 13.08.2018
Julia Gámez Martín ist Leiterin des Kulturklubs am Landhotel „Diana" in Teltow. Quelle: Konstanze Kobel-Höller
Teltow

„Was heißt Probleme? Die Region ist halt unglaublich schwierig zu erreichen“, beantwortet Kulturklub-Teltow-Chefin Julia Gámez Martín die Frage, ob ihr Vorhaben, mehr Comedy und Entertainment in die Region zu bringen, ins Trudeln gekommen sei. Mit Kalkofe war sie im vorigen November im Saal des Landhotels „Diana“ ins Rennen gegangen, Aufmerksamkeit erhielt der Klub dann im Februar für seine erste „Sneak Show“, bei der das Publikum von Künstlern aus vier Genres überrascht wird – doch dann wurde es leiser.

Ohne Fördergeld und ohne Sponsoren keine Werbung

„Der Verein wird noch nicht subventioniert – die Bestätigung über die Gründung kam kurz nach Ablauf der Fristen – und wir haben noch keine Sponsoren. Deswegen können wir nicht viel Werbung machen“, erklärt die Sängerin und Schauspielerin. Auch seien in Teltow keine Plakate größer als in DIN A3 erlaubt und nur weit oben auf den Laternenmasten: „Wir sind bei den Einnahmen also auf den Ticketverkauf angewiesen – wenn da die Leute nicht erreicht werden, die bereit sind, etwas mehr für gute Künstler zu zahlen, wird es schwierig.“

Im Schnitt seien rund 80 Besucher nötig, damit zumindest die Gagen für Akteure und Techniker abgedeckt sind, mit 100 Zahlern seien auch Rücklagen für Werbung oder schlechter besuchte Events möglich. Doch bei diesen Zahlen handelte es sich in jüngster Zeit eher um Theorie als Praxis, eine Show musste sogar abgesagt werden, erzählt die Organisatorin. Es seien so wenige Tickets verkauft worden, dass ein Auftritt finanziell nicht tragbar gewesen wäre.

Hotel, Restaurant, Bühne – Diana. Quelle: Konstanze Kobel-Höller

Dabei hat der Klub starke Unterstützung durch Ali Erdogan, der das Landhotel seit März komplett als Pächter übernommen hat: Er sponsert nicht nur den Saal samt Ausstattung und Service, die Künstler übernachten auch auf Kosten des Hauses und er übernimmt das Catering. Das sei unbezahlbar, so Gámez Martín. Und doch knirscht es im Getriebe zwischen ihr und Erdogan, denn die Sängerin ist nicht ganz zufrieden: Absprachen würden nicht eingehalten, E-Mails nicht beantwortet, Post nicht weitergeleitet. Der Service vor den Aufführungen und in den Pausen würde nicht gut funktionieren, Besucher hätten sich über Lärm aus der offenen Küche geärgert – der störe gerade in den hinteren Reihen. Sie vermutet, dass Erdogan „sich erst sortieren muss“. Auch ist ihr Eindruck, dass zu wenige Mitarbeiter im Servicebereich tätig wären.

Erdogan erwidert gegenüber der MAZ: Für so ein relativ kleines Objekt habe man überdurchschnittlich viel Personal. „Auch ist unsere Organisation vollkommen ausreichend, da wir fünf Betriebe betreuen, haben wir auch ein Office Management.“ Man sei jedoch von den Zuarbeiten des Kulturklubs abhängig und da kämen die Informationen nicht immer früh und umfangreich genug – etwa, wie viele Besucher erwartet würden und wie der Saal zu bestuhlen sei. Beim Service brauche es zudem eine größere Vorlaufzeit.

Das Problem mit der störenden Geräuschkulisse aus der Küche sei ihm bewusst. Man bemühe sich um Besserung. Den Vorwurf, dass die Post nicht weitergeleitet werde, kann er dagegen gar nicht nachvollziehen: „Der Kulturklub hat ein Postfach, da müssen sie die Sachen auch abholen. Das ist ein internes Problem des Klubs.“ Er spielt den Ball an Gámez Martín zurück und vermutet, dass sie selbst mit ihrer Tour sehr eingebunden sein dürfte.

Erdogan hofft jedoch auf eine positive Entwicklung. „Im Moment zahlen wir noch jedes Mal drauf – und von 50 Gästen kommen vielleicht ein oder zwei vorher zum Essen ins Restaurant.“ Er habe aber noch nicht durchgerechnet, wieviel ihn das Sponsoring tatsächlich koste, denn: „Ich sehe das als kulturellen Beitrag für die Region.“ Denn Trotz der Unstimmigkeiten möchte Erdogan „auf jeden Fall in Zukunft“ mit dem Klub weiter kooperieren und auch Gámez Martín sieht im „Diana“ die optimale Bühne – zumal sie in die Technik auch schon viel persönlich investiert habe, wie sie betont. Und sie stellt klar: „Ich bin noch nicht im Ansatz soweit, dass ich sage, wir lassen es sein.“

Publikum auch in der Berliner Nachbarschaft gewinnen

Aber der Klub müsse sein Publikum auch im Süden Berlins, in Kleinmachnow und Stahnsdorf gewinnen. Eine unlängst erhaltene Spende mache es endlich möglich, entsprechende Anzeigen zu schalten. Auch Subventionen können inzwischen beantragt werden – und Sponsoren werden gesucht. Im Herbst stehen dann wieder die monatlichen Sneak Shows und Solo-Auftritte auf dem Programm.

Volles Programm bis zum Jahresende

Der Kulturklub Teltow hat mit acht Gründungsmitgliedern begonnen, im ersten Halbjahr 2018 kamen außerdem etwa 30 zahlende Mitglieder dazu. Für 490 Euro Jahresbeitrag erhalten sie eine Freikarte für eine Vorstellung ihrer Wahl.

Julia Gámez Martín (32) ist in Teltow aufgewachsen. Sie ist Sängerin, Schauspielerin, Songwriterin. Mit der Pianistin Ariane Müller tourt sie als „Suchtpotenzial“ durch Deutschland. In diesem Jahr hatte sie zudem Musicalrollen in „Cabaret“ an der Semperoper Dresden sowie in „Jesus Christ Superstar“beim Domplatz Open Air in Magdeburg.  

Sneak Shows stehen am 17. September, 15. Oktober, 19. November und 17. Dezember auf dem Programm. Weitere Auftritte: die schwäbisch-italienische Kabarettistin Patrizia Moresco (30. September), der Berliner Stand-up-Comedian Stefan Danziger (3. November), der Potsdamer Comedian und Magier Martin Sierp (26. Oktober), die Dresdener Jazzsängerin und Comedian Anna Mateur.

Mehr unter www.kulturklubteltow.de KKH

Von Konstanze Kobel-Höller

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