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Teltow Mit der U-Bahn nach Teltow
Lokales Potsdam-Mittelmark Teltow Mit der U-Bahn nach Teltow
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21:36 15.04.2019
Die U-Bahnlinie 9 soll nach Berliner Vorstellungen vom Rathaus Steglitz nach Teltow weitergeführt werden. Quelle: Konstanze Kobel-Höller
Teltow

Eine Verlängerung der U-Bahnlinie 9 vom Rathaus Steglitz über Lichterfelde, Lankwitz und Marienfelde nach Teltow hat die CDU-Fraktion der Steglitz-Zehlendorfer Bezirksverordnetenversammlung in die Diskussion gebracht. Das berichtet die „Berliner Woche“. Pläne bis nach Marienfelde gebe es schon, die Zusammenführung des Südwestens mit dem Speckgürtel mache eine weiter gefasste Verkehrsanbindung nötig, heißt es.

Tatsächlich wird seit Jahren immer wieder über eine Verlängerung der U-Bahn zumindest bis Lankwitz-Kirche diskutiert, die ersten Meter von Rathaus Steglitz in diese Richtung sind auch bereits als Rohbau vorhanden. Die Anbindung an Teltow ist jedoch neu, in der Region wird seit Jahren vielmehr um die Verlängerung der S-Bahn nach Stahnsdorf und die Wiederaufnahme des Betriebes der Stammbahn gekämpft. Auch der Ringschluss der S-Bahn bis Wannsee kommt immer wieder auf.

Teltower müssen sich erst sammeln

In Teltow muss man sich daher auch erst sammeln. Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD): „Wir sind von der Debatte in der Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf überrascht worden. Die Variante einer Verlängerung der U 9 bis nach Teltow hat in den vergangenen Diskussionen über eine Verbesserung der ÖPNV-Anbindung bislang keine Rolle gespielt.“ Er schlägt vor, man solle zunächst einmal den Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) mit an den Tisch holen, da es insgesamt um eine sinnvolle Vernetzung der Angebote für die Region gehe. Grundsätzlich sei aber jedes Projekt, das zu einer Verbesserung der schienengebundenen Anbindung Teltows an Berlin führt, zu begrüßen.

Sogar schon an Straßenbahn gedacht

„Ich glaube aber, dass wir unsere Energie und unser politisches Gewicht in der Region zu allererst auf die Verlängerung der S-Bahn-Strecke von Teltow nach Stahnsdorf legen sollten.“ Damit würde ein Angebot geschaffen, das beiden Kommunen helfen würde. Dafür liefen auch bereits intensive Gespräche mit der Landesregierung und es gebe entsprechende Überlegungen auf Berliner Seite. Mit kreativen Ideen hat man jedoch bereits Erfahrung in der Region. „Wir haben sogar über Straßenbahn-Anbindungen an Berlin und Potsdam gesprochen“, erinnert sich Schmidt.

In der Region Teltow, Kleinmachnow, Stahnsdorf (TKS) wird das politische Gewicht zu allererst auf die S-Bahn-Verlängerung nach Stahnsdorf gelegt. Quelle: Archiv

In den Teltower Fraktionen sieht man den Vorstoß aus Berlin ähnlich: „Prinzipiell ist eine bessere Anbindung an den ÖPNV immer gut“, sagt Ronny Bereczki (CDU). „Hier gibt es aber parallel zu der Strecke schon die S-Bahn.“ Er tritt daher eher für deren Ringschluss über Stahnsdorf und Kleinmachnow nach Zehlendorf ein. „Das ist erst einmal wichtiger, das würde die gesamte Region umfassen.“ Auch die Parkplatzsituation würde damit verbessert.

Sollte eine U-Bahnlinie verlängert werden, wäre er eher für eine Strecke der U 3 über Kleinmachnow nach Teltow, dies wäre keine Parallellinie. Das wäre immerhin schon in der Nazi-Zeit geplant gewesen, weiß Jürgen Böhm vom Stahnsdorfer Heimatverein: Die U 3 hätte von der Krummen Lanke bis zur Kleinmachnower Schleuse führen sollen, daher sei auch die Straße Hohe Kiefer so breit gebaut worden – damit die U-Bahn darunter Platz finden könnte.

Andere Pläne für die TKS-Region

Teltow ist über die S 25 und die Regionalbahn angebunden. Stahnsdorf kämpft seit Jahren um die Verlängerung der S-Bahn aus Teltow bis in die Sputendorfer Straße der Gemeinde. Unterstützung bekommt es dabei von Teltow und Kleinmachnow.

Auch die Stammbahn soll reaktiviert werden und Kleinmachnow wieder an den Schienenverkehr anbinden. Die Trasse dafür wurde freigehalten.

Stahnsdorf war bis 1961 über die Friedhofsbahn von Berlin-Wannsee mit Berlin verbunden.

Die U 9 fährt in Berlin von der Osloer Straße bis zum Rathaus Steglitz. Eine Verlängerung bis Lankwitz wird seit Jahren immer wieder diskutiert, bis Mariendorf gibt es angeblich bereits Pläne. Durch ein geplantes großes Neubaugebiet in Lichterfelde-Süd wird der Druck in Berlin größer, den Süden besser an den ÖPNV anzuschließen.

Auch für Sebastian Rüter (SPD) haben die Verlängerung der S 25 nach Stahnsdorf und der Wiederaufbau der Stammbahn nach Kleinmachnow Priorität. „Dann müssen wir zusehen, dass der Busverkehr aus dem Umland zu den Schienenanschlüssen noch besser wird, um mehr Menschen zum Umsteigen zu bewegen.“

Peter Goetz (FDP) freut sich: „Eine großartige Idee, deren Verwirklichung ich gern noch erleben würde.“ Er hätte sie gern im Westen der Stadt, im Bereich des Techno Terrains Teltow (TTT). Dort ist jedoch kein Platz mehr, kommentiert Petra Schulze, Geschäftsführerin des TTT. Der einzige freie Streifen dort ist mit sechs Metern nicht nur selbst für einen Bahnsteig zu schmal, sondern wegen vorhandener Leitungen auch nicht fürs Bauen geeignet.

Die BVG bleibt entspannt

Bei der BVG bleibt man unterdessen entspannt: „Das müssen Sie den Berliner Verkehrssenator und den brandenburgischen Verkehrsminister fragen. Wir fahren, was man bei uns bestellt“, sagt Petra Nelken, Sprecherin des Unternehmens. „Diese Theorien haben wir als solche schon gehört – aber mehr nicht.“

Von Konstanze Kobel-Höller

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