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Potsdam-Mittelmark Musikschule braucht dringend Räume
Lokales Potsdam-Mittelmark Musikschule braucht dringend Räume
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11:25 24.06.2016
Kleines Zwischenspiel in einer Probenpause: Schulleiter Helge Niederle mit Praktikantin Colleen Troise. Quelle: H. Helwig
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Teltow

Wenn sich die Drummer der „The! Music School“ in Teltow bei ihren Proben am Nachmittag so richtig ins Zeug legen, bringen sie sprichwörtlich die Wände zum Wackeln. Das ist auch nicht besonders schwer, denn der Flachbau auf dem Hof in der Oderstraße 34-36, den die private Musikschule von Helge Niederle nutzt, ist seit Jahren marode. Der Techno Terrain Teltow (TTT) Grundstücksverwaltungs GmbH fehlte bisher das Geld für eine Sanierung. Doch selbst wenn es vorhanden gewesen wäre, hätte die Gesellschaft das Haus wohl kaum modernisieren lassen können. Sie verwaltete das Gebäude nur. Die jüdischen Erben, die verstreut in den USA und in Südamerika leben, würden sich nicht um ihr Eigentum kümmern, heißt es. Aus Sicherheitsgründen, wie die Grundstücksgesellschaft sagt, hatte sie 14 Nutzern des Geländes – darunter auch der Musikschule – zum Vorjahresende die Mietverträge kündigen müssen.

Seitdem sitzt Helge Niederle mit seinem Musikschulprojekt ohne neuen Mietvertrag in dem Eingeschosser und sucht verzweifelt nach einem Gebäude, das er sich finanziell leisten und in dem er sein Projekt Schritt für Schritt weiter ausbauen kann. Die Monatsmieten zahlt er weiter auf ein Verwahrkonto ein. Mittlerweile habe die TTT das Gelände zum 1. Juni dieses Jahres an eine Hallenser Gesellschaft übertragen, erfuhr der Musiker eher zufällig.

Helge Niederle möchte Kindern und Erwachsenen nicht bloß Musikunterricht geben. Er sieht seine Schule als ein viel umfassenderes sozialpädagogisches Projekt in Teltow an. „Bei uns kann man sich ausprobieren, seine Fähigkeiten entdecken und so vielleicht seine individuellen Wünsche erfüllen“, sagt der Mittvierziger, der selbst zehn verschiedene Instrumente spielt, viel in der Welt herumkam und schon mit der britischen Band Duran Duran oder dem amerikanischen Rocksänger Meat Loaf auf einer Bühne stand. Die Musik soll seinen Schülern die Bestätigung geben, selbstständig denken und handeln zu können. „Bildung bereichert nicht nur selbst, sie bereitet auch aufs Leben vor“, behauptet Niederle. Rund 200 Schüler bestätigen ihm dies jede Woche.

Niederle will seine Schule zu einem soziokulturellen Zentrum erweitern und darum einen Jugendklub gründen, eine Tanzschule eröffnen und eine Musikakademie ins Leben rufen. Doch unter den derzeitigen räumlichen Bedingungen konnte gerademal das geplante Café am Mittwoch eröffnet werden. Von der TTT-Grundstücksgesellschaft hatte er sogar schon einen Vorvertrag für ein Objekt in der Rheinstraße 11 zugeschickt bekommen. Aber die Gesellschaft nahm letztendlich ihr Angebot zurück Das Haus sei verkauft worden, sagte man Niederle.

Inzwischen sorgen sich auch Teltows Stadtverordnete um die Zukunft dieser engagierten Jugendsozialarbeit. Sie fragten Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD), inwieweit die Stadt der Musikschule helfen könne. Kommunale Flächen könne Teltow der Musikschule nicht anbieten, antwortete Schmidt. Er sei aber bereit, bei der Suche nach einem neuen Standort zu vermitteln. Da die Schule privatwirtschaftlich geführt wird, könne die Stadt jedoch keine finanziellen Zuschüsse leisten.

Das Ausrufezeichen im Namen „The! Music School“ soll übrigens darauf verweisen, dass man genau die Musikschule in der Region ist, sagt Helge Niederle augenzwinkernd. „Außerdem befindet sich auf der Tastatur unter dem Ausrufezeichen die „1“ – und das wollen wir sein – die Nummer Eins“.

Förderverein soll demnächst die Arbeit unterstützen

Ein Förderverein, der sich derzeit noch in Gründung befindet, soll bald die Arbeit der Musikschule unterstützen.

Auch in diesen Sommerferien bietet „The! Music School“ wieder kostenlose Ferienkurse für Kinder ab sechs Jahre und Familien an.

Die Musikschule war am 1. Oktober 2000 in Kleinmachnow gegründet worden. 2011 musste sie der Berlin-Brandenburg International School (BBIS) weichen und zog nach Teltow.

Sieben Coaches betreuen derzeit die rund 200 Schüler im Alter zwischen sechs und 80 Jahre.

Zwei weitere Trainer werden noch gesucht, um die Nachfrage abdecken zu können.

Von Heinz Helwig

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