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Potsdam-Mittelmark Treuenbrietzen: Erste Patin pflegt Rabatten
Lokales Potsdam-Mittelmark Treuenbrietzen: Erste Patin pflegt Rabatten
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00:18 11.04.2016
Patenschaft für blühende Rabatten: Stefanie Jeschke mit Praktikantin Vanessa Arndt (li.) und Bürgermeister Michael Knape am Kunstautomaten. Quelle: Thomas Wachs
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Treuenbrietzen

Blühende Landschaften mitten in der Stadt und direkt vor der Haustür: In Treuenbrietzen ist Stefanie Jeschke die erste Anliegerin, die sich diesen Wunsch erfüllt. Vor ihrem Wohn- und Geschäftshaus an der Großstraße 9 pflegt sie nun einen kleinen Vorgarten auf öffentlichen Rabatten. Ihre Idee ist der Startschuss für ein Kooperationsprojekt mit der Stadtverwaltung. Aus dem Grünflächenamt sowie dem Bauhof kam Unterstützung, um die Rabattenfläche für Anpflanzungen vorzubereiten. Mutterboden wurde ausgetauscht, Pflanzen bereitgestellt, die Fläche um eine Sitzbank gepflastert und auch Platz für einen Kunstautomaten geschaffen.

Weitere Paten willkommen

Im Gegenzug pflegt die Anliegerin nun den nach ihren Wünschen durch die Stadt hergerichteten Vorgarten direkt an der Ortsdurchfahrt. Die Illustratorin betreibt in ihrem Haus auch ihr Atelier und vermietet zudem Ferienwohnungen. „Die Idee für die Rabatten-Patenschaft kam mir durch eine Aktion der Stadtverwaltung“, erzählt Stefanie Jeschke. Bei Arbeitseinsätze brachten Rathausmitarbeiter Zwiebeln für Frühblüher in die Erde. Sie erfreuen seit zwei Jahren nun Passanten an der Großstraße. „Die Stadt kann noch mehrere Farbtupfer vertragen“, glaubt Stefanie Jeschke.

Kunst aus dem Zigarettenautomaten

Als solchen sieht die Illustratorin auch den neuen Kunstautomaten vor ihrer Tür. Installiert wurde er im Rahmen der europaweit laufenden Aktion des Potsdamer Künstlers Lars Kaiser. Er baut ausgediente Zigarettenautomaten um. Die bunt gestalteten Kästen bestückt er mit Miniaturarbeiten diverser Künstler. Nutzer erhalten aus dem Automaten neben Bildern, Drucken, Zeichnungen sowie Lyrik und Prosa zudem einen kleinen Beipackzettel mit Informationen über den jeweiligen Künstler. In Treuenbrietzen sind vier Fächer allein mit Arbeiten von Künstlern aus dem Fläming gefüllt. Sfefanie Jeschke hat den Automaten gemeinsam mit Praktikantin Vanessa Arndt bemalt und bestückt ihn mit ihren Illustrationen in Überraschungsschachteln.

Die Rabatten der Großstraße in Treuenbrietzen (hier um 1916) wurden nach dem Kanalbau zweireihig mit Bäumen bepflanzt. Quelle: Privat

Im Rathaus fiel die Idee für die private Patenschaft zur Rabattengestaltung auf fruchtbaren Boden. „Als Stadt könnten wir alle Flächen gar nicht alle allein gestalten und pflegen, obwohl der frühere Bauhof schon personell aufgestockt wurde“, sagt Bürgermeister Michael Knape (parteilos). Er erhofft sich aus dem Experiment der privaten Initiative eine Signalwirkung. „Stück für Stück ließen sich so individuelle Akzente setzen“, sagte Knape. Ermuntern möchte er auch Geschäftsleute, die Außenbereiche stärker zu nutzen. So könnten vor der Bäckerei ein paar Café-Tische mehr platziert werden, um die Aufenthaltsqualität in der Stadt zu verbessern. Anknüpfen möchte die Kommune damit an die Historie, als es entlang der Großstraße Grünfläche gab.

Große Flächen zu pflegen

Die breiteren Rabatten an der Treuenbrietzener Großstraße umfassen heute eine Fläche von circa 4200 Quadratmetern. Hinzu kommen kleinere Rabatten mit einer Größe von insgesamt rund 1400 Quadratmetern.

Die Großstraße in Treuenbrietzen ist zwischen den Häuserzeilen bis zu 50 Meter breit.

Um das Jahr 1860 hatte der Apotheker und Ratsherr Carl August Pauckert (1814-1885) die Idee, beidseitig neben dem Fahrdamm zwei Rabatten und Nebenwege anzulegen.

Anfangs waren diese einreihig mit Bäumen bepflanzt. Sie mussten um das Jahr 1910 für den Bau der ersten Kanalisation weichen.

Danach wurden die Rabatten verbreitert und neu mit zwei Baumreihen bepflanzt.

Parallel zu dem privaten Patenschaftsprojekt für kleinere Flächen laufen deshalb auch noch Voruntersuchungen zur Neugestaltungen der größeren Rabatten im Bereich der Großstraße zwischen Rathaus und Marienkirche. „Noch immer ist dafür die Frage nicht geklärt, ob das Projekt über die Altstadtsanierung gefördert werden könnte“, sagte Knape. Das Bad Belziger Garten- und Landschaftsarchitekturbüro Lange hatte im Auftrag der Stadt Vorschläge für ein Gestaltungskonzept erarbeitet. Verschiedene Möglichkeiten wurden vorgestellt. Bis zu 360 000 Euro könnten die Arbeiten laut ersten Schätzungen kosten. Erwogen worden war auch eine Bürgerbefragung. „Das Projekt ruht nun aber zunächst bis zur Klärung der Finanzierung“, sagte der Bürgermeister am Freitag.

Kontakt: Wer auch Rabattenpate werden möchte, kann sich an das Grünflächenamt des Rathauses wenden unter Tel. 03 37 48-7 47 14 oder per E-Mail an landschaft@treuenbrietzen.de.

Von Thomas Wachs

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