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Treuenbrietzen hat Leitfaden zum Klimaschutz

Experten haben 190 seitiges Konzept erstellt Treuenbrietzen hat Leitfaden zum Klimaschutz

Die Stadt Treuenbrietzen verfügt jetzt über ein Energie- und Klimaschutzkonzept. Davon verspricht sich die Kommune unter anderem bessere Chancen auf Fördergeld, um positiv auf die kommunale Energiebilanz und den Klimaschutz einzuwirken. Dazu sind mehr als 40 Schritte aufgelistet. Sie müssen jeweils von den Stadtverordneten beschlossen werden.

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André Hoyer ist seit 2013 Energie- und Klimaschutzmanager der Stadt Treuenbrietzen.

Quelle: Thomas Wachs

Treuenbrietzen. Gewappnet für den Klimaschutz hat sich die Stadt Treuenbrietzen. Auf knapp 190 Seiten des jetzt vorliegenden Energie- und Klimaschutzkonzepts haben Experten zusammengetragen, wie die Kommune positiv auf ihre Energiebilanz und den Klimaschutz einwirken kann. Davon verspricht sich die Stadt unter anderem bessere Chancen auf Fördergeld. Im Konzept gelistet sind mehr als 40 erste Projekte und Schritte, die dazu beitragen können, Energie zu sparen und damit den Ausstoß gefährlicher Treibhausgase zu vermindern. Die in den nächsten Jahren dazu abzuarbeitenden Aufgaben müssen im Einzelnen für ihre Umsetzung jeweils von den Stadtverordneten im Rahmen der jährlichen Haushaltsdiskussion beschlossen werden.

Konzept mit Partnern erarbeitet

Die Abgeordneten billigten den Handlungsleitfaden in ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause mit deutlicher Mehrheit. Nicht klar zu dem Papier bekennen wollten sich zwei Abgeordnete der Linken sowie zwei der drei CDU-Abgeordneten. Sie enthielten sich ihrer Stimmen. Kritisierte hatten CDU-Abgeordnete schon in den vorausgegangenen Debatten der Fachausschüsse, dass im Konzept konkrete Vorschläge verankert seien, die mit einem Beschluss des Papiers zwingend umzusetzen seien. Harald Torges (SPD) votierte gegen das Konzept. Dieses war auf Initiative der CDU-Fraktion aus dem Jahr 2009 ab 2011 dann auf den Weg gebracht worden.

Die Energiebilanz in Zahlen

In der Stadt Treuenbrietzen mit 7627 Einwohnern wurden im Jahr 2012 insgesamt 189 Millionen Kilowattstunden Energie verbraucht. Davon entfielen 27 Millionen (14 Prozent) auf Strom, 71 Millionen (38%) auf Kraftstoffe und 91 Millionen Kilowattstunden (48%) auf Wärme.

Auf der Basis erneuerbarer Energieträger wurde 2013 in der Stadt und ihren zwölf Ortsteilen eine Strommenge von 118,7 Millionen Kilowattstunden erzeugt. Davon resultieren 92 Prozent aus 50 Windkraftanlagen. Sie lieferten 109,58 Millionen Kilowattstunden. Auf zwei Biomasseanlagen entfielen 4,21 sowie auf 132 Solaranlagen 4,85 Millionen Kilowattstunden.

Hauptabnehmer für Strom ist zu 71 Prozent die Kernstadt. Neun Prozent entfallen auf den Ortsteil Bardenitz und sechs Prozent auf Marzahna. Bedingt ist dies durch die Größe der Orte und die Ansiedlung von Firmen. Die übrigen neun Ortsteile verbrauchen zusammen 14 Prozent des Stromes

Die Wärmeproduktion wurde 2012 zu 52 Prozent über Erdgas realisiert. Weitere 23 Prozent wurden durch Heizöl sowie 20 Prozent auf Basis von Biomasse, insbesondere Holz, bereitgestellt. Auf Kohle entfallen drei Prozent. Wie auch beim Heizöl liegt dieser Anteil deutlich über dem Durchschnitt im Landkreis. Grund sind viele Kohleöfen in der Altstadt und fehlende Gasleitungen in einigen Dörfern.

Zur Umsetzung des Konzeptes und zur Erfolgskontrolle soll jetzt auch ein Fördermittelantrag für die Personalstelle eines Klimamanagers für drei Jahre gestellt werden, beschlossen die Abgeordneten. Seit 2013 hat André Hoyer diese Funktion auf einer zum Jahresende auslaufenden Personalstelle im Rathaus inne. Gemeinsam mit externen Experten der Büros Ernst Basler und Partner sowie Complan-Kommunalberatung aus Potsdam hatte er das Konzept nun erarbeitet. Dazu fanden auch mehrere Bürgerversammlungen statt. Das umfangreiche Papier, das demnächst auch über die Internetseite der Stadt Treuenbrietzen für jedermann einsehbar sein wird, listet eine Datensammlung zu Energieverbräuchen der Kommune sowie von Firmen und privaten Haushalten.

Zudem wird skizziert, welche Komponenten zur Nutzung erneuerbarer Energien im Stadtgebiet und den Ortsteilen bereits installiert sind. Zu mehr als 90 Prozent sind das aktuell Windräder. Jedoch wachse seit 2005 der Anteil kleinerer Photovoltaikanlagen. Da für die Kommune im Bereich der Windkraftnutzung — bedingt durch die übergeordnete Regionalplanung _ „die Steuerungsmöglichkeiten begrenzt sind“, sollte die Stadt ihren Fokus auf die Entwicklung der Bereiche Solarenergie für Strom und Wärme, die Nutzung von Restholz aus dem rund 2000 Hektar umfassenden Stadtwald sowie oberflächennahe Goethermie richten, empfehlen die Erarbeiter des Energiekonzeptes.

Energiekosten senken

Aus der Analyse der heutigen Situation wird allgemein der Handlungsbedarf abgeleitet und mit Vorschlägen zur Umsetzung untersetzt. „Insgesamt bleibt das Konzept weiter in Bewegung“, sagte Michael Knape (parteilos). In dessen Fortschreibung würden sich immer wieder auch neue Aspekte ergeben, die allein schon durch veränderte technische Möglichkeiten bedingt sind, so der Bürgermeister. „Beschlossen wurde zunächst der Leitfaden, aber noch nicht die konkreten Schritte“, erklärte Knape.

Bestandteil des Beschlusses ist jedoch das Erarbeiten eines Klimaschutz-Controllings. Mit dem soll der Erfolg der umgesetzten Maßnahmen überprüft werden. Zudem sollen begonnenen Schritte fortgeführt und ausgebaut werden. Gutes Beispiel sie die bereits abgeschlossene energetische Komplettsanierung der Kindertagesstätte „Anne Frank“. Um Energiekosten zu senken, schwebt der Stadt für ihre kommunale Liegenschaften eine Sammelausschreibung für Strom und Brennstoffe vor. Auch die Projektierung einer Energiezentrale als „Nahwärmeinsel“ im Stadtzentrum soll im Zuge der bevorstehenden Sanierung des Straßenkomplexes um die Neue Marktstraße befördert werden.

Von Thomas Wachs

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