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Teltow Zu Besuch in Peru
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17:03 16.09.2018
Brigitte Jerzembek (M.) zum Besuch in einem Maya-Dorf in Peru, das sie finanziell unterstützt. Quelle: Konstanze Kobel-Höller/privat
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Region Teltow

„Gefördert werden Bildung, Hygiene und Gesundheit – das ist wichtig, denn wenn Kinder krank sind, gehen sie auch nicht in die Schule“, erklärt Brigitte Jerzembek. Als Mitglied der regionalen Gruppe Potsdam und Potsdam-Mittelmark von Plan International hat sie vor 15 Jahren damit angefangen, Projekte der Organisation zu unterstützen. 25 Euro zahlt sie jeden Monat, um einem Maya-Dorf in Peru zu helfen.

Um diese Unterstützung persönlicher zu gestalten und die Spender auch dauerhafter zu binden, bekommen hilfsbereite Menschen wie sie von Plan International Patenkinder zur Seite gestellt, die die Projekte in ihrer Gemeinde repräsentieren. Abgesehen vom persönlichen Briefwechsel, der nach Lust und Laune stattfinden kann, gibt es einen jährlichen Bericht mit Foto von der Organisation.

Was schreibt man einem Kind in Peru?

Doch was schreibt man einem Kind, das in den ärmsten Verhältnissen aufwächst? „Ich berichte von ganz alltäglichen Dingen, etwa, dass wir den Apfelbaum geerntet haben und Kuchen gemacht haben. Oder ich frage, ob es Haustiere hat und erzähle, dass wir selbst eine Katze haben. Zu Geburtstag und Weihnachten kann man auch eine Kleinigkeit schicken“, erzählt Jerzembek, die sich für ihr erstes Patenkind entschieden hatte, weil sie ihrer damals noch kleinen Tochter zeigen wollte, wie Kinder in anderen Teilen der Welt leben.

Nach einem ersten Engagement in Bolivien folgte ein Projekt in Peru. Hier wollte Jerzembek dann auch einmal mit eigenen Augen sehen, wie ihr Patenkind eigentlich lebt – gemeinsam mit ihrem Mann und ihrer mittlerweile erwachsenen Tochter. „Früher musste man sich ein halbes Jahr früher anmelden“, erzählt sie. Jetzt bietet Plan International aber gemeinsam mit einem renommierten Anbieter touristische Rundreisen an, im Zuge derer drei Tage von der Hilfsorganisation gestaltet werden.

„Wir sind vom Bus auf Kleinwagen umgestiegen und haben dann die Dörfer besucht“, erzählt Brigitte Jerzembek. So wurde etwa eine Bienenzüchterin besucht, die sich mit Hilfe von Plan International selbstständig gemacht habe, oder auch professionelle Meerschweinchenzuchten wurden besucht. „Diese Leute entwickeln Modelle, sie sind Vorbilder innerhalb der Dörfer“, berichtet Jerzembek. „Die anderen sehen, was sie erreicht haben. Und ihnen selbst ist ihr Fortschritt auch sehr bewusst.“

Die Plan-Aktionsgruppe

Die Plan-International-Gruppe für Potsdam und Potsdam-Mittelmark trifft sich jeden ersten Mittwoch um 19 Uhr im Monat im Restaurant Schleusengarten in Stahnsdorf, Schleusenweg 4.

Die derzeit 13 Mitglieder besprechen gemeinsame Aktionen wie etwa den Mädchentrainingstag am 12. Oktober, der gemeinsam mit Turbine Potsdam auf dem Sportplatz in der Stahnsdorfer Heinrich-Zille-Straße abgehalten wird, das Fest der Kontinente in Kleinmachnow oder das jährliche Benefizikonzert in der Friedenskirche in Potsdam.

Jährlich ist die Gruppe an sechs bis zehn Aktionen beteiligt. Dazu gehörten zuletzt der Mädchenfußballtag, die Teilnahme am Familiensporttag des RSV Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf, dem Kindertag in Kleinmachnow oder beim Urban Trail in Potsdam.

Mit den Aktivitäten werden der das Projekt „Wasser für Schulen und Gemeinden in Ghana“ sowie der Mädchenfonds von Plan International unterstützt.

Kontakt im Internet: unter http://potsdam.plan-aktionsgruppen.de

Kontakt zur Regionalgruppe: Gabriele Hanke, Telefonnummer 033203/2 26 01, plangruppepotsdam @gmx.de

Durch die Verbesserung der Bildung und der Infrastruktur würde auch die Landflucht verhindert werden, so die Sozialpädagogin weiter. In den Dörfern ist man sich der Bedeutung der Unterstützung auch bewusst – und so wurden die Besucher immer sehr feierlich empfangen: Mit amtlichen Bürgermeister-Empfängen inklusive dreifacher Übersetzung, Tanz- oder Gesangsaufführungen.

In dem peruanischen Dorf waren noch nie Europäer

Schließlich der Höhepunkt für Jerzembek und ihre Familie: Das Treffen mit ihrem fünfjährigen Patenkind Yarita, einem Maya-Mädchen, und ihren Eltern. In dem kleinen Dorf im Großraum von Cusco, in dem nur 30 Familien leben, waren die Brandenburger die ersten Europäer – für alle Beteiligten eine aufregende Erfahrung.

Sie bekamen den Kindergartenplatz von Yarita gezeigt, ihre Arbeitsmaterialen, das Mädchen führte in Tracht einen Tanz auf und freute sich über die mitgebrachten Geschenke – am meisten über die Seifenblasen, aber auch über das Malbuch oder das Puzzle, das gemeinsam zusammengelegt wurde.

Schließlich wurden die Jerzembeks noch von der Familie des Mädchens zum Essen eingeladen. Yarita hat übrigens Glück – in ihrem Dorf gibt es neben einer Schule und einer Krankenstation auch Wasser vor dem Haus und Plumpsklos. „Das ist schon sehr wichtig“, so Brigitte Jerzembek.

Nach der Reise hat sich Frau Jerzembeks Ehemann dazu entschieden, ein Projekt in Guatemala zu unterstützen – er hat jetzt einen ebenfalls fünfjährigen Quechua-Jungen als Patenkind. „Er war früher am Rand eingebunden – jetzt hat er viel mehr Verständnis dafür“, so Brigitte Jerzembek. Nächstes Jahr geht es im Herbst nach Guatemala. „Das war eigentlich so nicht geplant – aber er war so begeistert von der Peru-Reise.“

Von Konstanze Kobel-Höller

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