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Treue Therapeutin auf vier Pfoten

Mensch und Tier arbeiten zusammen Treue Therapeutin auf vier Pfoten

Seit fast einem Jahr kommen Silvia Lückoff und ihre Hündin Emma immer mittwochs zum Familienentlastenden Dienst in Bad Belzig. Gemeinsam wollen sie den Kindern dort helfen, Ängste abzubauen und ihr Selbstwertgefühl zu steigern – mit einer sogenannten Tiergestützten Therapie. Gemeinsam konnten sie schon viele Erfolge erzielen.

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Silvia Lückoff (hinten) mit Nathalie (l.), Anna und Hündin Emma.

Quelle: Mühln

Bad Belzig. Sobald die Tür aufgeht, springt Emma auf und der Besucher wird schwanzwedelnd freundlich begrüßt. „Das ist genau Emmas Ding: Mittendrin zwischen den Kids“, sagt Silvia Lückoff und lacht. Sie und Emma kommen jeden Mittwoch zum Familienentlastenden Dienst (FED) in die Straße der Einheit. Dort arbeitet die 46-Jährige schon seit 2004 als Betreuerin – und seit März 2015 zusätzlich als Tiergestützte Therapeutin. Die Angebote sollen Familien mit behinderten Angehörigen in ihrem Alltag entlasten.

Therapiehund Emma – so steht es auf ihrem orangefarbenen Halstuch – hat sichtlich Spaß an ihrer Arbeit. Kein Wunder, schließlich wird sie alle paar Minuten gestreichelt, geknuddelt und wird mit allerlei Leckereien bestochen. Die neunjährige Anna rührt ein Festmahl aus rohen Möhrenscheiben, gekochten Nudeln und anderen Snacks zusammen. Aber erst, wenn das Mädchen „Okay“ sagt, darf die Hündin an den Futtertrog. Die Arbeit mit Emma soll Anna helfen, deutlicher zu sprechen – nur so versteht die Mischlingshündin ihre Kommandos.

Leckereien für das arbeitsame Tier

Die Zusatzausbildung zur Tiergestützten Therapeutin hat Silvia Lückoff 2014 beim Verein Therapiehunde in Brandenburg an der Havel absolviert. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich noch mal so etwas mache, aber es macht mir großen Spaß“, sagt sie. Die praktische Prüfung müssen die beiden jedes Jahr wiederholen. „Da wird dann geschaut, wie wir als Team funktionieren und ob es Emma mit der Arbeit gut geht oder sie abgearbeitet wirkt“, sagt Lückoff. Sie ist stolz, dass ihre Hündin, die im März drei Jahre alt wird, mittlerweile in die Arbeit hineingewachsen ist. „Emma weiß jetzt meist schon, was von ihr erwartet wird.“

Seitdem die beiden regelmäßig zum FED kommen, konnten sie schon viele Erfolge verbuchen. So erzählt Silvia Lückoff von einer Autistin, die sich anfangs immer Augen und Ohren zugehalten hat, wenn Emma kam. Mittlerweile sei sie viel offener und streichle den Hund sogar. Ein anderer kleiner Patient sei gegenüber den Betreuern sehr verschlossen. Mit Emma aber baue er sich eine Höhle aus Stühlen und Decken und berichtet der Hündin über seine Erlebnisse. „Ein Tier ist eine unglaubliche Motivation für die kleinen Patienten. Das hätte ich vorher nicht geglaubt“, sagt Lückoff.

Ängste abbauen, Selbstvertrauen gewinnen

Die tiergestützte Therapie soll den Kleinen helfen, Ängste abzubauen und Selbstvertrauen zu gewinnen. Silvia Lückoff legt dabei großen Wert auf spielerische Übungen. Diese sollen nicht nur Spaß machen, sondern auch zur Entspannung ihrer Patienten beitragen. „Ich schaue individuell, was ich fördern und wo ich helfen kann, zusammen mit Emma.“ Im Sommer plant die Therapeutin außerdem Ausflüge aufs Land, dann wird unterwegs gepicknickt und ausgiebig mit Emma getobt.

Dreimal pro Woche für jeweils zwei Stunden sind Silvia Lückoff und ihre Emma im Einsatz. Damit es für Emma nicht zu viel wird „und der Hund auch noch Hund bleiben kann“. Für Entspannung sei außerdem zu Hause gesorgt. „Dort kann Emma nach jedem Einsatz ausgiebig im Garten toben. Danach ist sie aber auch kaputt und schläft.“

Bis zu acht Jahre könne ein Hund als Therapiehund eingesetzt werden, sagt Silvia Lückoff. Dabei kommt es aber auch immer darauf an, wie lange der Hund Freude an der Arbeit hat. Emma zumindest hat offensichtlich noch lange nicht genug.

Von Josephine Mühln

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