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Teltow Neue Flüchtlinge kommen
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21:13 22.01.2019
Ein Jahr lang war der blaue Block in Teltow ein Berolina-Hotel mit Flüchtlingsetage. Nun wird er wieder ein Übergangswohnheim. Quelle: Konstanze Kobel-Höller
Teltow

Gerade ein Jahr ist es her, dass der Landkreis Potsdam-Mittelmark das Übergangswohnheim in der Potsdamer Straße in Teltow geschlossen hat. Die dort untergebrachten Menschen zogen entweder in die anderen Heime im Landkreis um oder, wenn die finanziellen Mittel da waren, sie mieteten sich in dem an Ort und Stelle eingerichteten Berolina-Hotel ein.

Nun soll alles wieder rückgängig gemacht werden: Das Haus soll ab 1. Mai dieses Jahres wieder als Gemeinschaftsunterkunft des Landkreises dienen, bestätigt Pressesprecher Kai-Uwe Schwinzert auf Anfrage der MAZ. Bis zu 164 Personen sollen künftig dort wieder untergebracht werden.

Genaue Anzahl der Asylbewerber unbekannt

Grund dafür ist, dass der Landkreis vermehrt Asylbewerber aufnehmen muss. Die Zahl der Zuweisungen für dieses Jahr ist dabei noch nicht bekannt, im vergangenen Jahr wurden annähernd 380 Menschen neu aufgenommen, so Schwinzert, 2017 waren es 172 Geflüchtete. Wie ihre Verteilung auf die Standorte aussehen wird, kann ebenfalls noch nicht gesagt werden – die bestehenden Kapazitäten sollen jedenfalls genutzt werden. Klar ist mittlerweile auch, dass das Wohnheim in Stahnsdorf über den derzeit laufenden Mietvertrag hinaus auch noch nach Mitte 2019 genutzt werden soll, bestätigt der Kreissprecher. „Weitere Veränderungen in der Region können nicht ausgeschlossen werden, insbesondere, wenn die Zahl der Zuweisungen in diesem Jahr höher als in den Vorjahren ausfallen sollte.

Das Übergangswohnheim in Stahnsdorf soll über den derzeit laufenden Mietvertrag hinaus noch nach Mitte 2019 genutzt werden. Quelle: Archiv

In der Potsdamer Straße in Teltow soll das gesamte Gebäude bis auf das Erdgeschoss für das Wohnheim genutzt werden. Die Vorbereitungen für die Unterkunft müssen dabei vom Vermieter vorgenommen werden, dem Landkreis würden dadurch keine Kosten entstehen, erklärt Schwinzert. Derzeit würde ein Vergabeverfahren für die soziale Betreuung der Heimbewohner laufen. Die Ausschreibung erfolge europaweit und mit einer Vergabe sei im April zu rechnen.

Für die jetzigen Bewohner des Hauses in der Potsdamer Straße bedeute dies, dass der Hotelbetrieb wieder aufgegeben werde. Dort werden derzeit 88 Plätze angeboten, 68 Bewohner haben Verträge abgeschlossen. Diese werden aufgelöst, die Bewohner haben künftig aber die Möglichkeit, wieder im Wohnheim zu leben, versichert Schwinzert. Dafür werden sie ein Nutzungsentgelt bezahlen müssen. „Derzeit sind das 295 Euro pro Person im Monat, es dürfte aber günstiger werden“, sagt der Sprecher.

1350 Flüchtlinge in Potsdam-Mittelmark

Insgesamt waren Ende 2018 rund 1350 Geflüchtete im PM-Kreis untergebracht. Im Vorjahr wurden 380 Menschen neu aufgenommen. Im Jahr davor waren es 172 Asylsuchende.

In der Ruhlsdorfer Straße in Stahnsdorf leben derzeit 265 Geflüchtete, in der Teltower Oderstraße rund 120. Die Nutzung der Heime soll nun länger als bisher erfolgen, der Vertrag sollte Mitte des Jahres ablaufen.

In der Potsdamer Straße 5 in Teltow sollen ab 1. Mai wieder bis zu 164 Asylbewerber untergebracht werden.

2017 war das erste Haus in der Potsdamer Straße geschlossen worden. Damals gab es vor allem um Kinder, die teilweise bereits seit mehreren Jahren die kommunalen Schulen und Kitas besucht hatten und aus ihrem sozialen Umfeld gerissen wurden, große Aufregung.

Im März 2018 war schließlich das zweite Übergangswohnheim an diesem Standort aufgelöst worden. 85 Bewohner kamen in anderen Heimen im Landkreis unter, die weiteren etwa 80, die bereits selbst Geld verdienten oder sogenannte Hartz-IV-Leistungen erhielten, bekamen die Möglichkeit, auch weiterhin an dem Standort wohnen zu bleiben: über Einzelverträge mit dem Betreiber des Berolina-Hotels, der in den beiden oberen Etagen Doppelzimmer mit Gemeinschaftsküche und Sanitärräumen auf dem Flur für 350 Euro pro Person anbot. Damals hieß es, die übrigen Etagen sollten zunächst saniert und dann entweder zur Erweiterung des Berolina-Konzeptes oder vielleicht auch wieder als Übergangswohnheim genutzt werden.

Immer wieder in den Schlagzeilen

Derzeit gibt es in der Teltower Region ein Wohnheim in der Oderstraße sowie zwei Häuser in Stahnsdorf. Letztere haben in der Vergangenheit immer wieder für Schlagzeilen wegen Polizeieinsätzen, Gewalt, Drogen und schlechter hygienischer Zustände gesorgt. Der Landkreis hatte zwischendurch sogar wegen Problemen mit der Sanierung mit einer vorzeitigen Schließung gedroht.

Von Konstanze Kobel-Höller

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