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Teltow Offene Baustelle für alle
Lokales Potsdam-Mittelmark Teltow Offene Baustelle für alle
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23:06 26.08.2018
In kleineren Gruppen wurden die Besucher am Samstag über die Baustelle geführt. Quelle: Bernd Gartenschläger
Teltow

„Ich erzähle Ihnen heute Sachen, die Sie in keiner Zeitung gelesen haben“, erklärte Dietmar Städter, Projektplaner der Teltower Marina am Samstag den interessierten Besuchern des „Tages der offenen Baustelle“. So schilderte er etwa die Drainageanlage unter dem Infrastrukturbereich, die dafür sorgen soll, dass jegliches Wasser von dort direkt in das Hafenbecken abgeleitet wird, wie viele Grundwasser-Messstationen es gibt oder wie vorgegangen wurde, um die Oderstraße zu stabilisieren. Er berichtete von dem fünf Meter breiten und zwei Meter hohen Bereich am Westhang, der abgesackt war, den darauffolgenden sechs zusätzlichen Baugrunduntersuchungen und wie der Bereich gesichert wurde: „Der Praxistest funktioniert. Wir stehen jetzt hier und alles hält.“

Janin Färber von der Stadtverwaltung Teltow empfing die Besucher am Eingang der Baustelle mit Kapitänsmütze und gab ihnen einen Überblick über den künftigen Hafen. Quelle: Bernd Gartenschläger

In Scharen waren annähernd 1000 Teltower und andere Besucher gekommen, um sich zu informieren, um zu fragen und einen Blick über das Hafenbecken zu werfen. Die Info-Tafeln wurden intensiv studiert, die Betreuer der Gruppen, die auf die Baustelle geführt wurden, waren laufend im Einsatz. In der Kinder-Mal-Ecke brachten kleine Besucher unentwegt maritime Motive zu Papier. Die Feuerwehr verkaufte Getränke und Bratwürste.

„Ich bin total geflasht, dass wir so viele Leute durchgeschleust haben“, begeisterte sich Jürgen Stich, Pressesprecher der Stadt. Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) ergänzt: „95 Prozent waren positiv, die restlichen fünf Prozent waren durchaus kritisch, aber konstruktiv. Zwei haben gefragt, wieso der Hafen nicht größer ist. Diese Diskussion hatten wir schon, aber jetzt ist es dafür zu spät.“ Projektplaner Städter antwortete den Besuchern auf diese Frage: „Es ist ein kleiner Hafen mit 20 Dauer- und 19 temporären Liegeplätzen. Das wurde wegen der Fördermittel so entschieden. Ob man damals richtig lag mit der Entscheidung, das kann ich heute aber nicht sagen.“ Klar sei, dass für eine wirtschaftliche Führung unbedingt die Winterplätze, am besten mit einer Halle, nötig seien, so der Planer.

Marina startet mit provisorischem Hafengebäude

Der Hafen soll 2019 mit einem provisorischen Hafengebäude starten. Der Hochbau mit Hafenmeisterei, Toiletten und Duschen im Erdgeschoss sowie Restaurant in den beiden Obergeschossen soll 2020 stehen. Der Betreiber dafür wird noch gesucht.

Die Wassertiefe des Hafenbeckens beträgt 2,50 Meter. Alles zwei Jahre muss eine Grundpegelvermessung vorgenommen werden und das vorgeschriebene Niveau danach wiederhergestellt werden.

Die geplante Radwegebrücke über die Hafeneinfahrt ist 80 Meter lang. Sie ist baugenehmigt und wird jetzt – nachdem sicher ist, wann die übrigen Bauarbeiten abgeschlossen sind – ausgeschrieben. Sie soll nächstes Jahr realisiert werden.

Die Kosten der Marina sind derzeit mit 15 Millionen Euro angegeben. Ursprünglich waren 4,5 Millionen geplant. Probleme mit der Entsorgung giftiger Altrückstände, Auftragsvergaben und der Projektsteuerung sorgten für Kostenerhöhungen.

Die Frage nach den Kosten kam bei den Besuchern ebenso auf, wie nach dem Eröffnungstermin und weshalb es noch keinen Betreiber für den Hafen gebe. Stich erklärte dazu, es liefe eine neue Ausschreibung, die bisherigen Bewerber seien aber nicht aus dem Rennen. Vielmehr ginge es um mehr Flexibilität bei der Kombination von Hafengebäude, Trockenmarina und Restaurant. „Die Betreiberfrage ist das A und O, aber 2020 steht das Gebäude. Wenn es uns nicht gebaut wird, bauen wir es zur Not selbst. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass die Stadt Teltow den Hafen und ein Winterlager selbst betreibt.“

Eine der Gruppen-Betreuerinnen äußerte dazu: „Sicherlich scheuen die Betreiber die Grundinvestitionen – man sollte ihnen von Seiten der Stadt mit den Konditionen entgegenkommen.“

Von Konstanze Kobel-Höller

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