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Teltow Kfz-Versicherer bekennt sich zur Stadt
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14:37 05.11.2018
Die Belegschaft des Kfz-Direkt-Versicherers verti in Teltow soll demnächst 50 weitere Kollegen bekommen. Quelle: Verti
Teltow

„Derzeit sind wir in der Aufbauphase der neuen Marke“, erklärt Melanie Schyja, Sprecherin des Teltower Unternehmens verti. „Das rote Telefon von früher ist noch vielen im Kopf.“ Seit etwas mehr als einem Jahr nennt sich die Versicherung nach einem Eigentümerwechsel nicht mehr „Direct Line“, und mit dem Namenswechsel kam es auch zur Änderung der Marke. Um diese nun bekannt zu machen, findet man das neue Logo mit dem orangenen Neuron davor etwa auf den Fahrzeugen des Partners „nobleglass“, eingelassen in die Eisfläche der Eisbären in der Mercedes-Benz-Arena oder als Bandenwerbung bei den Spielen der Fußball-Nations-League. Dadurch würde auch der Stolzfaktor bei den Mitarbeitern steigern, ist Schyja überzeugt. Diese Aktionen hätten zu einem Identifikationsschub geführt.

Jetzt auch Wohnmobile und Lieferwagen

Das Unternehmen selbst ist seit seiner Gründung im Jahr 1996 ein Kfz-Direkt-Versicherer. Als eigentliches Herz der Firma bezeichnet Schyja die Schadensabteilung. „Wir sind ja per se nicht sexy. Wir kosten erst einmal Geld. Aber wenn es zum Schaden kommt, zeigt sich, ob man eine gute Versicherung hat.“ Verti wolle erreichbar sein und gut ver- und umsorgen, sagt sie. Die Kunden sollten dem Unternehmen schließlich treu bleiben. „Wir waren immer sehr stolz auf unsere telefonische Erreichbarkeit.“ Über die Jahre seien auch Zusatzprodukte dazu gekommen, etwa für Motorräder und seit diesem Jahr auch für Wohnmobile und Lieferwagen. 2017 wurde ein ganz neuen Produkt ins Portfolio aufgenommen: Eine Risikolebensversicherung, für die es in diesem Jahr zwei Auszeichnungen gab.

Gustav Ruben Dittberner ist dualer Student im Unternehmen am Standort Teltow. Quelle: Verti

Ob weitere Erneuerungen geplant sind, verrät Schyja aber nicht: „Wir kommunizieren neue Projekte erst, wen sie fix sind. Die Zeichen stehen jedenfalls auf Wachstum“, betont sie. Dies gilt auch für den Personalbereich im Unternehmen. Dort mussten nach eigenen Angaben noch nie Angestellte betriebsbedingt entlassen werden. Verti will eher noch etwa 50 neue Leute einstellen. Gesucht werden dabei in erster Linie Mitarbeiter für die Bereiche IT und Kundenservice. Aber auch die Abteilungen Marketing und Schaden suchen Verstärkung. Sechs Azubi-Plätz sind ebenfalls zu vergeben. „Derzeit kratzen wir bei der Mitarbeiterzahl knapp an der 500-er-Marke“, so die Unternehmens-Sprecherin. Anfang dieses Jahres hat das Unternehmen auch einen zweiten Standort eröffnet: In Vaterstetten bei München, wo viele Konkurrenten ihren Hauptsitz haben, ist verti mit rund 20 Angestellten vertreten. Platz wäre dort für 70 Mitarbeiter. „Perspektivisch wollen wir dort wachsen. In Teltow aber auch. Das ist ein klares Bekenntnis zur Stadt. Wir gehören mit der AOK zu den beiden größten Arbeitgebern und versuchen auch, als solcher attraktiv zu sein“, erklärt Schyja.

Abschied vom roten Telefon

Das Unternehmen wurde 1996 als deutsche Ausgründung der „all state direct Chicago“ Versicherung gegründet.

In Teltow waren zu dieser Zeit etwa 30 Mitarbeiter beschäftigt.

Nach dem Rückzug der US-amerkanischen Mutterfirma stieg 2002 die britische „Direct Line“ ein, „die mit dem roten Telefon“, die das Unternehmen schließlich rechtswirksam mit 2015 an die spanische „Mapfer Group“ verkaufte.

Aus „Direct Line“ wurde „verti“. Der offizielle Kick-off zum Markenwechsel fand nach einer zweijährigen Projektphase am 14. Juni 2017 statt.

Mehr als ein Drittel der Mitarbeiter arbeitet seit mehr als 15 Jahren im Unternehmen. Die Aus- und Weiterbildung ist dabei ein wichtiger Punkt. Es gibt ein Eltern-Kind-Büro und in fast allen Bereichen nicht nur Vertrauensarbeitszeit, sondern es ist den Mitarbeitern auch möglich, mobil zu arbeiten. Im Sommer wurde dazu auch ein Pilotprojekt für Callcenter-Mitarbeiter gestartet. „Wir sehen, dass die Produktivität dabei sehr gut ist“, berichtet Schyja. Andere Angebote für Mitarbeiter sind etwa ein rund um die Uhr geöffnetes Fitnesscenter, das auch außerhalb der Arbeitszeiten und am Wochenende besucht werden kann, Massagen, autogenes Training, Raucherentwöhnung, ein Gesundheitscoach, Yoga am Arbeitsplatz, höhenverstellbare Schreibtische für alle oder Lauftrainings vor Veranstaltungen.

Ein bisschen Teltow in Berlin

Da sich verti mit Teltow verbunden fühlt, trat das Unternehmen dieses Jahr auch als einer der großen Sponsoren des Stadtfestes auf. Auch nächstes Jahr will man wieder mit dabei sein, verspricht Schyja. „Wenn wir ein lebendiges Teltow mitgestalten, tun wir auch unseren Mitarbeitern etwas Gutes.“ Immerhin wohnt rund die Hälfte der Angestellten, die aus 18 Ländern stammen – darunter Spanien, Ecuador, Venezuela, USA, Österreich oder Italien – in der Region, der Rest in Berlin. Eine weitaus größere Investition des Unternehmens ist jedoch die Verti-Music-Hall an der Berliner Eastside Gallery, die bis zu 4500 Personen fasst. Die Halle gehört der Anschutz Entertainment Group, wie Schyja erklärt. Verti ist der Namensgeber. Damit möchte man die eigene Marke und das Logo „bekannt, anfassbar und erlebbarer“ machen, erklärt sie. „Ein bisschen pathetisch kann man auch sagen: Wir bringen ein bisschen Teltow nach Berlin.“

Von Konstanze Kobel-Höller

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