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Potsdam-Mittelmark Tragödie auf Segelflugplatz bleibt ungeklärt
Lokales Potsdam-Mittelmark Tragödie auf Segelflugplatz bleibt ungeklärt
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03:00 26.03.2017
Zur Unfallstelle auf dem Segelflugplatz Lüsse waren am 9. August Polizisten sowie Experten für Flugsicherheit angerückt. Quelle: Julian Stähle
Lüsse

Sieben Monate nach dem tragischen Unfall auf dem Segelflugplatz in Lüsse bei dem eine Pilotin ums Leben gekommen ist, besteht noch keine Klarheit über die Ursache. Im Zwischenbericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung sind lediglich die Fakten und Aussagen von Zeugen zusammengetragen. „Es wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen, ehe der Abschlussbericht mit deren Bewertung veröffentlicht wird“, sagt Gordon Freitag.

Wie der Sprecher der Behörde betont, werden die Untersuchungen mit dem Ziel geführt, künftige Unfälle und Störungen im Luftverkehr zu vermeiden. Die Analyse diene nicht der Feststellung des Verschuldens, der Haftung oder von Ansprüchen.

Senkrecht in die Landebahn gekracht

Am 9. August gegen 12.20 Uhr hatte sich das Unglück ereignet. Beim Windenstart stürzte das Segelflugzeug zu Boden. Das Anschleppen verlief nach Zeugenaussagen relativ langsam, heißt es im jetzt veröffentlichten Bulletin. Der Anfangssteigflug sei als normal beschrieben worden. Dann soll das Flugzeug am Schleppseil um seine Hochachse gependelt und in einer Höhe von etwa 50 Metern nach links ausgebrochen sein. „Es drehte sich um seine Hochachse und schlug im Bereich der mittleren Landebahn nahezu senkrecht auf. Laut Zeugenaussagen erfolgte der Aufschlag mit der rechten Tragfläche und der Rumpfspitze. Die vorgefundenen Spuren belegen dies“, ist weiter zu lesen.

Die 59-Jährige, die sofort tot war, ist eine erfahrene Segelfliegerin gewesen. Seit 1981 hatte sie die Lizenz dafür und fast 1500 Flugstunden absolviert. In den 90 Tagen vor der Tragödie war sie bei 14 Starts mehr als 18 Stunden in der Luft. Mit dem betreffenden Flugzeugtyp „Schleicher ASW 27“, Baujahr 2009, hatte sie ebenfalls schon mehr als 45 Stunden absolviert. „Die letzte Bescheinigung über die Prüfung der Lufttüchtigkeit (ARC) wurde am 30. September 2015 ausgestellt und war bis 16. November 2016 gültig“, wie die Prüfung ergeben hat.

Windenseil war unbeschädigt

Schließlich werden die gute Wetterlage und der Flugplatz allgemein sowie die Unfallstelle speziell beschrieben. Letztlich schreiben die Sachverständigen: „Die Verbindungen der Bedienelemente und der Ruderflächen der Steueranlage konnten nachvollzogen werden. Vorhandene Brüche der Gestänge konnten dem Aufschlag zugeordnet werden. Es wurden keine Hinweise auf technische Mängel des Luftfahrzeuges gefunden.“ Mithin haben die Ermittler festgestellt, dass in Startrichtung etwa 25 Meter entfernt vom Hauptwrack der Bremsfallschirm des verwendeten Windenseils gelegen habe. Das Seil, ausgestattet mit einer Sollbruchlast von 750 Newton (daN), sei ebenfalls unbeschädigt gewesen, stellten die Experten fest.

Der tragische Unfall hatte über den Segelflugplatz in Lüsse hinaus im vorigen Sommer für starke Betroffenheit gesorgt.

Von René Gaffron

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