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Treuenbrietzen: Fit für erneuerbare Energien

Edis baut Hochspannungsleitung aus Treuenbrietzen: Fit für erneuerbare Energien

An der lange Jahre wegen der Beeinträchtigung der Stadt-Silhouette umstrittenen Trasse einer 110-KV-Stromleitung um Treuenbrietzen laufen jetzt Erweiterungsarbeiten. Die Edis investiert dort in die Netzstabilität zur Einbindung erneuerbarer Energien.

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Am Krähenberg in Treuenbrietzen sind Bauarbeiter angerückt. Sie erweitern die Starkstromtrasse.

Quelle: Thomas Wachs

Treuenbrietzen. Tief im Boden und hoch in der Luft werkeln Monteure derzeit eifrig am Krähenberg vor den Toren Treuenbrietzens. An der dort entlang führenden Hochspannungsleitung erledigen sie Arbeiten, um Erneuerbare Energien in das Netz des Stromversorgers Edis einspeisen zu können. Das erklärte Danilo Fox, Sprecher der Edis AG auf Anfrage der MAZ. Über zwei Masten soll ein neues Umspannwerk angebunden werden. Dafür sei ein Bauantrag gestellt, aber noch keine Genehmigung erteilt.

Dieses Umspannwerk werde zu einer Erhöhung der Versorgungssicherheit in der Region Treuenbrietzen und darüber hinaus führen. „Eine neue Leitung entsteht dort nicht“, so Fox. Vielmehr gehe es allgemein um die Stabilisierung des Netzes. Die Anbindung eines konkreten Windparkes oder Solarprojektes sei nicht Hintergrund der aktuellen Arbeiten.

Erhöhung der Versorgungssicherheit

Doch sei die Edis als zuständiger Netzbetreiber allgemein gesetzlich verpflichtet, „die Aufnahme der ständig anwachsenden Mengen Grünstrom in ihrem Netzgebiet zu gewährleisten“, erklärt der Sprecher am Unternehmenssitz in Fürstenwalde. Am Krähenberg werden aktuell zwei Fundamente für den Abzweig der 110-Kilovolt-Hochspannungsleitung zum Umspannwerk vorbereitet. „Die vorgesehenen zwei Masten werden voraussichtlich im Februar errichtet – soweit das Wetter dies zulässt“, so der Sprecher des zwischen Fläming und Ostseeküste tätigen Stromversorgers.

Juristisch lange gestritten

Pläne für die Stromtrasse im Norden Treuenbrietzens gab es seit 1993. Die Stadt lehnte sie ab. Eine Beeinträchtigung der Silhouette der historischen Altstadt wurde befürchtet.

Von der Kommune gefordert wurden eine größerer Abstand der Trasse zur Stadt sowie ein 3,5 Kilometer langes Teilstück als Erdkabel. Das lehnte der Stromversorger aus Kostengründen ab.

Im Jahr 2006 waren dann die ersten 29 Masten errichtet worden. Die Stadt verweigerte jedoch die Nutzung von circa 30 kommunalen Flächen für Standorte weiterer Masten. Gleiches taten einige private Grundeigentümer.

Letztlich gab es außergerichtlich eine Einigung, nachdem der Stromkonzern eine – in diesem Fall juristisch aussichtsreiche – Zwangsenteignung erwogen hatte.

Die lange Jahre zuvor an dieser Stelle umstrittene Hochspannungsleitung war 2011 in Betrieb gegangen. Schon seit 1993 wollte der Versorger – damals noch als Mevag – diese zehn Kilometer lange Starkstromleitung zwischen Rietz und einem Knotenpunkt vor dem Umspannwerk an der Sernowstraße bauen. Das stieß auf Widerstand der Stadt Treuenbrietzen.

Umstrittene Hochspannungsleitung

Weil die neue Stromtrasse mit ihren bis zu 35 Meter hohen Gittermasten im Abstand von circa 300 Metern den gesamten Norden der Stadt Treuenbrietzen umspannt, war der Verlauf lange Jahre juristisch ausgefochtener Streitpunkt zwischen der Kommune und dem Stromkonzern. Die Stadtverordneten wollten eine Beeinträchtigung der 1994 unter Schutz gestellten Silhouette der historischen Altstadt verhindern.

Schließlich entstand die Trasse 2010 dann doch. Sie schafft über Lübnitz bei Bad Belzig und Rietz eine Verbindung zwischen Brandenburg/Havel und Treuenbrietzen. Damit schloss sich ein Ring, der die Versorgungssicherheit erhöht. Die Stadt kann seither in Havariefällen von zwei Seiten aus mit Strom versorgt werden.

Von Thomas Wachs

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