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Teltower Hafen kostet vier Millionen Euro mehr

Altlasten- und Grundwasserprobleme Teltower Hafen kostet vier Millionen Euro mehr

Der Bau des Stadthafens in Teltow wird die Verwaltung knapp vier Millionen Euro mehr kosten. Ursache sind massive Probleme bei der Entsorgung der Altlasten und der Bewältigung des Grundwasser. Damit erhöht sich die Gesamtsumme für das Projekt von zehn Millionen auf fast 14 Millionen Euro. Die Stadt will nun einen Gutachter einsetzen, der die Kostenentwicklung überwachen soll.

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Die Bergung und Beseitigung von Abfall und Altlasten auf der Baustelle des künftigen Stadthafens in Teltow treiben die Baukosten erneut in die Höhe.

Quelle: Stadtverwaltung

Teltow. Knapp vier Millionen Euro mehr braucht die Teltower Verwaltung für den Bau des Stadthafens. Massive Probleme mit dem Grundwasser sowie mit der Altlastenentsorgung während der laufenden Vorbereitung des Baugrundes für die Marina würden zu dieser Kostensteigerung führen, eröffnete Teltows 1. Beigeordnete Beate Rietz (parteilos) dem Hafenausschuss am Dienstag. Damit erhöht sich die Gesamtsumme von zehn Millionen auf fast 14 Millionen Euro.

Rund 2,5 Millionen Euro sollen die weitere Befestigung des Baugrundes sowie die Entsorgung der Abfälle und Altlasten kosten. Neben Schlacke, Betonbrocken und Lösungsmitteln seien sogar ganze Ölfässer aus dem Boden geholt worden, auf dem einmal ein Baustoffwerk stand, so Rietz. Weitere 1,3 Millionen Euro will die Stadt als sogenannten Risikozuschlag für die Maßnahmen bereithalten. Die Summen seien bis zum Abschluss der Bodensanierung hochgerechnet, erklärt Stefan Kulczak, Geschäftsführer der PST Projektsteuerung GmbH aus Werder. Sein Ingenieurbüro betreut im Auftrag der Stadt die technischen Arbeiten. Außerdem hält die Stadtverwaltung an der Brücke zum Restaurant im Hafengebäude für rund eine Million Euro fest. Die Brücke habe für die Allgemeinheit und den Tourismus einen hohen Stellenwert, betonte Rietz.

Der Austausch des kontaminierten Bodens sei schwieriger als erwartet, räumt Kulczak ein. Die Technologie mit den Kammern sei zwar erfolgreich – das Grundwasser habe um einen Meter gesenkt werden können –, doch drücke es immer stärker nach oben, je tiefer der Boden ausgehoben werden müsse. Dieser sei breiiger als angenommen und der Schadstoffanteil extrem hoch. Das erschwere die Altlastensanierung und mache sie teurer. Überfüllte Deponien hätten die Stadt zur Suche nach anderen geeigneten Partner gezwungen, die allerdings höhere Preise forderten. Nach Auflage der unteren Naturschutzbehörde bringt die Baufirma teuren Naturschotter auf, der den Baugrund filtern, sich selbst verdichten und die Tragfähigkeit gewährleisten soll. „Wir haben nicht nur die Genehmigung zur Sanierung, wir sind jetzt auch dazu verpflichtet“, bekräftigt Rietz. Der Sanierungsplan sei von der unteren Naturschutzbehörde als verbindlich erklärt worden. Würde sich Teltow vom Projekt verabschieden, müsste es Kosten in Höhe von zehn Millionen Euro für die Fertigstellung der Sanierung bezahlen.

Teltows Kämmerer Rico Kasten versichert, die Mehrkosten ließen sich im Nachtragshaushalt unter anderem mit geplanten Mitteln von Projekten auffangen, die sich in nächster Zeit aus verschiedenen Gründen nicht umsetzen lassen. An gesetzten Vorhaben wie dem geplanten Anbau für die Bürgelschule soll nicht gerüttelt werden.

Nun will Teltow zur Sicherheit einen externen Gutachter beauftragen, die bisherige und künftige Kostenentwicklung zu beurteilen. „Einen Schaden für die Stadt oder ein Fehlverhalten haben wir bislang nicht feststellen können“, versichert Rietz. Bei einer wirtschaftlichen Umsetzung eines solchen Projekts könnten sich Situationen ergeben, die neu bewertet werden müssten, verteidigt Kulczak die Arbeit von zehn Fachingenieuren, die am Sanierungsplan mitgearbeitet hätten. „Wir konnten nicht in den gesamten Boden reinschauen.“

Wenn der Tiefbau erst einmal abgeschlossen sei, würden die Risiken sinken, versicherte Kulczak. Das überzeugte die Hafenausschussmitglieder aber nicht. Die Frage stand trotzdem im Raum, wer das nicht richtig bewertet habe, was jetzt auf die Stadt zukomme. „Hätten wir schon damals gewusst, dass sich die Kosten auf 14 Millionen Euro erhöhen werden, hätten wir das Projekt nie beschlossen“, ärgerte sich Hans-Peter Goetz (FDP). Allmählich zweifelt er am Erfolg des Unternehmens. Für Marc Bomhoff von der SPD ist die erneute Kostensteigerung „ein Schlag in die Magengrube“. Rund fünf Millionen Euro sollte die Marina ursprünglich kosten. Die Summe wurde im vergangenen Jahr auf rund zehn Millionen hochkorrigiert und beteuert, dass es keine weiteren Steigerungen geben werde. Goetz beantragte schließlich eine Unterbrechung der Ausschusssitzung bis zum nächsten Dienstag. Die Fraktionen müssten beraten, wie sie mit der neuen Finanzlage umgehen, sagte er.

Von Heinz Helwig

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