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Treuenbrietzen: 7. Klassen auf der Kippe

Schulträger kämpft um Abiturstufe Treuenbrietzen: 7. Klassen auf der Kippe

Einmal mehr scheint die Bildung siebter Klassen am Gymnasium Treuenbrietzen (Potsdam-Mittelmark) fraglich. Schulträger und Eltern beklagen ein seltsames Verfahren. Parallel gestaltet sich der Aufbau einer gemeinsamen Gesamtschule mit Abiturstufe an den Standorten Treuenbrietzen und Brück weiter mühsam. Dabei drängt die Zeit.

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Das Gymnasium Treuenbrietzen wird in diesem Jahr 25 Jahre alt.

Quelle: Thomas Wachs

Treuenbrietzen/Brück. Elternvertreter und Schulträger sind entrüstet. Noch vor dem offiziellen Abschluss des Anmeldeverfahrens für die weiterführenden Schulen der Region haben Eltern und Verantwortliche nun mitgeteilt bekommen, dass es im Schuljahr 2016/17 am Treuenbrietzener Gymnasium abermals keine siebten Klassen geben soll.

„Das ist schon ein merkwürdig früher Schritt“, sagte Michael Knape (parteilos), Bürgermeister von Treuenbrietzen und Schulträger des Gymnasiums „Am Burgwall“. Immerhin laufe noch bis Ende April die mögliche Umverteilung von Bewerbern. Nach einer intensiven Werbung lagen im Erstwunsch für das Gymnasium 47 Anmeldungen vor. Zwei Umzügler mit Zulassung aus Sachsen-Anhalt dürften laut Schulamt aber nicht in diese Summe zählen. Zudem waren elf der Bewerber zum Probeunterricht geschickt worden. „Die Ergebnisse liegen noch nicht vor“, so Knape. Er hofft am Ende auf wenigstens 40 Zulassungen, um erneut eine Ausnahmegenehmigung für eine Unterfrequenz beantragen zu können. Das Staatliche Schulamt lehne diese jedoch ab und sehe das Bildungsministerium des Landes in der Verantwortung.

Eltern und Träger reagieren empört

Parallel zum Ringen um den Erhalt des Gymnasiums scheint weiter gehörig Sand im Getriebe zu sein bei der Ausgestaltung eines gemeinsamen Konzeptes der Städte Treuenbrietzen und Brück für eine Gesamtschule mit Abiturstufe an beiden Standorten. Ein langfristig vorbereiteter Gesprächstermin für den 15. März wurde von Brücker Seite kurz zuvor abgesagt. Stattdessen setzte die Stadt ein Ultimatum. Bis 31. März sei „Ihre klare Positionierung zu den durch die Stadtverordnetenversammlung Brück am 1. Oktober 2015 beschlossenen Rahmenbedingungen für eine gemeinsame Gesamtschule“ nötig, heißt es in einem Schreiben des Amtes Brück nach Treuenbrietzen.

Die Brücker Oberschule will Teil einer Gesamtschule mit Abiturstufe werden

Die Brücker Oberschule will Teil einer Gesamtschule mit Abiturstufe werden.

Quelle: Thomas Wachs

Verschickt hat es Sozialamtsleiter Lars Nissen im Auftrag der Brücker Abgeordneten, die noch „internen Gesprächsbedarf haben“, sagte Nissen der MAZ. Sie wollen laut Beschluss nur verhandeln, wenn die Oberstufe der Klassen 11 bis 13 künftig in Brück angesiedelt wird. Die Zustimmung aus Treuenbrietzen sei dringend, um die Planung für den Erweiterungsbau am Schulcampus vorantreiben zu können „und dessen Inbetriebnahme zum Beginn des Schuljahres 2017/ 2018 nicht zu gefährden“. Der Neubau soll den akuten Raumbedarf der Grundschule sowie der benachbarten Oberschule und zukünftigen Gesamtschule decken, heißt es im Brief vom 16. März.

Bislang wenige Gespräche

Nach wiederkehrenden Problemen bei der Auslastung ihres Gymnasiums wollte die Stadt Treuenbrietzen parallel bereits zum Schuljahr 2015/16 eine Gesamtschule mit Abiturstufe starten.

Eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Kommune, der Schule und der Elternschaft erarbeitete dazu ein Konzept.

Nachdem dann auch der Brücker Schulträger den Antrag zur Umwandlung seiner Oberschule zur Gesamtschule eingereicht hatten, votierte der Kreistag für eine Änderung des Schulentwicklungsplanes mit dem Ziel einer Gesamtschule an zwei Orten.

Seit Sommer 2015 soll dazu ein gemeinsames Konzept der Städte Treuenbrietzen und Brück erarbeitet werden. Wenige Gespräche fanden statt, weil Termine immer wieder vertagt wurden.

„Wir lassen uns aber so nicht unter Druck setzen“, sagte Treuenbrietzens Verwaltungschef zum Schreiben aus Brück. Mindestens seit August 2015 sei Treuenbrietzen gesprächsbereit, um das vom Bildungsministerium des Landes geforderte gemeinsame Konzept für eine Gesamtschule auf den Weg zu bringen. „Dabei sollten ohne Vorbedingungen gemeinsam Argumente zu Raumsituation, Verkehrsanbindungen und Einzugsgebieten erörtert, Lösungen für die Gesamtregion gesucht und nicht nach dem Prinzip friss oder stirb verhandelt werden“, so Knape.

Kampf fürs Abitur geht weiter

Sollte das Gymnasium nicht erneut eine Ausnahmegenehmigung für siebte Klassen mit 40 Schülern erhalten, setzt er große Hoffnungen in den Erfolg der Gesamtschule. Inzwischen gehe auch im neu strukturierten Staatlichen Schulamt in Brandenburg an der Havel – es ist nun auch für Teile Teltow-Flämings zuständig – „dafür der Blick über die Kreisgrenze hinaus“, so Knape. Er will weiter für den Schulstandort mit Abitur kämpfen. Der CDU-Ortsverband, einige Eltern und die Schulkonferenz der Treuenbrietzener Grundschule bringen dazu jetzt eine Filiallösung der Gymnasien Treuenbrietzen und Jüterbog als „Alternative zum Schulversuch mit Brück“, der nur von Rückschlägen geprägt sei, ins Gespräch. Das teilte Guido Kohl vom CDU-Stadtverband mit. Damit könne an Traditionen aus DDR-Zeiten angeknüpft werden, als Treuenbrietzener in Jüterbog Abitur ablegten.

Thomas Schulz, der Sozialdezernent der Kreissverwaltung, mahnt zur Eile bei der Umsetzung des vom Kreistag zugunsten der gemeinsamen Gesamtschule in Brück und Treuenbrietzen geänderten Schulentwicklungsplanes. Im September müsse das Konzept ans Ministerium gehen. „Vor der Sommerpause ist da nicht mehr viel Zeit“, so der Dezernent. Für das Schuljahr 2017/18 sollten Eltern rechtzeitig Klarheit haben können. „Im schlimmsten Fall entstehen am Ende nur zwei kleine Oberschulen“, so Schulz.

Kerstin Niendorf, die Leiterin des Staatlichen Schulamtes, beantwortete MAZ-Anfragen zum aktuellen Ü 7-Verfahren und zu Perspektiven für die Fläming-Region am Montag nicht. Sie verwies an Birgit Nix vom Bildungsministerium des Landes. Diese war telefonisch am Montag nicht erreichbar.

Von Thomas Wachs

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