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Test für Brandenburgs höchsten Wasserfall

Beelitz probt für Laga Test für Brandenburgs höchsten Wasserfall

Der Beelitzer Wasserturm hat sich am Dienstag in einen Wasserfall verwandelt. Es war ein Testlauf, um zu erproben, ob der fast 90 Jahre alte Turm zur Landesgartenschau 2019 als Brandenburgs höchster Wasserfall dienen könnte. Beelitz ist eine von noch drei Kommunen, die sich um die Austragung der Laga bewerben.

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Test für die Landesgartenschau 2019, um die sich Beelitz bewirbt: Der Wasserturm, Baujahr 1927, als Wasserfall mit zwei Fontänen.
 

Quelle: Thomas Lähns

Beelitz.  Mit einem Tosen schießen die Fluten aus dem fast 90 Jahre alten Gemäuer: Zwei dicke Strahlen bilden links und rechts des Beelitzer Wasserturmes einen Bogen und fallen dann herab. Der eine rauscht ins Blätterdach der umstehenden Bäume, der andere malt einen Regenbogen in die Luft, bevor er auf der Erde auftrifft. Unten steht ein Mann im Neoprenanzug und hält den Fluten stand - ein Stuntman, der die Auswirkungen der Fluten testet.

Gemeinsam mit der Beelitzer Feuerwehr hat das Strategieteam zur Landesgartenschau-Bewerbung um Bürgermeister Bernhard Knuth jetzt den Wasserturm zum Wasserfall gemacht: Bei einem Testlauf wurden die Speier im oberen Bereich des Gebäudes mit Schläuchen gekoppelt und durchflutet. Das Ergebnis war ein Spektakel für Augen und Ohren, das bei der nächsten Landesgartenschau, um die sich Beelitz bewirbt, zu einem Publikumsmagneten werden könnte. Im Laga-Konzept kommt dem Wasserturm eine zentrale Rolle zu: Er bietet mit dem umliegenden Park einen der Hauptstandorte.

„Unser Gartenschaukonzept greift mit großen Gesten, lebendigen Zusammenhängen und liebevollen Details die besonderen Potenziale und Themen der Stadt auf“, sagt die Werderaner Landschaftsarchitektin Anja Möller, die das Laga-Konzept gemeinsam mit der Stadt entwickelt. Dazu gehört die Einbindung der Sternwarte auf dem Dach des Wasserturmes ebenso wie das Aufgreifen der Postgeschichte und des Spargelanbaus. Möller hatte auch die Idee, den ohnehin schon eindrucksvollen Wasserturm aus dem Jahre 1927 mit Wasserstrahlen noch beeindruckender zu machen.

Bei der Aktion geht es in erster Linie darum, die Machbarkeit eines Wasserfalls mitten in Beelitz zu prüfen. Die Feuerwehr Beelitz ist mit einem Tanklöschfahrzeug angerückt, das knapp 5000 Liter fasst. Über Schläuche wird das kühle Nass durch den Treppenaufgang nach oben transportiert und dort über die historischen Läufe - die eigentlich für Regen gedacht sind - nach außen geleitet. Die Schaulustigen, die sich eingefunden haben, geraten ins Staunen, denn die silbrig schimmernden Bögen lassen den Turm in völlig neuem Licht erscheinen.

Mike Braun ist der Stuntman, der sich dem Wasserfall aussetzt

Mike Braun ist der Stuntman, der sich dem Wasserfall aussetzt. Er hatte sich zur Verfügung gestellt, um den Test unter dem Aspekt der Sicherheit zu begleiten.

Quelle: Thomas Lähns

Dass diese Art von Nutzung die Gebäudesubstanz beeinträchtigen könnte, glaubt Jürgen Götz nicht - immerhin würde der Regen ja auch auf diese Weise abgeleitet. Der Beelitzer Architekt war in den 1990ern treibende Kraft bei der Sanierung des Wasserturmes und ist sichtlich erfreut über das Experiment. „Mit der Einbindung des Turmes in die Landesgartenschau gewinnt das Bauwerk an Bedeutung“, sagt er. Bedeutsam war der Wasserturm vor allem bis in die 1950er Jahre, als von hier aus die halbe Stadt versorgt wurde. Heute wird lediglich der obere Bereich genutzt, vom Verein Sternenfreunde Beelitz, der auf dem Dach eine Sternwarte betreiben. Vertreter des Vereins sind ebenfalls vor Ort.

Mit geschultem Blick schaut der Wasserbauingenieur Hans-Joachim Zorn den Turm hinauf. Er hat sich mit seiner Rostocker Firma unter anderem auf die Installation von Fontänen und Springbrunnen spezialisiert und wurde zum Testlauf eingeladen. „Die Idee ist sehr interessant – und unter bestimmten Voraussetzungen durchaus umsetzbar“, erläutert er.

Wasserschläuche im Anmarsch

Wasserschläuche im Anmarsch: Für die nötige Technik und das Zubehör sorgten die Beelitzer Feuerwehrleute. Das Wasser aus dem Tank eines Löschfahrzeuges wurde mit Schläuchen hoch zum Wasserturm befördert.

Quelle: Lähns

Eine Experten-Einschätzung gibt es auch von Mike Braun. Er ist der Mann im Neoprenanzug, der sich dem Starkregen von oben ausgesetzt hat. „Verletzt wird durch das Wasser niemand. Und solange man sich nicht dem direkten Strahl aussetzt, dürfte es auch keine Probleme geben.“ Braun ist Stuntactor, hat viele Jahre bei den Babelsberger Filmstudios gearbeitet und war an Produktionen wie „Inglourious Basterds“ oder „Enemy at the Gates“ beteiligt. Heute betreibt er eine mobile Kampfsportschule in Beelitz und Umgebung. Er hat sich zur Verfügung gestellt, um den Testlauf unter dem Aspekt der Sicherheit zu begleiten.

Rund zehn Minuten dauert der Schauer, dann ist der Tankwagen der Feuerwehr leer. „Wir haben gesehen, dass unser Wasserfall technisch machbar ist“, bilanziert Bürgermeister Bernhard Knuth, der mit weiteren Mitarbeitern der Verwaltung vor Ort ist. „Nun muss ermittelt werden, es sich auch aus finanzieller Sicht umsetzen lässt.“

Das Wasser ist eines der Leitmotive der Beelitzer Gartenschau-Bewerbung für 2019. Es findet sich auch beim dann rekonstruierten Mühlenfließ und den Gondeln wieder, die auf der Nieplitz fahren sollen. Der Beelitzer Wasserturm wäre als „Wasserfall“ mit 26 Metern übrigens sogar noch höher als der Rheinfall bei Schaffhausen. Und der ist immerhin der höchste Europas.

Von MAZ-online

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