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Potsdam-Mittelmark Treuenbrietzen ehrt Aaron Isaak
Lokales Potsdam-Mittelmark Treuenbrietzen ehrt Aaron Isaak
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19:14 21.10.2016
Elaine Poet, Luise Päpke und Rinor Aziri (v. l.) von der Geschichtswerkstatt erinnern am Freitag an Lebensstationen von Aaron Isaak.   Quelle: Thomas Wachs
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Treuenbrietzen

 Seit Freitagnachmittag hat die Stadt Treuenbrietzen eine Gedenktafel mehr. An einem Sitzplatz an der Nagelgasse wird damit auf Initiative einiger Bürger der Stadt an Aaron Isaak (1730 - 1816) erinnert. Der im September 1730 in Treuenbrietzen geborene Jude war später Gründer der Jüdischen Gemeinde in Stockholm und der erste Jude, der sich 1774 in Schweden niederließ, ohne zur lutherischen Kirche zu konvertieren.

Aus wirtschaftlichen Gründen nach Schweden

 Enthüllt wurde die an einer Fassade angebrachte Tafel mit Lebensdaten anlässlich des 200. Todestag von Aaron Isaak am 21. Oktober. In einer kurzen Gedenkfeier erinnerten Schüler der örtlichen Geschichtswerkstatt des Gymnasiums mit Texten an einige Stationen aus dem Leben des gebürtigen Treuenbrietzeners. Im Alter von 20 Jahren verließ der Sohn eines Kaufmannes die Stadt in Richtung Mecklenburg. Nach entbehrungsreichen Jahren dort zog es den talentierten Stempelmacher und Graveur aus wirtschaftlichen Gründen nach Schweden. Dort erlangte er bald große Anerkennung auch bei Hofe. Dem war es auch geschuldet, dass Isaak sich in Stockholm überhaupt niederlassen und eine jüdische Gemeinde gründen durfte, ohne seinen Glauben abzulegen. Das war zunächst von ihm gefordert worden.

Hellmut Päpke enthüllt die Gedenktafel an der Nagelgasse. Quelle: Thomas Wachs

Initiator der Ehrung ist Hellmut Päpke aus Rietz. Nach Ansicht des Heimatforschers und früheren Lehrers habe Aaron Isaak Bedeutung für die Entwicklung der Stadt und darüber hinaus erlangt. Im Rahmen der von ihm geleiteten Geschichtswerkstatt gab es dazu bereits Schülerarbeiten.

Ehrung ein Jahr lang vorbereitet

Vor einem Jahr griff die Fraktion der Linken das Ansinnen Päpkes auf. Die Stadtverordneten sollten zunächst über einen Gedenkstein für Aaron Isaak befinden, der am jüdischen Friedhof im Stadtpark postiert werden sollte. Dafür gab es aber keine Mehrheit. Stattdessen wurde ein Gedenktafel am einstigen Wohnort beschlossen. Da dieser aber nicht mehr exakt zu recherchieren war, erfolgt die Ehrung nun an der Nagelgasse nahe des Rathauses. „Sie hieß früher Judengasse, weil dort mehrere Juden wohnten“, erklärt Treuenbrietzens Ortschronist, Ernst-Peter Rabenhorst, am Rande der Einweihung der Tafel. Er sieht damit „eine gute Ergänzung für die Reihe solcher Tafeln, die es in der Stadt bereits gibt“. Auch nach Ansicht von Bürgermeister Michael Knape (parteilos) werde so die Würdigung für berühmte Söhne der Stadt angemessen fortgeführt, „die den Namen unserer Stadt einst durch besondere Leistungen in die Welt getragen haben“, sagte das Stadtoberhaupt am Freitag.

Gedenktafel mit Lebensdaten. Quelle: Thomas Wachs

Katrin Päpke von der Geschichtswerkstatt kündigte bei der kurzen Feierstunde an, dass die Initiatoren die Kosten für die bislang von der Stadt Treuenbrietzen finanzierte Gedenktafel selbst aufbringen möchten.

 Für die Summe von rund 500 Euro seien Spenden von Bürgern willkommen. Dazu ist ein Spendenkonto eingerichtet.

Von Thomas Wachs

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