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Teltow „Feuer und Flamme“ für das älteste Haus
Lokales Potsdam-Mittelmark Teltow „Feuer und Flamme“ für das älteste Haus
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21:02 28.10.2018
Am diesjährigen Aktionstag "Feuer und Flamme für unsere Museen" beteiligte sich auch das Heimatmuseum Teltow Quelle: Gesine Michalsky
Teltow

Mit dutzendfachem Kerzenschein und herzlicher Gastfreundschaft strahlte das Heimatmuseum Teltow am Samstag für mehrere hundert Gäste wie ein Schmuckstück. Am Aktionstag „Feuer und Flamme für unsere Museen“ erlebte man den Alltag in der Ackerbürgerstadt vor 300 Jahren. In der Altstadt gingen die elektrischen Lichter aus und dafür Laternen, Kerzen und Petroleumlampen an. Viele Familien zog es zum ältesten Haus von Teltow in den Hohen Steinweg 13.

Schmied musste Teltow verlassen

Bei selbst gekochter Kürbissuppe und dem ersten Glühwein des Jahres genossen die Gäste die stimmungsvolle Atmosphäre und warteten geduldig, das spannend wieder hergerichtete Haus und Museum zu besichtigen. „Das Heimatmuseum sucht seinesgleichen und überrascht die Besucher mit seiner einmaligen Sammlung“, ist sich Heimatvereinsvorsitzender Peter Jäckel sicher. Seit der Wende hat der Verein gesammelt, gekauft und entdeckt, was über frühere Gewerke zu finden ist. Zum Glück fand die Sammlung ein Zuhause im Haus an der Ecke Hoher Steinweg/Alte Potsdamer Straße. Der Standort beherbergte bis zum Stadtbrand 1711 eine Schmiede mit Wohnhaus, Stallungen, Remise und Werkstatt. Davon steht nur noch das Wohnhaus. Da der Schmied mit seiner Glut im Juni 1711 das verheerende Feuer auslöste, musste er Teltow verlassen. Es zog ein Bader ein, der das Haus zum beliebten Freizeit-Treffpunkt für Handwerker und Bauern aus der Umgebung umbaute.

Neue Ausstellungen unterm Dach

Unter dem mit den alten Schindeln neu gedeckten Dach entdeckt der Besucher seit diesem Jahr neue Ausstellungsräume. Dort bestaunt man eine Soldatenstube aus der Zeit des Soldatenkönigs oder eine Notunterkunft. Die aufgebaute Maschine zur Herstellung des „Schinkelzauns“ hat es Peter Jäckel besonders angetan. Natürlich funktioniert sie wie alle ausgestellten Maschinen im Haus ohne Strom. Damals verwendete man Metalldrähte aus alten Matratzen und bog sie mit Hilfe des Gerätes zu den typischen Schuppen für den Klassiker unter den Zäunen um. Die benachbarte Behindertenwerkstatt in Schönow baut sogar dank des im Museum stehenden Modells die beliebten Zäune wieder, berichtet Peter Jäckel.

Das Heimatmuseum Teltow, Hoher Steinweg 13, hat sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Führungen verabreden kann man unter www.heimatverein-teltow.de

Von Gesine Michalsky

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