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Eine Trauung im Februar

Eiserne Hochzeit in Reetz Eine Trauung im Februar

Weil bereits das erste Kind unterwegs war, musste es mit der Hochzeit von Ella und Gerhard Weber schnell gehen. So fand die Trauung im Winter statt, genauer am 18. Februar 1955. Ihrer Liebe haben die niedrigen Temperaturen aber keinen Abbruch getan – das Paar aus Reetz feiert am Donnerstag seinen 65. Hochzeitstag und freut sich auf eine Feier im Kreise seiner Lieben.

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Eisernes Paar: Ella und Gerhard Weber.

Quelle: Eva Loth

Reetz. Ella und Gerhard Weber haben sich bei einer Taufe kennengelernt. Dort waren beide als Paten geladen – bei gemeinsamen Bekannten in Rosian in Sachsen-Anhalt. Aus der anfänglichen Sympathie entwickelten sich weitere Treffen, bei denen das Paar zusammen tanzen ging. „Und irgendwann hat es dann gefunkt“, erinnern sich die Eheleute. Am Donnerstag feierte sie ihren 65. Hochzeitstag.

Gerhard ist gelernter Zimmermann, Ella Fachverkäuferin. Beide fanden damals in Dessau zwar Arbeit, aber keine Wohnung. So pendelte Gerhard Weber täglich mit dem Zug – vorher lagen aber noch vier Kilometer mit dem Fahrrad bis zum Wiesenburger Bahnhof vor ihm. Seine Frau Ella konnte bei einer Freundin in Dessau übernachten.

Mit dem Fahrrad zur Liebsten

Das Fahrrad war für Gerhard Weber in dieser Zeit ohnehin das wichtigste Transportmittel. Um seine Liebste zu sehen, musste er Kilometer durch Wald und Flur zurücklegen. Schließlich zog Ella Weber zu ihm nach Reetz.

Zur Hochzeit der beiden am 18. Februar 1955 war schon das erste Kind unterwegs. Die Trauung fand in Rosian statt – wo sich die beiden ja kennengelernt hatten. Im Hochzeitsjahr war der Winter besonders hat – mit viel Schnee, so dass Ellas Mutter nicht nach Reetz hätte kommen können. Auch die Trauung fand wegen der Kälte nicht in der Kirche statt, sondern im Pfarrhaus. „Mädel, du erfrierst mir sonst mit deinem Kind“, sagte der Pfarrer.

Mit der Zeremonie warten konnte und wollte das Paar aber auch nicht. Damals kostete es Geld, wenn das Kind vor der Hochzeit zur Welt gekommen ist – denn es sollte ja gleich den Namen des Vaters bekommen. Sohn Uwe ließ sich dann auch nur noch einen guten Monat Zeit. Bald darauf wurde Lars geboren, der zweite Sohn der Webers. Die kleine Familie entschloss sich, das Elternhaus aufzustocken. Als gelernter Zimmermann baute Gerhard Weber natürlich alles selbst um.

Gemeinsame Ausflüge auf dem Motorrad

In ihrer Jugend machten Ella und Gerhard Weber mit Freunden oft gemeinsame Ausflüge auf dem Motorrad – eine „Sport-AWO“ war damals das Traummotorrad. Als dann die Kinder da waren, musste ein Auto her, denn auf dem Zweisitzer wäre es freilich zu eng geworden. Das Ehepaar hat von einem Auto auf das Nächste gespart, was damals nicht leicht war. Das letzte Auto, einen Opel Astra, haben sie 1993 gekauft – und fahren ihn bis heute.

Neben Gartenarbeit und Blumenpflege war die Bienenzucht ein großes Hobby der beiden. 22 Jahre lang betrieben sie neben ihrer Arbeit eine Imkerei. Gerhard Weber war bis zum Rentenalter in der staatlichen Forstwirtschaft beschäftigt, Ella Weber im Reetzer Gemeindebüro. Inzwischen hat das Paar vier Enkel und drei Urenkel – und freut sich auf eine schöne Feier mit all seinen Lieben.

Von Eva Loth

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