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Trecker-Diebe rollen nach Polen

Landmaschinen in Trechwitz und Boecke gestohlen Trecker-Diebe rollen nach Polen

Über Nacht sind die Traktoren weg. Zwei neue Fälle von Landtechnik-Diebstählen beschäftigen die Polizei. In Boecke verschwand eine Zugmaschine mit Futtermischwagen. In Trechwitz hat Timo Wessels einen Traktor und einen Teleskoplader weniger. Ein GPS-Protokoll beweist: Die Beute ist in Polen. Der Landwirt fuhr seinem Eigentum hinterher – vergeblich.

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Timo Wessels an der Ausbruchstelle der Landtechnik-Diebe. Der niedergewalzte Zaun wurde inzwischen wieder aufgerichtet.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Trechwitz. Erneut haben Landtechnik-Diebe in Potsdam-Mittelmark ihr Unwesen getrieben. Nach dem Raub zweier Traktoren von einem Hof in Neuendorf bei Brück stahlen Unbekannte in der Nacht zum Donnerstag aus einer verschlossenen Halle in Boecke einen blauen Traktor „Ford New Holland T5050“ mit dem Kennzeichen PM-QL 119 sowie einen einachsigen Futtermischwagen. Auch auf dem Betriebshof der Firma Wessels in Trechwitz fackelten Ganoven nicht lange. Sie drangen bereits in der Nacht zum Mittwoch gewaltsam auf das umzäunte Gelände am Dorfrand vor, und schlossen einen Teleskoplader und einen Traktor kurz. Anschließend durchstießen die Diebe mit den Fahrzeugen die bereits mit einem Bolzenschneider geöffneten Zaunfelder auf der rückwärtigen Seite des Betriebshofs.

Trecker dieser Bauart wurden in Mittelmark gestohlen

Trecker dieser Bauart wurden in Mittelmark gestohlen.

Quelle: MAZ

Auf ihrer Flucht richteten die Unbekannten einigen Flurschaden an. Die offenbar mit guter Ortskenntnis ausgestatteten Täter benutzten Feld- und Waldwege, um die Gemarkung Groß Kreutz zu erreichen. Unweit der Landwirtschaftlichen Lehr- und Versuchsanstalt an der Landstraße zwischen Groß Kreutz und Bochow wartete ein Kumpan mit einem Tieflader. Um 0.45 Uhr befuhr das mit der Beute beladene Gespann die Autobahnabfahrt Lehnin in Richtung Osten. Um 3 Uhr in der Früh wurde die Grenzübergangsstelle Forst passiert. Das letzte aufgefangene GPS-Signal kam aus einem Dorf etwa 40 Kilometer hinter der polnischen Grenze. Danach verlor sich die Spur der Trechwitzer Fahrzeuge, weil die satellitengestützte Positionsbestimmung nur in Deutschland funktionierte.

Schaden: 100.000 Euro

Angesichts der Professionalität und Kaltblütigkeit der Täter ist Landwirt Timo Wessels einigermaßen ratlos: „Ich dachte mit einer robusten Umzäunung und einem GPS-Ortungssystem sind wir auf der sicheren Seite.“ Ein Trugschluss, wie sich leider herausstellte. Durch den Diebstahl ist seiner Firma ein Schaden von rund 100.000 Euro entstanden. In einem Akt der Verzweiflung hatten sich Timo Wessels und sein Vater Hagen am Mittwochvormittag auf den Weg nach Polen gemacht. Sie hofften, die Fahrzeuge am Standort des letzten GPS-Signals aufzufinden. Doch bald wurde klar, dass der Tieflader mit mehreren Stunden Vorsprung längst über alle Berge war.

Die Polizei blieb in dem Fall nicht untätig. „Die Spurensicherung traf umgehend ein“, lobte Wessels. Auch die Ermittler in Sachsen sind informiert. Der Diebstahl ist auch ein Fall für die gemeinsame Ermittlungsgruppe „Grenze“, der deutsche und polnische Beamte angehören. Bislang gibt es von dem grün-gelben Traktor „John Deer 7530 Premium“ mit dem Kennzeichen PM-W 108 und dem roten Teleskoplader Schäffer 9330 T allerdings keine heiße Spur.

Polizei kommt auf den Hof

Seit Wochen sorgen neue Landtechnik-Diebstähle für Unruhe unter der Bauernschaft. Erst Ende Mai wurde der Hof der Winkel GbR in Neuendorf bei Brück von Ganoven heimgesucht. Seither sind zwei Traktoren der Marke Fendt Vario 820 und 718 verschwunden. Auch diese Zugmaschinen wurden mit einem Tieflader abtransportiert.

Die Polizeidirektion West in Brandenburg rät zu vorbeugenden Beratungen. Die Präventionsabteilung kommt auch in die Betriebe, um mögliche Schwachstellen aufzudecken. Jens Schreinicke, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Potsdam-Mittelmark will sich gemeinsam mit Versicherungen und dem Landebauernverband bei den Landtechnik-Herstellern für bessere Sicherheitsvorkehrungen einsetzen.

Die Vorgehensweise lässt darauf schließen, dass der Landtechnik-Diebstahl in Trechwitz gut vorbereitet war. Möglicherweise gibt es einen Zusammenhang mit ähnlichen Straftaten, die sich in Schmergow bei der Firma Terhorst und in der Landwirtschaftlichen Lehr- und Versuchsanstalt in Groß Kreutz ereignet haben. Auch dort war in der Vergangenheit Landtechnik gestohlen worden. In diesem Zusammenhang ist von einem Mann mit ausländischem Akzent die Rede, der vor den Diebstählen auf Höfen auftaucht und sich als Maschinenhändler ausgibt.

Von Frank Bürstenbinder

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