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Potsdam-Mittelmark Marina Teltow droht zu scheitern
Lokales Potsdam-Mittelmark Marina Teltow droht zu scheitern
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21:53 19.05.2016
Was geschieht mit dem Hafengelände nach der Sanierung? Das müssen jetzt die Teltower Stadtverordneten entscheiden. Quelle: Martin Steger
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Teltow

Das wichtigste Prestigeobjekt der Stadt – die Marina Teltow – droht zu scheitern. In der jüngsten Sitzung der Stadtverordneten am Mittwoch beantragte die Fraktion der CDU/Bündnis 90/Grüne, die Stadtverwaltung solle prüfen, ob die jüngste Kostenschätzung für den Hafenneubau die absolute Schmerzgrenze ist und was ein Ausstieg aus diesem Projekt kosten würde. Bis die Ergebnisse dieser Prüfung vorliegen, sollen keine zusätzlichen Mittel für den Stadthafen bereitgestellt werden, sagte Fraktionsvorsitzender Ronny Bereczki (CDU). Dem stimmten die übrigen Stadtverordneten einhellig zu. Einige verhehlten nicht, dass ihr Vertrauen in die Rathausmannschaft durch den Projektverlauf erheblich gestört ist.

Für die Prüfung und einen Variantenvergleich mit Folgekosten haben CDU und Bündnisgrüne der Verwaltung vier Szenarien vorgegeben: Abschluss der Bodensanierung und Ausstieg, Abschluss der Bodensanierung und Bau des Restaurantgebäudes mit Veranstaltungssaal, Fertigstellung der Marina ohne Brücke sowie Fertigstellung des Hafens mit Brücke.

Mit dem Beschluss der Stadtverordneten kann die laufende Sanierung des Baugrundes mit den noch vorhandenen finanziellen Mitteln zwar fortgesetzt werden. Alle anderen Maßnahmen wie beispielsweise der Bau des Hafenbeckens, des Hafengebäudes, einer Brücke zwischen beiden oder eines Winterlagers für die Boote auf einer gepachteten Nachbarfläche liegen vorerst auf Eis, heißt es. Die Fläche für das Winterlager sei bereits vorbereitet, sagte Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) in der Sitzung am Mittwochabend.

Die Stadtverwaltung hatte in der Sitzung des Hafensausschusses Ende April nach zwei vorangegangenen Kostensteigerungen noch einmal vier Millionen Euro beantragt und dies mit unvorhersehbaren Problemen mit der Altlastenentsorgung und dem Grundwasser begründet. Über die Bewilligung des zusätzlichen Geldes soll mit dem Nachtragshaushalt in der Juli-Sitzung entschieden werden. Bis dahin sollen alle Kostenfragen geklärt sein. Schmidt will die Prüfergebnisse sogar schon Ende Juni dem Hafenausschuss in dessen nächster Sitzung vorlegen, sagte er dieser Zeitung.

Teltows 1. Beigeordnete Beate Rietz (parteilos) hatte im Hafenausschuss Kosten in Höhe von einer Million Euro bei einem Ausstieg Teltows aus dem Projekt genannt. Mit dem Bescheid der unteren Naturschutzbehörde sei die Sanierung des Bodens nicht nur genehmigt, sondern die Stadt auch zum Abschluss der Arbeiten verpflichtet, unterstrich sie.

„Ich kann auch sehr gut mit einer Grünfläche leben, die altlastenfrei ist und die wir für andere notwendige Projekte wie unter anderem einen Kunstrasenplatz oder einer Schwimmhalle mit regionaler Beteiligung nutzen oder an einen Investor weiterverkaufen könnten “, sagt der Stadtverordnete Hans-Peter Goetz (FDP). Nach seiner Schätzung wäre das sanierte Grundstück später knapp zwei Millionen Euro wert. Der Verlust ließe sich somit auf etwa acht Millionen Euro senken.

Gutachter soll Ursachen und Verantwortlichkeit prüfen

Das Hafengelände soll für etwas mehr als einer Million Euro von der Klösters Baustoffwerke GmbH gekauft worden sein. Beim Kaufpreis sei der Altlastenverdacht im Boden bereits berücksichtigt worden, heißt es.

Die Ursachen der Kostenexplosion und die Verantwortlichkeit dafür soll von einem unabhängigen Gutachter geprüft werden. Dazu soll Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) dem Hafenausschuss drei geeignete Sachverständige benennen, aus denen der Ausschuss auswählt. Die Ergebnisse der Prüfung sollen bis Jahresende vorliegen.

Auch unter Teltows Bürgern regt sich allmählich Unmut über das Projekt. In einem kritischen Brief an die Stadtverordneten vergleicht ein „Bürgerforum Teltow“ den Hafen mit dem BER und unterstellt der Stadtverwaltung, sich „ein Denkmal“ setzen zu wollen.

Von Heinz Helwig

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