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Teltow: Schrebergärten droht Zwangsräumung

Illegale Baumfällung sollte Kleingärtner einschüchtern Teltow: Schrebergärten droht Zwangsräumung

33 Kleingärtner bangen in einer Kleingartenanlage in Teltow-Seehof um ihre Parzellen. Eine Erbengemeinschaft will sie von ihrem Gelände vertreiben und hat am Dienstagmorgen mit einer Baumfällaktion ihrer angedrohten Zwangsräumung Nachdruck verliehen. Die Teltower Stadtverwaltung hatte die Fällaktion allerdings nicht genehmigt.

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Für illegal hat die Teltower Stadtverwaltung die Baumfällungen am Dienstagmorgen in Teltow-Seehof erklärt und die Arbeiten sofort stoppen lassen.

Quelle: Privat

Teltow-Seehof. In der Kleingartenanlage „Carl von Ossietzky“ in Teltow-Seehof bangen 33 Hobbygärtner um ihre Parzellen. Seit mehreren Jahren versucht eine Erbengemeinschaft aus Mönchengladbach die Kleingärtner von einem mehr als 23 000 Quadratmeter großen Gelände zu vertreiben. Gegen die Räumungsklage vom Mai 2014 läuft ein Widerspruchsverfahren beim Landgericht in Potsdam. Ein Urteil wurde noch nicht gefällt.

Dafür aber einige Bäume auf einem Grünstreifen, den die Gärtner wegen der Kleintiervielfalt schützen wollen. Mit einem Bagger rückte am Dienstagmorgen eine Firma im Auftrag der Erben an, wohl um der Räumungsaufforderung Nachdruck zu verleihen. Das Teltower Grünflächenamt hatte die Rodungen nicht genehmigt und ließ die Arbeiten sofort stoppen. Nun befasst sich die Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung mit der unerlaubten Fällung.

Die Kleingartenanlage hatte schon zu DDR-Zeiten ein Teltower Elektronikbetrieb an Betriebsangehörige vermietet, um ihnen eine Erholungsmöglichkeit zu bieten. Der Kleingartenverband des Kreises sei nach der Wende überhaupt nicht berechtigt gewesen, die Pachtverträge zu verlängern, argumentieren die Erben. Die Räumungs- und Abrisskosten sollen die Kleingärtner tragen. „Unser Verein wollte das Gelände kaufen“, sagen die Mitglieder Karin und Karl-Heinz Pleitner. Die Eigentümer hätten jedoch einen Baulandpreis von etwa zweieinhalb Millionen Euro für ein ausgewiesenes Ackerland im Außenbereich verlangt, das nach Pleitners Meinung höchstens 60 000 Euro wert sein würde.

Furchtbar wütend und teils vulgär hat eine Vertreterin der Erbengemeinschaft auf die MAZ-Nachfrage zur angedrohten Räumung reagiert. Die Baumfällung habe nicht genehmigt werden müssen, weil es sich um ureigenstes Privatland handle, behauptet die Vertreterin. Dass die Kleingärtner das Gelände räumen müssen, steht für sie fest.

Das Landgericht hat einen unabhängigen Gutachter bestellt, der den Wert der Fläche ermitteln soll. Im Gerichtsstreit sollen zunächst fünf Fälle verhandelt werden, deren Urteil dann auf die übrigen Kleingärtner übertragen werden sollen. Einen Termin für die nächste Verhandlung gibt es noch nicht.

Von Heinz Helwig

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