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Tourismus am Schwielowsee boomt

Bilanz Tourismus am Schwielowsee boomt

Yoga im Schloss, Low Carb in der Kräuterwerkstatt und eine Laufanalyse vom Bundestrainer: Der Veranstaltungskalender der Gemeinde Schwielowsee ist in diesem Jahr gefüllt mit vielen neuen Aktionen und Projekten. Dass es für den boomenden Tourismus jetzt ein eigenes Amt, hat sich der Bürgermeisterin zufolge bereits jetzt ausgezahlt.

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Still ruht der Schwielowsee an diesen Wintertagen. Innerhalb der Saison ist er zu einem beliebten Ziel für Touristen geworden.

Quelle: Luise Fröhlich

Schwielowsee. Die Schönheit des Schwielowsees spricht sich herum. Im vorigen Jahr haben wieder mehr Gäste in Ferch, Caputh oder Geltow übernachtet. Zwischen Januar und Oktober waren es 31 847, im Vorjahreszeitraum lag die Zahl bei 31 518. Unterkünfte mit weniger als zehn Betten sind in dieser Statistik nicht erfasst. „Wenn das so wäre, sähe die Zahl noch mal ganz anders aus“, erklärte Bürgermeisterin Kerstin Hoppe (CDU) am Mittwoch bei der Jahrespressekonferenz. Parallel kletterten auch die Einnahmen aus dem Kurbeitrag von rund 105 000 auf mehr als 113 000 Euro nach oben. Zu einem großen Teil sind diese Einnahmen in das im Juli neu gegründete Kultur- und Tourismusamt geflossen. Die neue Website, die Touristen über Angebote, Gastgeber und Veranstaltungen informieren soll, kostete zusätzlich 10 500 Euro. „Die Mitarbeiter des Amtes haben innerhalb eines halben Jahres eine Menge auf die Beine gestellt, dazu zählt auch die Pflege der Internetseite, die seit Ende Januar freigeschaltet ist“, sagte Kerstin Hoppe.

Ab März können die rund 90 auf der Internetseite eingetragenen Gastgeber in Hotels oder Pensionen sowie privaten Vermieter ihre Verfügbarkeiten online einpflegen. Gäste können dadurch schneller den besten Zeitpunkt für ihre Reise an den Schwielowsee finden. „Ich freue mich sehr, dass wir damit den Nerv der Zeit treffen“, so die Bürgermeisterin, die jetzt in das letzte Amtsjahr der aktuellen Wahlperiode geht. Der Kulturkalender für das Jahr 2018, der für 5600 Euro erstellt und gedruckt wurde, findet sich nun auch in übersichtlicher Form auf der Homepage wieder. Ganz oben in der Liste steht eine neue Veranstaltungsreihe mit dem Namen „Literatur am See“. „ Nachdem die Kunsttour Caputh nach zehn Jahren eine Pause angekündigt hat, entstand in Zusammenarbeit mit dem Kulturforum die Idee für diese Reihe“, erzählt Kerstin Hoppe. Von März bis November lesen verschiedene Autoren aus ihren Werken. Am 23. März macht Jakob Hein in der Remise am See mit „Kaltes Wasser“ den Anfang.

Sanierung am Caputher Gemünde geplant

Premiere hat in diesem Jahr außerdem die Gesundheitswoche „Auszeit in Schwielowsee“, die im April mit mehr als 60 Angeboten auf dem Plan steht. Rosemarie Elisabeth Worseck etwa gibt an drei Tagen Yoga-Kurse im Schloss Caputh. Eine Joggingtour inklusive kostenloser Laufanalyse bieten Theresia Weigel von der Geltower Apotheke und ihr Mann Ron Weigel, Bundestrainer der Geher, an. Birk Töpfer zeigt Interessierten zum Beispiel die Kunst der Low-Carb-Küche in der Kräuterwerkstatt Ferch.

Bürgermeisterin Kerstin Hoppe (CDU)

Bürgermeisterin Kerstin Hoppe (CDU)

Quelle: Luise Fröhlich

Abgesehen von Kitas und Schulen, die in diesem Jahr einen erheblichen Teil des Etats schlucken ( MAZ berichtete), investiert die Gemeinde an vielen Stellen auch in den Tourismus. 50 000 Euro sind beispielsweise für die Sanierung des Caputher Gemündes eingeplant. Für die Vorschläge der Umgestaltung, die Studenten der Potsdamer Fachhochschule im vorigen Jahr gemacht haben, reiche das Geld noch nicht, sagte Kerstin Hoppe. Zunächst soll unter anderem das Pflaster erneuert werden.

Blick richtet sich auf die Titelverteidigung

Außerdem fließt Geld in die Radbrücken zwischen Ferch und Caputh, den barrierefreien Umbau der Bushaltestellen, die Planung eines Parkplatzes für das Strandbad Ferch, die Umgestaltung des Angers „Neue Scheune“ zu einem Aufenthaltspunkt sowie in den Ausbau des Parkplatzes an der Baumgartenbrücke. „Der soll wie ein Eingangstor nach Geltow werden“, erklärt die Verwaltungschefin. Die Gemeinde wartet noch immer auf den Förderbescheid des Landes, um damit loslegen zu können.

Das fünfköpfige Team des Kultur- und Tourismusamtes blickt zudem auf die Verteidigung des Titels „Staatlich anerkannter Erholungsort“. Für Ferch und Caputh müssen die Anträge 2020 gestellt werden. Geltow ist zwei Jahre später dran. Vor zwei Jahren hat die Gemeinde dazu eine freiwillige externe Evaluation durchführen lassen, die vor allem Schwächen im Bereich Barrierefreiheit aufgezeigt hat. Eine Mitarbeiterin des neuen Amtes sei daher bereits losgezogen und habe die Breite einzelner Wege ausgemessen. „Wir haben einerseits natürlich Seniorenheime in den Orten, aber es ist ja nicht nur mit Rollator oder Gehstock schwierig, sondern auch wenn Leute nach einem Beinbruch mit Stützen unterwegs sind“, so Kerstin Hoppe. Auch die Verschönerung des Caputher Gemündes soll ein Schritt in Richtung Titelverteidigung sein.

Seit Januar Mitglied in regionalem Verband

Mit der Neustrukturierung im Bereich Tourismus und Kultur konnten die Öffnungszeiten in der Tourist-Info auch außerhalb der Saison von montags bis freitags um eine Stunde auf 10 bis 16 Uhr verlängert werden. In der Saison ist zusätzlich am Samstag geöffnet.

Seit Januar 2018 ist die Gemeinde Schwielowsee nach Beschluss des Gemeinderates Mitglied im Tourismusverband Havelland. Dadurch kann die Kommune vom gemeinsamen Marketing, aber auch von der Expertise des Verbandes profitieren.

Zur Kurbeitragssumme zählt neben den Abgaben der Gäste auch der Jahresbeitrag der Zweitwohnungsbesitzer, der stetig steigt.

Von Luise Fröhlich

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