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Theaterbegründer will sich zurückziehen

Schicksals-Jahr für Michendorfer Kulturstätte Theaterbegründer will sich zurückziehen

Siegfried Patzer, Gründer und Sponsor des Michendorfer Theaterhauses, will sich 2016 zurückziehen. Bei der Suche nach einem Nachfolger für die künstlerische Leitung der Volksbühne steht die ganze Kulturstätte in Michendorf auf dem Spiel, die Patzer vor sechs Jahren mit Geld aus seinem Privatvermögen geschaffen hat.

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Theaterbegründer Siegfried Patzer will die künstlerische Leitung der Volksbühne abgeben.

Quelle: Olaf Möldner

Michendorf. 2016 könnte zum Schicksals-Jahr für das Michendorfer Theater werden. Siegfried Patzer, Begründer des Theaters und Leiter der Volksbühne, will sich zurückziehen. „Mein Entschluss steht fest, die künstlerische Leitung an der Volksbühne dieses Jahr niederzulegen“, sagte er der MAZ. Das Fortbestehen des Theaters „wird davon abhängen, ob ich einen Nachfolger finde“, so Patzer.

Auf dem Spiel steht im schlimmsten Fall das 2010 eröffnete Theaterhaus in der Potsdamer Straße. Der Mietvertrag fürs Theater läuft Ende 2016 aus, Patzer hat aber die Option, um weitere drei Jahre zu verlängern – wenn die Nachfolge gesichert ist. Er hatte sich einst in das Gebäude des ehemaligen Volkshauses eingemietet und dort ein schmuckes Theater geschaffen – mit Geld aus seinem Privatvermögen. Patzer investierte fast 200 000 Euro für den Traum von einer eigenen Spielstätte auf dem Lande und schoss auch später für den laufenden Betrieb Geld zu. Findet sich ein neuer künstlerischer Leiter, will er das Theater weiterhin als Sponsor stützen. Seit Mitte der Woche sei er auch etwas optimistischer, dass dies klappt. Es gibt Gespräche mit Christian Schnell, Chef der Berliner Agentur Stageworkers. Schnell ist auch Intendant der Altmühlsee-Festspiele und soll begeistert sein vom Theater in Michendorf. Eine Einigung mit dem anderen Teil von Michendorfs gespaltener Theaterszene ist derweil nicht absehbar. Wie berichtet, hatten sich Theaterbegründer und der Verein der „Kleinen Bühne“ derart zerstritten, dass sie seit Anfang 2015 getrennte Wege gehen. Die Spaltung führte zu der paradoxen Situation, dass es fürs Publikum in Michendorf seither zwei Theaterangebote gibt – in Patzers Volksbühne und beim momentan heimatlosen Verein „Kleine Bühne“, der mit seinem Ensemble meist ins Gemeindezentrum „Zum Apfelbaum“ ausweicht. „Beide Seiten leiden unter der Situation“, räumt Patzer ein. Und doch sieht er kein Happy End in Sicht für das Drama, das sich 2014 hinter den Kulissen abspielte und zu einem Riss zwischen einstigen Mitstreitern führte, der offenbar nicht zu kitten ist.

Für das sechste Jahr der Volksbühne kündigt Siegfried Patzer noch einmal ein volles Programm an. Los geht es am 14. Februar, 17 Uhr, wenn Schauspielstudenten der Babelsberger Filmuni in Michendorf gastieren – mit dem Chanson-Projekt „Warten auf... Über Gestrandete und Getriebene“. Zudem sind zwei Premieren geplant (Infos: 033205/21 019 oder volksbuehnemichendorf.de).

Von Jens Steglich

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