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Trappenhahn mahnendes Symbol in Raben

Sonderschau im Naturparkzentrum Trappenhahn mahnendes Symbol in Raben

Das Präparat eines Großtrappenhahnes steht buchstäblich im Mittelpunkt der aktuellen Sonderschau im Naturparkzentrum Raben. Obwohl sich der Bestand des märkischen Straußes mehrt, gilt er nicht als gerettet. Im Gegenteil: Die Naturschützer sehen ihn und noch viele Arten mehr in Gefahr.

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Die Großtrappe gilt als märkischer Strauß

Quelle: WILDLIFE

Raben. Da steht es nun. Das Symbol. Das Symbol dafür, dass draußen auf unseren Wiesen und Äckern scheinbar eine ganze Menge nicht so läuft, wie es eigentlich laufen sollte. Der Großtrappenhahn starrt in lebensechter Größe durch eine Glasscheibe mitten ins Naturparkzentrum „Alte Brennerei“. Es handelt sich um ein regungsloses Präparat, doch um ihn herum herrschte dagegen sehr viel Bewegung. Denn die am Freitagabend unter großer Anteilnahme eröffnete Ausstellung befasst sich mit der nach wie vor vom Aussterben bedrohten Vogelart.

80 Besucher zum Auftakt

Doch im Grunde geht es den Organisatoren der Sonderschau um viel mehr, wie Steffen Bohl von der Naturparkverwaltung Hoher Fläming, herausstellt: „Die Großtrappe ist ein Symbol für den gesamten dramatischen Artenrückgang“, sagt er. Durch sein majestätisches und elegantes Auftreten sowie seine enorme Flügelspannweite löst der Vogel bei vielen Betrachtern immer wieder Emotionen aus. Er begeistert und berührt. Auch bei der Eröffnung dieser Ausstellung bleibt in den Räumen kaum Luft zum Atmen, da über 80 Besucher drängen.

Es ist allseits bekannt, dass die Großtrappe aktuell nur durch das Engagement des Menschen überleben kann. Dabei wurde für die drei hiesigen Vorkommen 2015 immerhin als bestes Jahr registriert. Aktuell gibt es im gesamten Land Brandenburg nur noch etwa 200 Exemplare zu beobachten. Um jedoch die ganze Trageweite hinter dem Drama um den Märkischen Strauß, wie die Großtrappe auch gern genannt wird, zu erkennen, ist an diesem Abend ein Mann zu Gast, der sich seit Jahrzehnten dem Schutz der Großtrappe hingibt. Heinz Litzbarski, langjähriger Vorsitzender des Fördervereins „Großtrappe“, greift im wenige Meter entfernten Gasthaus zum Mikro und taucht in einem Vortrag in die Geschichte des grauen Vogels ein. „Er ist quasi der Trappen-Papst und es ist nur logisch, dass er hier spricht“, sagt Bernd Schade vom Naturparkverein „Hoher Fläming“.

Insekten als Nahrungsgrundlage fehlen

In einem gut gefüllten Saal nimmt Litzbarski das Publikum mit auf eine Reise durch die Arbeit des Vereins, durch seine Hoffnungen und leider auch durch die bittere Realität. Stichworte wie „Intensivierung der Landwirtschaft“, „Tötung durch die chemische Keule“ und „Störung durch moderne Geräte“ prägen seinen Auftritt.

Ein kurzer Abriss. Es war einst die Landwirtschaft mit Sense, Harke und Holzwagen, die nach der Ernte Brachflächen hinterließ und so überhaupt erst die Ansiedelung der Großtrappe nach der Eiszeit ermöglichte. Auf den Feldern tummelte sich eine Vielzahl von Insekten, die bei der Trappe oben auf der Speisekarte standen. Durch die sogenannte Intensivierung der Landwirtschaft kommt es dagegen aktuell häufig dazu, dass Trappen-Hennen bei der Brut von Mähdreschern totgemäht bzw. die Insekten als Nahrungsgrundlage vernichtet werden. Wo Insekten verschwinden, verschwinden auch die Großtrappen und viele weitere gefiederte Feinschmecker.

Info: Die Ausstellung mit Trappen-Präparat, Infotafeln und Fotografien ist noch bis 29.05. täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Von Tobias Potratz

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