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Potsdam-Mittelmark Treuenbrietzen erfasst Bäume und Wanderwege
Lokales Potsdam-Mittelmark Treuenbrietzen erfasst Bäume und Wanderwege
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00:30 29.10.2015
Josefine Lentze und Hannes Niendorf erfassen Daten für das kommunale Baumkataster. Quelle: Thomas Wachs
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Treuenbrietzen

Josefine Lentze hat einen ehrgeizigen Plan. Bis zum Ende des kommenden Jahres will die Mitarbeiterin des Treuenbrietzener Bauamtes alle Bäume auf kommunalen Flächen im Gebiet der Stadt und ihrer Ortsteile auf ihren Zustand untersucht haben. Immerhin muss die seit gut einem Jahr für den Bereich Grünanlagen zuständige Kollegin so rund 5000 Exemplare abklappern, um Verkehrssicherheit und Gesundheitszustand zu prüfen. Alle Daten werden sodann in das elektronische Baumkataster übertragen, das jetzt überarbeitet wird.

„Das dient auch zum Nachweis bei der Berufsgenossenschaft, die regelmäßige Kontrollen fordert“, erklärte Christoph Höhne in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadt- und Ortsteilentwicklung. „Können wir die Kontrollen nicht nachweisen, sind wir bei Schäden in der Haftungspflicht“, so der Bauamtsleiter. Bis Jahresende will Josefine Lentze zunächst alle kommunalen Bäume auf den Grundstücken von Kindergärten und Schulen aufgenommen haben. Die Pflege übernehmen externe Firmen.

Expertin hat auch Grünanlagen im Blick

Bei ihren dienstlichen Exkursionen im Stadtgebiete und den Ortsteilen hat die Expertin auch Grünanlagen im Blick. Denn auch für diese wird nun ein Kataster angelegt, um die Pflege effektiver zu organisieren. „Einige Flächen wollen wir auch umgestalten“, kündigte Josefine Lentze in der Ausschusssitzung an. „Dazu suchen wir Kontakt mit den Ortsbeiräten und Bürgern“, erzählte die Rathausmitarbeiterin. Sie möchte für ihr Kataster zudem erfahren, „wenn Bürger vor ihren Häusern auf öffentlichen Flächen weiterhin Bäume selbst pflegen wollen“. Gerade in den Dörfern komme das oft vor.

Bürgermeinung zu Rabatten gefragt

Nach einer Idee von Josefine Lentze aus dem Bauamt sind voriges Jahr auf den Rabatten entlang der Großstraße hunderte Blumenzwiebeln in die Erde gebracht worden. Sie blühten dieses Jahr im Frühjahr dann auch kräftig und erfreuten Passanten. Ihr Farbenspiel sollten die Treuenbrietzener freilich auch motivieren, sich an der Ideenfindung zur langfristigen Gestaltung dieser markanten Grünanlage mitten in der Stadt zu beteiligen. Dazu ist demnächst eine Bürgerbefragung geplant, kündigte Christoph Höhne nun an. „Unsere Idee ist es – basierend auf Vorschlägen eines Landschaftsplaners – ein Teilstück als Muster und Diskussiongrundlage zu gestalten“, sagte der Bauamtsleiter.

Fünf Touren im Plan

Im Jahr 2007 hatte die Stadt Treuenbrietzen verschiedene thematische Wanderrouten sowie Walkingstrecken ausgeschildert und mit Kartenmaterial unterlegt.

Von diesen sollen jetzt drei örtliche und zwei überregionale Touren weiterhin erfasst und unterhalten werden.

Konzentrieren will sich die Bauverwaltung auf die Energietour, die Landschaftstour und die Steintour sowie die Radstrecke „Tour Brandenburg“ und den Jacobsweg als überregionale Strecken.

Die Energietour ist 21 Kilometer lang und führt zu Projekten der Energieversorgung aus alternativen Quellen bis hin nach Feldheim.

Die Steintour führt über 32 Kilometer zu mächtigen Findlingen, die als „Schneiderstein“ oder „Riesenstein“ während der Eiszeit in den Fläming kamen.

Die Landschaftstour beschäftigt sich auf 19 Kilometern mit den Reizen von Wald und Flur. Auf ihr geht es durch das Naturschutzgebiet Zarth, das Nieplitztal und den Böllrich.

Als überregionale Routen führen die „Tour Brandenburg” von Lobbese über Treuenbrietzen, Bardenitz und Frohnsdorf sowie der Jacobsweg als europäischer Pilgerweg von Wittenberg in Richtung Berlin durch das Stadtgebiet.

Im Zuge der Umstrukturierung von Fachbereichen im Rathaus sollen einige Arbeiten, die bislang extern vergeben worden waren, jetzt wieder durch Verwaltungsmitarbeiter erledigt werden. Auch die Ausweisung und Kontrolle von Rad- und Wanderwegen obliegt nun dem Bauressort der Stadtverwaltung. Zuständig dafür ist Hannes Niendorf. Er hatte sich schon während seiner Ausbildung mit dem Thema befasst und wurde nun in die Verwaltung übernommen. Ihm schwebt vor, die Kontrolle und Ausweisung von Wander- und Radwegen mit Hilfe ehrenamtlicher Wegewarte zu verbessern.

QR-Codes für Wanderwege geplant

Zudem möchte Niendorf die Wegweiser der einzelnen Touren mit sogenannten QR-Codes versehen. Sie können mit modernen Mobiltelefonen erfasst werden und stellen eine Verbindung zu weiteren Information zur jeweiligen Tour im Internet her. „So können sich Ortsunkundige auch unterwegs immer neu orientieren und auch Fehler oder Schäden an der Beschilderung melden“, erklärt Hannes Niendorf. Wie sein Chef informierte, soll die Zahl der ausgewiesenen Routen reduziert werden, um die Pflege zu erleichtern. Vorgeschlagen hat Christoph Höhne, die seit 2007 ausgewiesenen zwei Mühlentouren abzuschaffen. „Denn an den einstigen Standorten gibt es gar keine Informationen zu den früheren Mühlen“, sagte der Bauamtsleiter.

Von Thomas Wachs

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