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Töplitzer lassen nicht locker

Lärmschutz für die Insel an der A 10 Töplitzer lassen nicht locker

Seit Jahren fordert die Bürgerinitiative Töplitz einen Schallschutz an der Havelbrücke entlang der Autobahn 10. Nun drängt sie auf eine schnelle Umsetzung. Sollte der Ausbau auf sechs Streifen erfolgen, wie im Bundesverkehrswegeplan vorgesehen, besteht für Anwohner ein Rechtsanspruch auf Schallschutz.

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Für Wolfram Lehmann ist der Schallschutz lange fällig.

Quelle: Privat

Töplitz. Wenn der Wind ungünstig aus Südost bläst, auf der Havelbrücke und A10 Hochbetrieb herrscht, sind Plaudereien im Garten in der Ortsmitte von Töplitz fast unmöglich. Nicht nur das musste der Leiter der Bürgerinitiative Lärmschutz Töplitz, Wolfram Lehmann, feststellen. Als studierter Akustiker hat er auch diverse Messungen vorgenommen, die den befürchteten hohen Lärmpegel, dem die Anwohner im Umfeld der Autobahnbrücke ausgesetzt sind, bestätigen.

„Auch der Töplitzer Hafen und das 1000 Meter entfernte Naturschutzgebiet im anerkannten Erholungsort sind von den Belastungen insbesondere auf der 700 Meter langen Havelbrücke betroffen“, sagt Lehmann. Die BI hat jetzt in ihrer Stellungnahme zum aktuellen Entwurf des Bundesverkehrswegeplanes bis 2030 mit dem sechsstreifigen Ausbau der A10 eine schnellstmögliche Lärmschutzwand gefordert. „Der Plan des Bundes für den Autobahnausbau geht von 32 000 Autos pro Tag im Jahr 2030 aus“, beklagt Lehmann. „Es wurden aber jetzt schon bis zu 35 000 Fahrzeuge in 24 Stunden festgestellt.“

Nach den Worten von Lehmann sorgt die Havelbrücke mit einem steigenden Verkehrsaufkommen seit Jahren für erhebliche Belastungen bei den Anwohnern und Beschäftigten im Umfeld der Überführung. „Spätfolgen können psychische und weitere gesundheitliche Schäden sein“, sagt Lehmann. Bereits seit Jahren gebe es Aktivitäten und große Anstrengungen der Bürgerinitiative, diesen Lärm zu vermindern. Mit einem Ausbau der Autobahn auf sechs Streifen entstehe nun ein Rechtsanspruch auf die Installation von Lärmschutzwänden. Bürger und Betriebe in Töplitz wollen unter diesen Bedingungen erst recht nicht locker lassen und drängen auf eine Lärmschutzwand ohne jeglichen Zeitverzug. „Wir gehen davon aus, dass die Ausführung der Schallschutzmaßnahmen in heutiger Zeit in einer Form erfolgt, die einen Blick vom Fahrzeug auf der Brücke auf die märkische Landschaft gestattet“, sagt Lehmann.

Auf den notwendigen Schallschutz entlang der Autobahn 10 im Bereich der Insel Töplitz im Sinne der Anwohner und als Erholungsort hatte die Stadt Werder schon in ihrem Lärmaktionsplan aufmerksam gemacht. Messungen im Umfeld des Hafens Töplitz und der Bungalows haben laut Lehmann ergeben, dass Besucher während ihres Aufenthaltes dort permanent einen hohen Lärmpegel ertragen müssen. Er sei durchaus mit starkem Straßenverkehr zu vergleichen. „Eine Schädigung nach dem Urlaub dürfte nachweisbar sein und ist nicht mehr rückstellbar“, sagt Lehmann.

„Aus eigenem Erleben während der Studienzeit weiß ich, dass durch zuviel Lärm vertäubte Ohren niemals wieder zum alten Stand zurückfinden“, sagt Lehmann. Darüber hinaus stellen die Belastungen auch für das Naturschutzgebiet in annähernd 1000 Meter Entfernung von der Verkehrsader eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar.

Von Regine Greiner

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