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Tim Steinert besucht exklusive Grundschule

Görzke Tim Steinert besucht exklusive Grundschule

Tim Steinert lernt ab sofort lesen, schreiben und rechnen in der Grundschule Görzke. Eine exklusive Bildungsstätte. In der Filiale der Thomas-Müntzer-Grundschule Ziesar werden nämlich insgesamt nur 46 Erst- bis Viertklässler unterrichtet. Nicht nur Uroma Erika Karbaum freut es, dass die Politik 2013 eine fast einmalige Entscheidung für den Erhalt des Standortes getroffen hat.

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Tim Steinert ist Lernanfänger in der Grundschulfiliale Görzke

Quelle: Christiane Sommer

Görzke. Endlich Schulanfang. Tim Steinert ist einer von fast 350 hiesigen Abc-Schützen, die den Termin herbeigesehnt haben. Der sechsjährige wird ab sofort n der Grundschule Görzke lesen, schreiben und rechnen lernen.

Mit nur 46 Jungen und Mädchen, die in den Klassenstufen eins bis vier unterrichtet werden, ist sie die kleinste Bildungseinrichtung ihrer Art im Hohen Fläming. Dass der Standort dennoch erhalten werden konnte, ist einer Kooperation mit der Thomas-Müntzer-Grundschule Ziesar zu verdanken. Sie gilt als Hauptstandort und hat seit 2013 im Töpferort eine Filiale. Dort herrscht allgemein Freude über den exklusiven Kompromiss. Bleiben den Jüngsten beim Einstieg ins Lernen dadurch lange Wege erspart.

Nähe zum Schulort ist ganz wichtig

„Die Schule im Ort zu haben, ist etwas ganz wichtiges“, findet auch Erika Karbaum. Die 70-Jährige fieberte dieses Mal mit Tim Steinert dem ersten Schultag entgegen. Den Grund hat sie schnell erklärt. Der Sechsjährige ist ihr Urenkel und die Schule im Dorf liegt ihr in besonderem Maße am Herzen. Über viele Jahre engagierte sich die Rentnerin dort als Leseomi ehrenamtlich. Auf die Einschulung hat sie sich mithin gefreut, weil aus der Karbaumschen Familie nunmehr die dritte Generation im Schulhaus am Nonnenheider Weg lernen wird.

In dritter Generation wird die Schule nun schon von der Familie besucht

In dritter Generation wird die Schule nun schon von der Familie besucht.

Quelle: Christiane Sommer

„Ich wurde ja noch in Hohenlobbese eingeschult“, bemerkt die Ruheständlerin und ergänzt, dass sie erst ab 1957 die Schulbank in Görzke drückte. Zwei Jahre später wurde zwar der erste Spatenstich für den Neubau gegenüber dem Schützenplatz getätigt. Als er 1962 als Polytechnische Oberschule endlich bezugsfertig war, wechselte Erika Karbaum jedoch zur Oberschule nach Belzig.

Jahre später hat sie jedoch wieder die Görzker Schule regelmäßig besucht. Als Mutter von drei Kindern. Tochter Elke, Tims Oma, wurde 1974 dort eingeschult. Sie hielt dem Heimatort die Treue und stand Jahre später ebenfalls als Mutter von drei Kindern auf dem Hof der Einrichtung. Eines dieser Kinder ist wiederum Stefanie Steinert, Tims Mama. Letztere erhielt 1992 ihre Zuckertüte.

Unterricht findet jahrgangsübergreifend statt

Durchschnittlich 300 Schüler wurden damals noch von rund 30 Lehrern in bis zu 14 Klassen unterrichtet. Weshalb die Görzker Schule kurz vor der Wende noch einen Erweiterungsbau erfuhr. Außerdem gibt es eine Turnhalle, in der jeweils das Aufnahmezeremoniell stattfindet. Mit der neuen Zeit, weniger Nachwuchs und mehr Reformen war das Ende der zehnklassigen polytechnischen Oberschule in Görzke aber nicht mehr aufzuhalten. Rückläufige Geburtenzahlen ließen bald sogar das Ende des Grundschulstandortes befürchten. Doch die Kommune als Schulträger machte sich für den Erhalt stark. Unter dem Motto „Kurze Wege für kurze Beine“ wurde im Amt Ziesar erfolgreich nach einer machbaren Lösung gesucht. Dass sie zustande kam, hatten seinerzeit Günter Baaske (SPD) und Saskia Ludwig (CDU) - seinerzeit im Wahlkampf – versprochen und so begründet sich auch auf eine bis heute einmalige Entscheidung des Staatlichen Schulamtes Brandenburg/Havel.

Seitdem werden die in Görzke eingeschulten Kinder von der 1. bis zur 4. Klasse jahrgangsübergreifend unterrichtet. Wurde im vergangenen Sommer jedoch kein einziges Kind eingeschult, kamen mit dem heutigen Tag sogar 13 ABC-Schützen dazu. Sie werden fortan in den Klassen mit flexibler Eingangsphase lernen.

Auch dazu hat Erika Karbaum eine Meinung. Die 70-Jährige sagt: „Dieses Konzept finde ich sehr gut. Als ich in die Schule kam, wurden drei Klassen in einem Raum unterrichtet. Bis heute bin ich fest davon überzeugt, dass die Kleinen immer von den Großen gelernt haben.“

Offene Stellen in Bad Belzig und Niemegk

349 Erstklässler sind am Wochenende in den hiesigen Grundschulen eingeschult worden.

Im Einzelnen : Geschwister-Scholl-Grundschule Bad Belzig: 94 (Vorjahre: 76, 75); Hans-Grade-Grundschule Borkheide: 34 (35, 40); Grundschule Brück 58 (52,50); Kleine Grundschule Dippmannsdorf 13 (20, 12); Kleine Grundschule Golzow: 19 (24, 15); Grundschulfiliale Görzke: 13 ( keine Angabe)n. Robert-Koch-Grundschule Niemegk: 28 (25, 34); Albert-Schweitzer-Grundschule Treuenbrietzen: 46 (48, 33); Grundschule „Am Schlosspark“ Wiesenburg: 33 (30,30); Förderschule „Am Grünen Grund“ Bad Belzig 7 (6, 6). Freie Schule Fläming Bad Belzig: 7 (keine Angaben.)

An den Grundschulen Bad Belzig und Niemegk konnten noch nicht alle Lehrerstellen besetzt werden. Bewerber haben Zusagen zurückgezogen oder sich als fachlich ungeeignet herausgestellt, berichtet das Staatliche Schulamt. Der Betrieb sei an beiden Bildungsstätten aber nicht gefährdet.

Die Ausschreibungen zur Besetzung der Stellen bleiben bestehen. Nach wie vor bevorzugen auch Pädagogen das Umfeld von Berlin statt den Hohen Fläming als Einsatzort.

Von Christiane Sommer

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