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Rehbrücker Toom-Baumarkt schließt

Rückschlag im Ringen um bessere Zukunft für Gewerbegebiet Rehbrücker Toom-Baumarkt schließt

Die Gemeinde Nuthetal will mit einem Bebauungsplan ihrem Ziel näher kommen, dem Gewerbegebiet am Rehbrücker Bahnhof eine bessere Zukunft zu geben. Mitten in dieses Bemühen platzt nun allerdings die Nachricht, dass der Toom-Baumarkt den Standort verlassen wird.

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Der Toom-Baumarkt gehörte bisher zum Stamm der Unternehmen, die dem Gewerbeareal die Treue hielten. Nun wird er schließen.

Quelle: FOTOS: Gartenschläger

Nuthetal. Der Toom-Baumarkt im Gewerbegebiet am Rehbrücker Bahnhof macht dicht. „Aufgrund mangelnder wirtschaftlicher Perspektive haben wir uns dazu entschlossen, den Markt nicht weiter zu betreiben“, sagte Daria Ezazi, Sprecherin der Rewe Group, auf Anfrage. Toom-Baumärkte gehören zu diesem Unternehmen. Die Türen des Marktes in Bergholz-Rehbrücke, der sich auf dem früheren Spezialbaugelände an der Arthur-Scheunert-Allee befindet, werden am 7. November für immer geschlossen. Von der Schließung sind 27 Mitarbeiter betroffen.

Die Nachricht platzt mitten in die Bemühungen der Gemeinde Nuthetal, dem Gewerbegebiet im Ortsteil Bergholz-Rehbrücke nach Jahren der Hängepartie eine bessere Zukunft zu geben. Wie von Bauamtsleiter Rainer vom Lehn zu erfahren war, soll der Bebauungsplan für das Areal, an dem seit geraumer Zeit gearbeitet wird, Ende des Jahres von der Gemeindevertretung beschlossen werden. Sobald er Rechtskraft erlangt hat, ist der Weg frei für den Plan eines Investors, die früheren Bürogebäude an der Scheunertallee zu sanieren und zu Wohnhäusern umzunutzen. Wie berichtet, will die Rehbrücker Immobilien GbR Quartiere für betreutes Wohnen einrichten. Die Rede ist von 42 Wohneinheiten. Es wäre ein Bruch mit der Vergangenheit des Areals, das bisher dem Gewerbe vorbehalten war. Der Bruch ist aber ausdrücklich erwünscht. Mit den Festlegungen im besagten Bebauungsplan ermöglicht die Kommune eine Realisierung dieses Konzeptes.

Ein Interessenkonflikt im hinteren Bereich des ehemaligen Spezialbaugeländes konnte im B-Planverfahren indes nicht ausgeräumt werden. Dort wollte einer der beiden Hauptinvestoren, der Berliner Arzt Daniel Panzer, deutlich mehr Fläche für Einzelhandel nutzen. Der Bebauungsplan wird dies nicht zulassen, weil über diese Frage kein Konsens mit Nuthetals großem Nachbarn – der Landeshauptstadt Potsdam – zu erzielen ist. Es geht um den Schutz innerstädtischer Geschäfte. Dem Vernehmen nach sieht Potsdam eine Höchstgrenze für Einzelhandel im Rehbrücker Gewerbegebiet bei etwa 8500 Quadratmetern. Zuletzt sollen die Streitparteien um etwa 10 000 Quadratmeter auseinander gelegen haben. Potsdam ist nicht allein mit der Forderung, die Einzelhandelsflächen zu begrenzen. Auch die Landesplanung steht dem Investoren-Interesse entgegen. Vor allem Läden mit „innenstadtrelevantem Sortiment“ – Elektronikgeschäfte, Drogerien, Lebensmittelläden zum Beispiel – will Potsdam nicht direkt an seiner Grenze haben.

Früheres Spezialbaugelände ist seit Jahren ein Sorgenkind

Das frühere Spezialbaugelände am Bahnhof in Bergholz-Rehbrücke gehört zu den größten Sorgenkindern in der Gemeinde Nuthetal.

In der Vergangenheit hatten unter anderem Pleiten und verworrene Eigentumsverhältnisse eine Entwicklung der Brache verhindert.

Die Kommune hat in den vergangenen Jahren in mühevoller Kleinarbeit vor und hinter den Kulissen versucht, Hindernisse für eine Entwicklung zu einem attraktiven Gewerbegebiet zu beseitigen.

Als Instrument nutzt die Gemeinde einen Bebauungsplan, der verschiedene Interessen unter einen Hut bringen und eine geordnete Entwicklung auf dem Areal ermöglichen soll. Ende 2015 soll er beschlossen werden.

„Wir haben von Anfang an gesagt, dass in der Frage kein Konsens mit den Nachbarn zu finden ist“, sagte Nuthetals Bürgermeisterin Ute Hustig (Linke), die auch auf die eigenen Geschäftsleute in Nuthetal verweist, deren Existenz die Gemeinde nicht gefährden will. Die Kommune hatte sogar mit einem Mediator versucht, eine Einigung mit Panzer hinzubekommen.„Es wäre natürlich schöner gewesen, wenn wir einen Konsens gefunden hätten. Es können am Ende aber nicht alle Interessen voll berücksichtigt werden“, konstatiert die Bürgermeisterin. Nuthetal und Potsdam hatten im B-Planverfahren den Rahmen abgesteckt, in dem beide sich eine Entwicklung des früheren Spezialbaugeländes vorstellen können. Das Gebot, keinen großflächigen Einzelhandel zuzulassen, um bestehende Geschäftszentren nicht zu schwächen, wurde dabei von Nuthetal ausdrücklich unterstützt. Unstrittig war indes ein Baumarkt auf dem Gelände, der nun vom Areal verschwindet.

Von Jens Steglich

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