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Potsdam-Mittelmark Thomas Hemmerling darf weiter Chef sein
Lokales Potsdam-Mittelmark Thomas Hemmerling darf weiter Chef sein
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16:10 06.12.2016
Karin Commichau, die Vorsitzende des Amtsausschusses, gratuliert Thomas Hemmerling zur Wiederwahl als Niemegker Amtsdirektor Quelle: Thomas Wachs
Niemegk

Der Alte wird der Neue sein. Thomas Hemmerling bleibt für weitere acht Jahre Amtsdirektor in Niemegk. In seiner Sitzung am Montagabend machte der Amtsausschuss spontan den unkomplizierten Weg frei für eine zweite Amtszeit des 44-jährigen Verwaltungschefs. Das Gremium verzichtete in offener Abstimmung einstimmig auf eine Ausschreibung der Stelle. Sie ist nach acht Jahren zum 1. Mai 2017 neu zu besetzen. Die Entscheidung über das Verfahren muss spätestens sechs Monate vor Ablauf der Amtszeit festgelegt sein. Für Hemmerling endet seine erste Amtszeit am 30. April.

Hemmerling selbst hatte sich „nach reiflicher Überlegung“ entschlossen, „dem Amt Niemegk für eine weitere Amtszeit zur Verfügung zu stehen“. Immerhin gebe es „viele kleine und ein paar große Dinge noch zu erledigen“, sagte der Verwaltungschef in seiner Bilanz vor dem Amtsausschuss.

Im Großen und Ganzen zufrieden mit der Arbeit

Dessen Vorsitzende, Karin Commichau, zeigte sich „erfreut über die Entscheidung zur erneuten Amtszeit“ und plädierte für eine direkte Wiederwahl. Gegen eine Ausschreibung sprach sich auch Rainhard Benke aus. „Wir sind im Großen und Ganzen ja zufrieden mit seiner Arbeit und wir wollen keine Brücker Verhältnisse“, sagte der Gemeindevertreter aus Mörz mit Blick auf den nach Streitigkeiten für Monate unbesetzten Chefposten im Amt Brück.

Niemegks Bürgermeister, Hans Joachim Linthe (SPD), lobte die „super konstruktive Zusammenarbeit, die ich erst als Vorsitzender der AEV-Verbandsversammlung und später als Bürgermeister mit Thomas Hemmerling in den Jahren erleben durfte“. Ralf Rafelt, Bürgermeister der Gemeinde Rabenstein/Fläming, hält eine Ausschreibung nur für sinnvoll, „wenn man nicht zufrieden ist mit dem Amtsinhaber“. Auch er sprach sich für die direkte Wiederwahl aus. „Es ist viel auf den Weg gebracht worden, wenngleich es mit der Infrastruktur hier und da noch hapert“, sagte Rafelt in der internen Beratung unter zwischenzeitlichem Ausschluss des Amtsdirektors. Die Mitglieder des Amtsausschusses honorierten allgemein die Bemühungen Hemmerlings um eine harmonische Amtsführung.

Gelernt in der Kreisvewaltung

Thomas Hemmerling (44) stammt aus Dahnsdorf. Dort lebt er mit seiner Frau und zwei Kindern.

Seine Verwaltungslaufbahn begann 1993 mit der Ausbildung in der Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmarks.

Es folgte 1996 ein Studium an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und bis 1999 die Tätigkeit im Gesundheitsamt des Kreises.

Bis zum Wechsel nach Niemegk im Jahr 2009 war Thomas Hemmerling ab 1999 in der Kreisverwaltung Fachdienstleiter für Strategische Steuerung.

Er selbst habe bei seinem Einstieg als Amtschef im Jahr 2009 indes „eine schlechte Stimmung registriert, die geprägt gewesen war von einem Rechtsstreit und den Nachrichten von der Stadt Niemegk, die pleite war“.

Inzwischen sei das Amt bei seinen direkten Nachbarn und beim Kreis „anerkannt für das, was wir tun“, sagte Hemmerling in seiner Bilanzrede. Als Erfolge sieht er den Ausbau des Familienzentrums, die Richtlinie für freiwillige Feuerwehren zum Umgang mit Ölspuren, „mit der wir Impulse für das Land gesetzt haben“, sowie die jüngsten Fortschritte zur Beräumung des illegalen Mülllagers bei Neuendorf. Auch die Entwicklung der gerade komplett sanierten Schule, den Erhalt des Freibades und die vielerorts geglückten Kooperationen im Brandschutz seien Erfolge, sagte der Amtschef.

Das Erreichte sei jedoch „keine Leistung von mir allein sondern eine Teamarbeit vieler Beteiligter in den Gemeinden, in der Verwaltung und in Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen gewesen“, so Hemmerling.

Infrastruktur birgt noch Herausforderungen

Herausforderungen erwartet der Amtschef in der weiteren Gestaltung der Infrastruktur. Defizite sieht er im Straßenbau. „Auch muss die Bauleitplanung künftig schneller erfolgen können“, sagte Hemmerling. Als Beispiel nannte der Amtschef die seit 2010 noch immer laufenden Bemühungen um die planerische Erweiterung des Gewerbegebietes Niemegk um Flächen für nachgefragte Industrieansiedlungen.

Gescheitert ist Hemmerling nach eigener Einschätzung mit dem Vorstoß, das Amt in eine amtsfreie Gemeinde zu überführen. „Dafür gab es nicht die nötige Einigkeit.“

Engere Kontakte nach Treuenbrietzen

Vor diesem Hintergrund hält der Amtsdirektor einen Ausbau der Kooperationen mit der Stadt Treuenbrietzen für sinnvoll, „um den Anforderung der Bürger und der Gesetzlichkeiten“ an die Verwaltung noch gerecht werden zu können. Vom Personal her habe die Niemegker Verwaltung „eine kritische Betriebsgröße unterschritten, die intern keine Vertretbarkeit mehr gewährleistet. „Diese Kooperation auf Augenhöhe sollte daher als Rezept für die Zukunft ausgebaut werden“, sagte Thomas Hemmerling zu den Herausforderungen seiner zweiten Amtszeit.

Von Thomas Wachs

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