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Potsdam-Mittelmark Automechaniker trennen sich vom DeLorean
Lokales Potsdam-Mittelmark Automechaniker trennen sich vom DeLorean
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19:10 31.10.2017
Klaus Kilmann (l.) und Oliver Zick restaurierten gemeinsam mit einem Spezialisten den DeLorean- nun wollen sie ihn wieder verkaufen. Quelle: Detlev Scheerbarth
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Teltow

Es ist ein kleiner Nebenraum einer Autowerkstatt in Teltow. Kuschelige 25 Grad herrschen dort. Zugänglich ist er nur für das Personal. Zu groß war der Andrang in den ersten Tagen. Nun wird der Wagen versteckt. In diesem Nebenraum in der Kfz-Werkstatt von Klaus Kilmann steht ein DeLorean DMC-12. Eines jener Autos, die durch die Filmtrilogie „Zurück in die Zukunft“ berühmt wurden.

Klaus Kilmann (31) und sein Kollege und Freund Oliver Zick (33) schauten sich eines Abends im vergangenen Jahr gemeinsam die Filme an. „Wenig später haben wir das Internet durchsucht. Dann ging die Katastrophe los“, sagt Kilmann und schmunzelt. Der Kfz-Mechanikermeister sitzt hinter seinem Schreibtisch im Büro und erzählt, neben ihm steht sein Freund. Zwei Wochen später haben sie das Auto gekauft. Sie fanden einen Händler in den USA. Dort stand es knapp 20 Jahre lang in der Garage. Bis es zwei Monate später tatsächlich zu ihnen auf den Hof kam, waren so einige Hürden zu nehmen: Viele Telefonate, die Zeitverschiebung, der Zoll.

Doch es stand da und die beiden begannen sofort, es zu restaurieren. „Nach einer Woche kamen die ersten Zweifel, ob wir mit dem Auto unser Geld je wieder reinkriegen“, sagt Kilmann. Die Ausgaben stiegen und stiegen. Was wurde alles gemacht? „Fragen Sie lieber, was nicht gemacht wurde.“ Die Zweifel wischten die beiden allerdings beiseite, immer wieder. „Wenn der eine mal einen schlechten Tag hatte, hat der anderen ihn eben aufgemuntert“, sagt Zick. „Du kamst einfach irgendwann nicht mehr raus aus der Sache“, wirft sein Freund ein. „Wenn du die ersten 10 000 Euro versenkt hast, kannst du nicht mehr aufhören.“

Dennoch gingen die ersten Restaurierungsarbeiten voran. So haben die beiden Männer zum Beispiel den Motor geöffnet und eine böse Überraschung erlebt. „Der Motor war eine Katastrophe“, sagt Kilmann und vergräbt das Gesicht in den Händen. Er vermutet, dass er über Jahre hinweg im Wasser stand. „Wir haben da sechs Liter rausgeholt. Da drehte sich nichts mehr.“

Der Teltower DeLorean beim Spezialisten in den Niederlanden. Dort stand er ein Jahr. Auf dem Bild ist schon der neue Motor zu sehen. Quelle: privat

Knapp einen Monat nachdem das Auto bei ihnen eintraf, brachten sie es nach Hem in den Niederlanden. Dort gibt es einen Mann, der sich auf den DeLorean spezialisiert hat. Er repariert und restauriert keine anderen Fahrzeuge. Aus der ganzen Welt kommen die Wagen in seine Werkstatt. Dort stand das Auto der beiden Teltower ein Jahr lang. In dieser Zeit haben Kilmann und Zick dem Spezialisten zugearbeitet und Ersatzteile mitbeschafft. „Das Ding war bis auf die letzte Schraube zerlegt“, so Kilmann. „Die einzigen Teile, die wir unbearbeitet wieder eingesetzt hatten, waren die Fenster.“ Der Niederländer hat zudem den alten Motor herausgenommen und den von Zick und Kilmann vormontierten eingesetzt. Nun treibt ein Renault Alpine Motor den Wagen an. Solche Motoren hatte der Hersteller schon in den 1980er in den Fahrezeugen eingebaut – minimal verändert.

Seit zwei Wochen steht der DeLorean wieder auf Teltower Boden. Doch dort wird er allerdings nicht bleiben. Die beiden Männer haben sich entschlossen, den Wagen wieder zu verkaufen. „Wir hatten ihn gekauft, um ihn zu fahren. Das Kopfkino zeigte uns mit dem DeLorean an der Eisdiele vorfahren“, sagt Zick und lächelt. „Aber er ist doch nichts für uns.“ So sei er vor allem zu eng. „Versuch’ mal einen Zwei-Meter-Mann durch ein 1,50-Loch zu schieben“, meint Kilmann. „Außerdem hat er keinen V8-Motor, bietet eine zu schlechte Sicht auf die Straße, und der Sound fehlt außerdem. Das reicht einfach nicht für die Eisdiele.“

Weltweit gibt es noch 6000 DeLorean

Der DeLorean DMC 12 wurde vom Frühjahr 1981 bis Ende 1983 in Nordirland gebaut. Entwickelt wurde er von dem Amerikaner John DeLorean, ehemaliger Vize-Präsident bei General Motors in Detroit. Von den knapp 9000 produzierten Sportwagen gibt es heute weltweit noch 6000 Autos.

Berühmt wurde der Wagen durch die Filmtrilogie „Zurück in die Zukunft“ mit Micheal J. Fox als Marty McFly. Der DeLorean wird von McFlys Freund Doc Brown in eine Zeitmaschine umgebaut, und die beiden reisen in die Vergangenheit und in die Zukunft, um ihre Angelegenheiten zu regeln.

Im Film wird der Fluxkompensator, der an der Rückwand im Fahrzeuginneren montiert ist und die Zeitreisen ermöglicht, durch einen Atomreaktor im Heck mit Energie versorgt.

Doc Brown hatte sich den DeLorean ausgesucht, weil er ihn als stilvoll empfand und er sich wegen seiner Karosserie aus rostfreiem Stahl ideal für die Zeitreisen eignete.

Mit ihrer Kritik stehen sie nicht allein da. Schon in den 1980er war der Wagen mit der ungewöhnlichen Außenhaut aus unlackiertem, rostfreiem Edelstahl eine Enttäuschung für alle Sportwagenfans. Das vom Automobilhersteller Lotus produzierte Fahrzeug konnte kaum wirklich als Sportwagen gesehen werden. Mit rund 1,3 Tonnen Gewicht und nur 132 PS lag es weit hinter der Fahrleistung von anderen Sportwagen seiner Zeit, wie etwa der Corvette oder dem Ferrari, zurück.

Nun suchen Kilmann und Zick einen Käufer. So einige Interessierte haben sich schon gemeldet. Viele wollten allerdings das Auto schlicht einmal fahren oder nur ein Foto mit ihm machen. „Einer hat uns schamlose 4000 Euro geboten. Da bin ich echt sauer geworden. Das Telefonat hat sieben Sekunden gedauert“, sagt Kilmann. Auf mobile.de haben sie das Auto inseriert. Dort steht ein Verkaufspreis von 63 500 Euro. „Wenn wir das Auto für dieses Geld verkaufen, können wir einmal richtig schön essen gehen und sind dann wieder bei Null.“

Von Annika Jensen

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