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Potsdam-Mittelmark Tickende Schmuckstücke von Frank Kleber
Lokales Potsdam-Mittelmark Tickende Schmuckstücke von Frank Kleber
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18:28 02.03.2017
Ziffernblatt bedrucken: Frank Kleber verbringt an manchen Tagen mehr als zehn Stunden in seiner heimischen Werkstatt. Quelle: Luise Fröhlich
Bliesendorf

Mehr als ein Kaffee am Morgen ist nicht drin. Denn für seine Präzisionsarbeit braucht Frank Kleber eine ruhige Hand. Schnell ist mal ein winziges Teil abgebrochen und acht Stunden Arbeit sind dahin. Manche Arbeiten kann er nur spät abends oder nachts machen, wenn alles still ist und nichts mehr zittert. Nicht nur die Schrauben, Zahnräder und Wellen, aus denen später mal eine Uhr werden soll, sind fast verschwindend klein, sondern auch die passenden Werkzeuge dazu. Beigebracht hat sich der 47-Jährige das Uhrenbauen selbst, steht seit 2012 auf der Handwerksrolle und hat bereits fünf eigendesignte Serien in seiner Manufaktur in Bliesendorf produziert.

Sein Wissen über das Fertigen von Armbandchronographen, wie er sie selbst nennt, stammt aus Uhrmacher-Lehrbüchern und Fachliteratur, die er in jeder freien Minute oder wenn er bei etwas nicht mehr weiterkommt, zur Hand nimmt. „Ich habe aber auch viel einfach ausprobiert“, sagt Kleber. Fachkundiger Rat von einem Uhrmacher aus der Region rundeten dies ab. Für ihn steht bei den Uhren die Handwerkskunst im Vordergrund: „Die Kunst liegt nicht darin, seinen Namen in eine Uhr zu schreiben, sondern im Handwerk.“ Seine Kunden schätzen die Individualität. Die Uhr sei in den vergangenen Jahren sehr in den Fokus gerückt, aber nicht weil die Menschen wissen wollen, wie spät es ist, sondern weil sie schmückende Einzelstücke haben wollen, sagt der gelernte Industriekaufmann, der 13 Jahre lang Dachziegel in Rheinland-Pfalz verkauft hat.

Vor elf Jahren nach Bliesendorf gezogen

Die Affinität zu Uhren habe sich bei Kleber über die Jahre entwickelt. Schon als Kind faszinierten sie ihn und irgendwann kam er zu einer alten Armbanduhr, die nicht mehr funktionierte. Also versuchte er sie zu reparieren, was nicht sofort gelang, aber mit Ehrgeiz und Geduld schließlich klappte. Im Freundeskreis sprach sich das rum und immer mehr kaputte Uhren fanden den Weg zu ihm. Vor etwa sieben Jahren fand er sich dann mit Zirkel und Buntstiften beim Zeichnen des ersten Entwurfs wieder. Seitdem sind viele unterschiedliche Modelle und auch Einzelstücke entstanden.

Alle Teile stellt er natürlich nicht selbst her, sondern bestellt beispielsweise die Gehäuse oder die Gläser. Dennoch war es immer sein Ziel, nichts von der Stange zu verkaufen. „Etwas zu haben, das es nur drei- oder viermal auf der Welt gibt, bezeichne ich auch als Luxus“, sagt der gebürtige Potsdamer. Vor elf Jahren zog er vom Rheinland nach Bliesendorf und baute in sein Haus, in dem er gemeinsam mit seiner Frau und seinem 15 Jahre alten Sohn lebt, gleich eine kleine Werkstatt hinein. Dort sammelten sich über die Jahre immer mehr Werkzeuge und kleine Maschinen an.

Fünfter Platz bei der „Goldenen Unruh“

Noch immer stolz ist er auf den fünften Platz, den er vor vier Jahren bei der „Goldenen Unruh“ – dem Oscar im Uhrengeschäft, abräumte. Aus dem Kaltstart setzte er sich mit seiner „Clubtime Vigour“ in der Kategorie bis 5000 Euro gegen 93 andere Modelle durch und landete zwischen den bekannten Marken Breitling und Omega. Die Besonderheit der Uhr: Man kann den Aufzugszustand der Uhr mittels eines Zeigers auf dem Zifferblatt ablesen. „Es ist absolut schwer auf die vorderen Ränge zu kommen und es war schon interessant zu sehen, wo man einklassifiziert wird. Ich habe mich einfach reingedrängelt und werde seither jedes Jahr eingeladen“, sagt Kleber. Damit überraschte er nicht nur die Fachwelt, sondern ein wenig auch sich selbst. Rückblickend fühle es sich noch immer wie ein Sieg an.

Zum achten Mal war Kleber im Januar bereits beim Brandenburgischen Ball der Wirtschaft in Potsdam dabei und ist jedes Jahr auch auf mehreren Messen in Süddeutschland, Berlin oder Hamburg unterwegs. Auf dem Brandenburg-Ball verkauft er zwar selten eine Uhr, knüpft aber Kontakte. Im Uhrengeschäft sind die, wie er sagt, Gold wert. Ein-Mann-Unternehmen gibt es in der Uhren-Branche deutschlandweit nur eine Hand voll, so Kleber. Von der Entwicklung bis hin zur Vermarktung macht er alles allein. Neben dem Zusammenbasteln neuer Armbanduhren repariert Kleber auch immer noch Uhrwerke. Erst kürzlich standen zwei junge Männer aus Werder vor seiner Haustür und hatten einen alten Schatz dabei, der nicht mehr lief. „Ganz schüchtern haben sie gefragt, ob ich ihnen mal einen Tipp geben kann. Am Ende haben wir fast drei Stunden in meiner Werkstatt gesessen“, erzählt Kleber.

Bodenständig geblieben

Obwohl er Luxus-Gegenstände herstellt, die nicht überlebensnotwendig sind, ist er selbst ganz bodenständig geblieben. So wie auch eines seiner Vorbilder Dieter Dornblüth aus Kalbe in Sachsen-Anhalt. Der Uhrmacher baute seine Manufaktur damals allein auf, hat mittlerweile seinen Sohn Dirk, ebenfalls Uhrmachermeister, und insgesamt acht Mitarbeiter an Bord. „Er hat es wirklich geschafft“, sagt Kleber. Für die Zukunft träumt er von einer größeren Werkstatt und natürlich auch davon, mit dem nächsten Modell unter den ersten drei Rängen des Wettbewerbs zu landen.

Handaufzugsuhren sind noch immer beliebt

Viele von Frank Klebers Uhren sind Handaufzugsmodelle, die durch das Drehen der Aufzugskrone mit Energie versorgt werden. Im Gegensatz zu mechanischen Uhren übernimmt dies bei Automatikuhren zum Beispiel die Bewegung des Armes beim Tragen der Uhr oder ein Uhrenbeweger.

Mechanikfreunde schätzen das leise Klicken des Sperrrades, das bei jedem Werk unterschiedlich klingt. Wer beim Aufziehen durch einen gläsernen Gehäuseboden schauen kann, sieht sogar, wie das Uhrwerk zu neuer Energie kommt.

A
uch wenn sich der Automatikaufzug gegenüber dem Handaufzug breitflächig durchgesetzt hat, schlägt das Herz vieler Uhrenliebhaber nach wie vor für die ursprüngliche Variante mit Aufzugskrone. Viele vergegenwärtigen sich dabei die filigrane Technik, die sich im Inneren der Uhr verbirgt.

Wegen des fehlenden Rotors können Handaufzugsuhren schlanker gebaut werden und ihr Inneres wird nicht zwangsläufig verdeckt. Besonders ambitionierte Uhrensammler haben meist Uhren beider Aufzugsarten im Bestand.

Von Luise Fröhlich

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