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Traglufthalle am Landratsamt Bad Belzig

Standort für Flüchtlingsunterkunft Traglufthalle am Landratsamt Bad Belzig

Bei der Suche nach Unterkünften für Asylbewerber nimmt das Landratsamt Bad Belzig die Flächen vor der eigenen Haustür ins Visier. Nachdem die Anschaffung von Traglufthallen beschlossen ist, wird geprüft, ob eine am Verwaltungskomplex Papendorfer Weg aufgebaut wird. Die Stadtväter hätten dort gern Eigenheime gebaut.

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Quelle: U. Klemens

Bad Belzig. Bei der Suche nach Unterkünften für Asylbewerber nimmt die Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark selbst die Flächen direkt vor ihrer eigenen Haustür ins Visier. Demnach wird derzeit geprüft, ob sich der Papendorfer Weg als Standort für eine Traglufthalle eignet. Das hat Thomas Schulz bestätigt. Unter anderem sind Fragen des Landschaftsschutzes sowie der Versorgung mit Strom und Wasser vorab zu untersuchen.

Wie der Dezernent berichtet, war zunächst noch eine nochmalige Erweiterung des Übergangswohnheimes am Weitzgrunder Weg vorgesehen. „Dort hat das Gelände aber zu viel Gefälle, so dass sich für eine solche Konstruktion kein Baugrund herstellen lässt.“

Platz für 300 Menschen

Entschieden ist aber auf jeden Fall, dass zwei komplett ausgestattete Traglufthallen für jeweils 1,8 Millionen Euro gekauft werden. Sie bieten jeweils 300 Personen Platz. Ein zweiter Standort ist dem Vernehmen nach unmittelbar an der Michendorfer Rettungswache geplant.

Schon demnächst wird auf einem Kleinspielfeld des Oberstufenzentrums Werder/Havel eine Leichtbauhalle errichtet. Sie soll indes gemietet werden und 160 Menschen ein Dach über den Kopf bieten. Ergänzend braucht es dort noch Küchen- und Sanitärtrakt. In den Traglufthallen kann indes nicht gekocht werden, so dass dort wohl die Dienstleistung eines Versorgers gefragt sein wird.

Über 2000 Zufluchtsuchende

Seit 2011 steigt die Zahl der Asylbewerber, die dem Kreis Potsdam-Mittelmark zugewiesen werden, kontinuierlich an. 2014 waren 416 Personen unterzubringen. Aufzunehmen sind 8,4 Prozent der Zufluchtsuchenden, für die das Land Brandenburg verantwortlich zeichnet.

Für dieses Jahr waren zunächst 751 Menschen prognostiziert. Nach mehreren Korrekturen werden es wohl tatsächlich 2039 sein (plus 173 Prozent). Für nächstes Jahr ist mit der Ankunft von rund 2500 Migranten zu rechnen.

Hingegen besteht jetzt lediglich eine Kapazität von 1696 Plätzen in den Übergangswohnheimen zwischen Havel und Fläming. Sie befinden sich in acht Städten und Gemeinden. Nach wie vor werden Unterkünfte gesucht.

Nur kurz dürfte die Entspannung sein, die dieser Tage entsteht, wenn 170 Leute in Fertighäusern in Seddin und demnächst etwa 200 Flüchtlinge in der ehemaligen Bundeswehr-Kaserne Damsdorf unterkommen.

„Wöchentlich sind aktuell im Durchschnitt 112 Zuwanderer unterzubringen“, sagte Andreas Burdag im jüngsten Ausschuss für Gesundheit und Soziales des Kreistages Potsdam-Mittelmark. Er ist maßgeblich für die Akquise verantwortlich und teilte mit, dass zunächst bis Jahresende keine neue Unterkunft im Raum Teltow geben wird, wo schon 700 Plätze belegt sind. Allerdings ist vielerlorts, wo Singles einquartiert sind, deren gesetzlich geregelter Anspruch von sechs auf fünf Quadratmeter Wohnfläche gekürzt worden – auch in der Kur- und Kreisstadt.

Kaufanfrage der Stadt

Dort hatte Landrat Wolfgang Blasig (SPD) zu Jahresbeginn eine Kaufanfrage der Stadtväter vorliegen. Angesichts der ebenfalls steigenden Nachfrage nach Bauland und einer besseren Kassenlage hatte die Kommune ihr einst in finanzieller Notlage veräußertes Grundstück wieder zurück haben wollen. Gleichwohl die vom damaligen Landrat Lothar Koch (SPD) geplante Erweiterung des Verwaltungskomplexes nicht zum Tragen kam, war der Preis von 21 auf 25 Euro je Quadratmeter gestiegen, wie es aus dem Rathaus hieß. Da wurden sich die beiden Seiten nicht handelseinig, so dass der Eigentümer jetzt vergleichsweise zügig darüber verfügen kann und die Nutzung auf der Hand liegt.

Eine langfristige Perspektive für Wohnungsbau sei damit nicht ad acta gelegt, findet Hannelore Klabunde-Quast (parteilos). Die Bürgermeisterin sieht angesichts der Auslastung der Angebote in Klinkengrund und Kurparksiedlung durchaus weitere Nachfrage nach preiswerten Quartieren.

Von René Gaffron

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