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Teure Fitness-Anlage bleibt ungenutzt

Heinrich-Heine-Park in Kleinmachnow Teure Fitness-Anlage bleibt ungenutzt

Seit fast einem Jahr gibt es den Heinrich-Heine-Park in Kleinmachnow. Er entstand, damit eine Brache neben neuen Wohnungsbauten nicht als Schandfleck stört. Jetzt liegt er offenbar im Schatten der öffentlichen Wahrnehmung.

Kleinmachnow, Heinrich-Heine-Straße 52.402844 13.216919
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 Gisela Vogel (69/l.) und Margret Strehl (83) mit Rheuma-Liga- Gruppenleiterin Almut Binneboese im Park .
 

Quelle: Claudia Krause

Kleinmachnow.  Stell dir vor, es gibt einen schicken Park mit teuren Fitnessgeräten und keiner geht hin. In Kleinmachnow dämmert der Heinrich-Heine-Park vor sich hin, obwohl er geschmackvoll mit Rabatten, kleinem Teich, Hoch- und Kräuterbeeten und einem Monolithen im Rondell, an dem leise das Wasser hinunterrieselt, angelegt ist. Und inmitten lauschiger Hainbuchennischen warten dort fünf Outdoorfitnessgeräte auf Menschen, die was für ihre Beweglichkeit tun wollen. Offenbar kennt aber kaum jemand das Kleinod, das im Zuge der barrierefreien Neubauten in der Heinrich-Heine-Straße im Sommer 2015 entstanden ist.

Der  Monolith in dem Rondell führt langsam fließendes Wasser

Der Monolith in dem Rondell führt langsam fließendes Wasser. Auf den Rundbänken ist Platz für viele Spaziergänger, die rasten oder nach den Sportübungen ausruhen wollen.

Quelle: Claudia Krause

„Es ist traurig, wenn so etwas Schönes ungenutzt bleibt“, sagt Lutz Binneboese, Vorsitzender der unabhängigen Wählergruppe Pro Kleinmachnow (Pro). Er selbst habe sich zu verschiedenen Zeiten das magere „Geschehen“ dort angeschaut. Die Bemühungen für solch einen Platz mit einfach zu bedienenden Geräten auch für Senioren reichen zehn Jahre zurück. Damals hatte der Frauentreff Kleinmachnow in Berlin zum ersten Mal ein solchen „Spiel-Sportplatz“ gesehen und für die Gemeinde angeregt. „Wir haben es über Gespräche mit dem Seniorenbeirat angeschoben und über Anträge geschafft, dass es verwirklicht wurde“, sagt Binneboese. Und ausgerechnet im aktuellen Seniorenstadtplan ist der Park gar nicht gekennzeichnet, ärgert er sich.

Bauherr und Eigentümer ist die gemeindeeigene Wohnungsgesellschaft Gewog. Sie hat rund 200 000 Euro ausgegeben, damit die bis Sommer 2015 ungenutzte Brache neben den neuen Häusern „kein Schandfleck bleibt“, so Gewog-Chef Carsten Fischer zur MAZ. Man hatte überlegt, die Fläche etwa als „parkähnliche Verbindung“ zum August-Bebel-Platz „sinnvoll“ zu gestalten. Zwar habe sich Fischer immer gegen die Bezeichnung „Seniorenspielplatz“ gesträubt, aber das Ansinnen der Wählergruppe und des Seniorenbeirates schien vernünftig. Immerhin wohnen in den neuen Häusern überwiegend Rentner. Doch selbst diese fremdeln noch mit dem Angebot. „Da gehen wirklich zu wenige hin“, weiß Margret Strehl (83). Sie wohnt seit 2015 dort und gesteht, „auch ich könnte öfter gehen.“ Das soll sich ändern.

Nur einen Katzensprung entfernt von dem neuen Wohnviertel in der Heinrich-Heine-Straße ist der benachbarte Park

Nur einen Katzensprung entfernt von dem neuen Wohnviertel in der Heinrich-Heine-Straße ist der benachbarte Park. Er wurde im Sommer 2015 angelegt.

Quelle: Claudia Krause

Die Rentnerin ist gemeinsam mit ihrer Kleinmachnower Gruppe der Rheuma-Liga jetzt auf Tuchfühlung mit den Geräten gegangen. „Die sind toll, so etwas müssten wir in Teltow auch haben“, lobt Renate Bredenhagen. Die Gruppe wird von Almut Binneboese geleitet. Die 73-jährige Physiotherapeutin betreut eine der sieben Gruppen mit bis zu 18 Mitgliedern. Jetzt schickte sie der Ehemann „in die Spur“. „Wir wollen versuchen, bei schönem Wetter künftig hier draußen unsere Gymnastik zu machen“, sagt sie. Sonst trainiert die Gruppe im Carat-Jugendclub.

Die Frauen finden den Park und die Fitness-Anlagen nicht nur „sehr schön und nützlich für die Knochen“. Es sei eigentlich „nicht zu verstehen“, warum sie so stiefmütterlich behandelt werden. „Wer gschamig ist, hat doch gerade in den Nischen hinter den Hecken etwas Blickschutz“, findet Elfriede Bey (75). Schnell beherrschen die Frauen die Geräte, die auf weichen Fallschutzböden montiert sind. Die Bedienungsanleitung für die Stärkung von Muskeln in Rücken, Bauch, Beinen und Armen sowie dem Halten des Gleichgewichts steht auf Metallplatten daneben.

Vor und zurück, vor und zurück

Vor und zurück, vor und zurück: Gisela Vogel (l.) und Margret Strehl (M.) haben schnell Spaß an den Beugeübungen. Rheuma-Liga- Gruppenleiterin Almut Binneboese korrigiert, wenn nötig die Ausführung der Frauen.

Quelle: Claudia Krause

Wegen der wühlenden Wildschweine ist der Park eingezäunt; aber täglich geöffnet von 7.30 bis 19 Uhr. Es gibt je ein Tor von der Heine-Straße und eines vom August-Bebel-Platz. Also: Ausprobieren ausdrücklich erwünscht!

Geräte bald auch in Teltow

In Teltow sollen demnächst zwei Outdoor-Fitnessgeräte für jedermann – nicht nur für Senioren – mit dem geplanten Spielplatz in der Friggastraße entstehen.

Weitere Geräte kommen in den nächsten Jahren zum Beispiel im Bereich Lichterfelder Allee/Marienfelder Anger hinzu.

Stahnsdorf hat keine derartigen Geräte, sondern legt den Schwerpunkt erst einmal auf mehr öffentliche Bänke.

  Von Claudia Krause

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