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Potsdam-Mittelmark Töpfern lernen in familiärer Atmosphäre
Lokales Potsdam-Mittelmark Töpfern lernen in familiärer Atmosphäre
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18:55 25.03.2018
Karsten Gubbe aus Borkheide bietet in seiner Keramikwerkstatt Töpferkurse in familiärer Atmosphäre an. Sein Angebot ist vielfältig - hier präsentiert er einige Stücke. Quelle: Trunschke, Andreas
Borkheide

Töpferkurse gibt es viele. Töpferkurse am privaten Wohnzimmertisch direkt neben einem wohlig warmen Kamin dürften dagegen eher selten sein. Bei Karsten Gubbe in Borkheide können die Besucher aber genau das erleben. „Dann sitzt schon mal eine ganze Familie bei uns am Tisch und formt mit Ton“, erzählt Gubbe. Am vergangenen Wochenende hat der Keramikkünstler die Türen seiner Werkstatt anlässlich der Europäischen Tage des Kunsthandwerks geöffnet.

Egal ob Teller, Tassen, Schüsseln oder Vasen: Selbstgemacht sind all diese Alltagsgegenstände etwas besonderes. Wer schon immer mal töpfern wollte und dabei Wert auf eine familiäre Atmosphäre legt, der wird zum Beispiel bei Karsten Gubbe in Borkheide (Potsdam-Mittelmark) fündig. Am Wohnzimmertisch neben dem Kamin können sich alle Kreativen austoben.

Gubbe selbst hat ebenfalls mal mit einem Töpferkurs begonnen. Seitdem ist für ihn die Arbeit mit Ton das Entspannungsmittel der Wahl. Weitere Kurse, viel ausprobieren und lernen mit Hilfe von Internetvideos folgten. Heute produziert Gubbe nicht nur für sich und die Familie, sondern verkauft seine Produkte auch. Das Dekor vieler seiner Tassen, Kannen, Schalen und Vasen zeichnet sich durch ungewöhnliche rot-orange Töne aus. Sie besitzen eine Ausstrahlung, die gut und gerne als mediterran bezeichnet werden können.

In der Töpferei gilt für Gubbe die Maxime: ganz oder gar nicht. Also töpfert er heute nicht nur selbst, sondern vermittelt auch anderen seinen Spaß am Ton und beliefert Keramikinteressierte mit den notwendigen Materialien. Zugute kommen ihm dabei seine Erfahrungen mit dem Internethandel, die er mit seiner Sicherheitsfirma gewonnen hat.

Vor allem Hobby und nicht Broterwerb

In seinem gut sortierten Online-Shop kann man nicht nur seine Töpfereiprodukte erwerben, sondern auch Ton und Farben, außerdem handgefertigte Rohlinge, die man anschließend selbst kreativ bemalen kann. Trotzdem ist die Töpferei für Gubbe vor allem Hobby und nicht Broterwerb. „Ich möchte nicht davon leben müssen“, sagt er. Schließlich hat der Sicherheitstechniker in Berlin noch eine Firma mit 30 Angestellten. „Das Töpfern brauche ich da als Ausgleich.“

Deshalb geht er auch nicht auf die typischen Töpfermärkte. Lieber verkauft er seine Sachen zu Hause, übers Internet und auf den Weihnachts- und anderen Märkten der Region. Als nächstes wird man Gubbe mit seinen Töpferwaren auf dem 5. Frühlingsfest des Amtes Brück am 28. April treffen können. Seine Stoßzeiten sind jedoch vor Weihnachten, wenn die Leute noch schnell ein Geschenk suchen, und in den Ferien, wenn Kurse für Kinder gesucht sind.

2002 in Frankreich gestartet

In Brandenburg haben dieses Jahr erstmalig die Europäischen Tage des Kunsthandwerks stattgefunden.

Ins Leben gerufen wurden sie bereits 2002 vom Französischen Ministerium für Handwerk.

Seitdem präsentieren sich alljährlich zeitgleich die Kunsthandwerker in 19 europäischen Ländern.

Neben der Werkstatt von Karsten Gubbe hat auch die Sattlerei Maurer aus Treuenbrietzen an den Kunsthandwerkertagen teilgenommen.

Insgesamt waren aus ganz Brandenburg 35 Kunsthandwerker dabei und haben in ihre Werkstätten eingeladen.

Wer bei Karsten Gubbe töpfern möchte, erreicht ihn unter 0151/65 19 55 22 oder per Mail an shop@keramik-toepfern.de.

Wenn er zu Hause ist, steht am Gartenzaun vor dem Einfamilienhaus ein Aufsteller mit der Einladung, herein zu kommen. „Aber irgendwie trauen sich die Leute nicht so recht“, wundert sich Gubbe. Deshalb hat er Anfang März erstmals einen Tag der offenen Tür veranstaltet. Der traf auf große Resonanz. „Die Leute haben uns fast die Tür eingerannt.“ Eine junge Frau beispielsweise bemalte einen Kannenrohling für ihre Mutter, Gubbe wird ihn für sie fertig brennen.

Häufig kommen Leute auch mit Fotos aus dem sozialen Netzwerk „Pinterest“ zu ihm. Nutzer können dort Rezepte aber vor allem auch Einrichtungs- und Bastelideen bildlich austauschen. Die Leute fragen Gubbe dann, ob er ihnen nicht bei der Umsetzung helfen könne. Wenn er das noch nicht kann, probiert er es aus. „So wachse ich gemeinsam mit meinen Kunden“, sagt er.

Gubbes Traum: Den Rakubrand lernen

Das gilt genauso für seine Töpferkurse. In den ersten zwei Stunden zeigt er den Teilnehmern ganz individuell, was alles möglich ist, dann fragt er, was für sie geeignet wäre. Zur Auswahl stehen die Tonbearbeitungstechniken gießen, formen und drehen. In den zwei Stunden sollten die Nachwuchs-Töpfermeister schon eine erste Tasse herstellen können. „Wichtig ist mir, dass sie mit einem Lächeln vom Tisch aufstehen“, sagt Gubbe. Wenn er das Gefühl hat, dass verschiedene Kunden gut zueinander passen könnten, fragt er sie, ob sie gemeinsam weiter arbeiten wollen.

Deshalb überlegt Gubbe sich bereits neue Sachen. Aus Kanin erhielt er die Anfrage, ob er nicht einmal einen Kurs in einer größeren Gruppe machen könnte. In Königs Wusterhausen gestaltet er einen Kurs für Kinder. Aber auch er selbst will sich weiterentwickeln. Ein Traum von ihm ist der Rakubrand, eine aus Japan stammende besondere Brenntechnik.

Von Andreas Trunschke

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