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Potsdam-Mittelmark Blütentherme soll weitere 30 Millionen Euro kosten
Lokales Potsdam-Mittelmark Blütentherme soll weitere 30 Millionen Euro kosten
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19:32 20.04.2018
Ein Investor soll sich um die Fertigstellung und den Betrieb der Blütentherme in den Werderaner Havelauen kümmern. Quelle: Luise Fröhlich
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Werder

Der Badausschuss hat am Mittwoch die Weichen für die lang ersehnte Fertigstellung der Blütentherme in Werder gestellt. In einer zweiten nicht öffentlichen Sitzung erteilte das Gremium sein Mandat für den wirtschaftlichsten Partner, wie die Stadt am Abend mitteilte. Mit ihm kann die Verwaltung nun in die Verhandlung gehen. Einen Zuschlag soll es mit Vertragsabschluss vor der Sommerpause geben, sagte Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU). Das laufende Vergabeverfahren für den Fertigbau und den Betrieb der halb fertigen Blütentherme am Zernsee stehe damit vor dem erfolgreichen Abschluss.

Das spiegele sich auch im Entwurf des Doppelhaushaltes für 2018/19 wieder. Für das neue Gesamtkonzept sollen 30 Millionen Euro eingestellt werden. Manuela Saß zufolge könne die Investition aus der städtischen Rücklage finanziert werden, die dafür angelegt wurde. Der Doppelhaushalt müsse für das Bad nicht gekürzt werden. „Insbesondere Investitionen im Schul- und Kitabereich behalten oberste Priorität“, sagte sie.

SPD sieht das Projekt kritisch: „Summe ist absurd hoch“

Wie hoch die Kosten für die Stadt sein werden, war bislang nicht bekannt. Gutachter hatten lediglich für den Fertigbau der Therme eine Spanne von zehn bis zwölf Millionen Euro genannt. Aktuell liegen die Ausgaben bei rund 21 Millionen Euro. Hinzu kommen die nach Juni 2016 angefallenen Betriebskosten.

Die Badausschuss-Vorsitzende, Anja Spiegel (SPD), äußerte sich am Abend in einer Mitteilung kritisch. „Die Summe von 30 Millionen Euro ist geradezu absurd hoch“, erklärte sie. Letztlich würde das Projekt Blütentherme damit auf 50 bis 55 Millionen Euro kommen. „Die Kosten haben sich gegenüber 2009 verdreifacht“, sagte Anja Spiegel. Damit sei die Stadt über die nächsten Jahre finanziell hochgradig belastet und könne andere notwendige Maßnahmen wie Kitas, Schulen, sozialen Wohnungsbau oder die Ausbesserung maroder Straßen nicht realisieren. Zum Vergleich: Das Potsdamer Bad „blu“ kostete insgesamt knapp 40 Millionen Euro.

Bürgermeisterin ist zuversichtlich

Obwohl die Stadt aus vergaberechtlichen Gründen noch keine Details bekanntgeben könne, zeichne sich eine grundsätzliche Marschrichtung für das Bad ab, berichtete die Bürgermeisterin. Im März haben mehrere Bieter finale Angebote abgegeben, die von Beratern und Anwälten der Stadt unter anderem auf Wirtschaftlichkeit geprüft worden sind. Die Bieter hätten spannende Ideen für den Standort entwickelt, sagte Manuela Saß. Gemeinsam hätten sie, dass Familien-, Gesundheits- und Wellnessangebote sowie die Verbindung zum Havelufer gestärkt und unterschiedliche Zielgruppen angesprochen werden sollen. „Ich bin zuversichtlich, dass wir einen Pächter bekommen werden, der die Blütentherme zum nachhaltigen Erfolg für unseren staatlich anerkannten Erholungsort machen wird“, so die Bürgermeisterin weiter. Seit Ende 2014 ruhen die Bauarbeiten auf der Baustelle. Von der Kristall-Bäder AG, mit der das Projekt begonnen wurde, trennte sich die Stadt im April 2016. Auf eigene Faust wollte sie das Großprojekt nicht zu Ende bringen.

Im neuen Versuch soll das Bad nach Beschluss der Stadtverordneten vor einem Jahr im Rahmen der damaligen Baugenehmigung zu Ende gebaut werden. Elemente wie ein Familienbereich in Verbindung mit dem Sportbad, ein attraktiver Thermenbereich und ein besonderes Saunakonzept mit Seesauna auf der Havel sollen die Besucher an den Standort locken. Dieser soll in die Uferlandschaft eingebettet sein.

Stadt zielt auf geringe jährliche Zuschüsse ab

Geringe jährliche Zuschüsse der Stadt stünden dabei den hohen Anfangsinvestitionen für den Bau gegenüber, argumentierte Manuela Saß. Die Therme solle sich überwiegend aus eigener Kraft tragen, wodurch Risiken für die Stadt minimiert würden. „So hätten es sich die Stadtverordneten und auch ich mir gewünscht“, sagte die Bürgermeisterin. Die Verwaltung will den Stadtverordneten bis zum Sommer eine Beschlussvorlage über den Vertragsabschluss vorbereiten.

Vorinformation endete mit acht Interessenten

Die Therme wird in einem Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb vergeben. Im Teilnahmewettbewerb wurden Bieter anhand von Nachweisen und Referenzen auf ihre Eignung geprüft. Im Verhandlungsverfahren haben ausgewählte Bieter konkrete Angebote abgegeben und erörtert.

Bei der Vorinformation zu Beginn des ganzen Verfahrens hatten sich acht Interessenten gemeldet. Wie viele auch Angebote abgegeben haben, wollte die Stadt nicht sagen.

Von Luise Fröhlich

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