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Teltow Warum Lea Streisand das Kolumnenschreiben schwerfällt
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00:21 20.03.2019
Lea Streisand liest im Bürgersaal des Rathauses Kleinmachnow aus ihrem Werk „War schön jewesen“. Quelle: KKH
Kleinmachnow

Eine lange Anreise hatte Lea Streisand für ihre Lesung am Freitagabend in Kleinmachnow in Kauf genommen: Einmal mit der S-Bahn um die ganz Stadt und dann noch mit dem Bus durchs Dunkle, bis der Busfahrer meinte, jetzt könne sie aussteigen. Endlich angekommen, eröffnete die Berliner Autorin, die für ihre humorvollen Texte und einen Roman bekannt ist, den Abend mit der Kurzgeschichte „Dorfparty“. Es folgte eine Anekdote über ihren Mann, einen Wessi, der zwar mit ihr an die Ostsee fährt, sich aber weigert in Brandenburg auszusteigen – wegen der Wölfe, Nazis und was es sonst noch so in diesem Bundesland gibt. Die Kleinmachnower nahmen ihr den Seitenhieb nicht übel, ergänzten dafür humorvoll: „Und Wildschweine!“

Als Mutter ist ihr Highlight der Samstagseinkauf geworden

Streisand las weiter aus ihren Geschichten über Liebeskummer und Besuche bei der Frauenärztin. Sie Zuhörer lernten außerdem, dass Brunch die Partyform für Leute ist, die kein Leben mehr haben – nämlich für Eltern –, und erfuhren, dass die traurigen Gestalten in der Bahnhofskneipe deswegen traurig sind, weil sie den Zug verpasst haben.

Auch an ihren neuesten Radiokolumnen ließ die 39-Jährige ihr Publikum teilhaben. Dabei sei es gar nicht so einfach, diese zu schreiben: Vor einem Jahr Mutter geworden, schläft sie jetzt nicht nur weniger. „Auch der Radius ist geringer geworden. Mein Highlight ist der Samstags-Wocheneinkauf geworden. Ich sitze den ganzen Tag im Arbeitszimmer, mein Mann holt mich manchmal zum Essen, dreimal pro Woche darf ich zum Sport – und dann soll ich Großstadtkolumnen schreiben! Aber worüber? Es passiert ja nichts!“ Am besten könne sie schreiben, was sie kenne, sagte sie.

Sie fragte Rentner danach, was sie den ganzen Tag so machen

Stoff für ihren zweiten Roman hat Streisand dennoch, den Beginn las sie vor. Dabei sei das Schreiben ebenso schlimm gewesen wie beim ersten Buch. „Die Minderwertigkeitskomplexe werden nicht besser.“ Am Ende kein Buch sei aus einem Projekt geworden, von dem sie zwei Teile präsentierte: Lea Streisand hat Rentner befragt, was sie den ganzen Tag machen und was sie so beschäftigt. Brigitte, 66 Jahre alt, macht sich unter anderem Gedanken darüber, ob der Baum, an dem sie begraben wird, vielleicht kaputtgeht, weil sie im Zuge ihrer Krebserkrankung auch bestrahlt wurde. Oder vielleicht wird sie auch ein Blatt, das nachts leuchtet?

Streisand hat den ganz normalen Alltag in den Kleinmachnower Bürgersaal gebracht, klug und humorvoll verpackt. Dabei war sie darauf bedacht, ihre Familie einzubauen und dennoch anonym zu halten, wie sich auch bei der abschließenden Fragerunde zeigt. „Ist das Baby ein Mädchen oder ein Junge?“, möchte eine Besucherin wissen. Kein Kommentar. Und doch – im ersten Roman sei viel Familiengeschichte enthalten, sagt Streisand. Gewidmet hat sie das Buch ihrer Mutter. „Wem soll ich es denn sonst widmen? Ich verdanke ihr schon viel.“

Von Konstanze Kobel-Höller

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